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Alfons Mensdorff-Pouilly hatte am zweiten Prozesstag mit den Fragen des Richters erheblich zu kämpfen. Es ging um Inselfirmen, Spielgelder und seine eigene Leistung.
Wien - Entweder der Angeklagte war tatsächlich "zu blöd" und "naiv", wie er selbst sagt, um die Firmengeflechte, aus denen er sein Geld bezog, zu durchschauen - oder er lügt. Am Dienstag, dem zweiten Tag des Prozesses gegen Alfons Mensdorff-Pouilly, war der Andrang auf den Großen Schwurgerichtssaal des Straflandesgerichts geringer, die behandelten Themen aber brisanter. Denn der Richter wurde konkret: Es ging um " Inselfirmen", die niemandem gehören wollen, "Spielgelder" auf den Jungferninseln und die vielen Umwege, über die Millionen von British Aerospace (BAE) an Mensdorff-Pouilly geflossen sein sollen. Im Gegensatz zum Verhandlungsauftakt vergangene Woche war Mensdorff am Dienstag nicht zu Scherzen aufgelegt.
Seine Stimme ist belegt, seine Haltung aufrechter, er kommt immer wieder ins Stottern. Der Grund: Auf die meisten Fragen, die ihm Richter Stefan Apostol stellt, hat Mensdorff keine klare Antwort - "Herr Rat, ich hab das einfach nicht durchschaut."
Schlüsselfragen, nicht nur des Tages, sondern vermutlich des gesamten Prozesses, sind, wem die Briefkastenfirmen Brodmann und Foxbury mit Sitz auf den britischen Jungferninseln gehörten und weshalb dieses komplexe Unternehmensgeflecht konstruiert wurde. Denn Mensdorff bezog Teile der Gelder des britischen Waffenkonzerns über Umwege von diesen Firmen, die er nach eigener Aussage kaum kennt. Und einige der Beträge kamen nicht direkt von BAE, sondern der Firma Red Diamond, über die der Waffenkonzern die Schmiergeldzahlungen abgewickelt haben soll. Mit Bestechung habe das nichts zu tun: "Es wurde zwar darüber gesprochen, aber ich habe immer gesagt, dass wir das nicht brauchen."
Wovon Mensdorff ebenfalls nichts wissen will, ist, dass er, wie Staatsanwalt Michael Radasztics recherchiert hat, zur Hälfte Eigentümer von Foxbury ist. Wobei er zugibt: "Diese Inselfirmen werden ja gegründet, damit man die Besitzverhältnisse nicht feststellen kann." Sicher ist hingegen, dass er für Brodmann als Treuhänder tätig war und die Firma "keine Leistung erbrachte". Sie diente Mensdorffs Geschäftspartner und Mentor Timothy Landon als Wiese für sein "Spielgeld" , von dem seine Finanzberater nichts wissen sollten und das er in Aktien und Projekte in Dubai investierte.
Mehr könne Mensdorff zu den undurchschaubaren Unternehmensgeflechten jedoch nicht sagen: "Tim hatte bestimmt zwanzig solcher Firmen." Er habe sich auf seinen Mentor verlassen. Getan, was er sagte. "Ohne ihn würde ich heute noch Kartoffeln anbauen."
Am Ende der Verhandlung wurde dann die Eurofighter-Beschaffung thematisiert. Mensdorff hatte ursprünglich dem JAS 39 Gripen der BAE-Tochter Saab zum Zuschlag verhelfen sollen, wurde dann aber zurückgepfiffen, weil BAE mit dem Eurofighter mehr verdienen konnte. Die angeblichen "aggressiven Zahlungen" an Entscheidungsträger im Zuge der Ausschreibung hätten den Angeklagten "selber überrascht".
Im Laufe der Jahre hat Mensdorff einen "höheren sechsstelligen Betrag" von BAE bekommen. An Selbstbewusstsein scheint es ihm nicht zu mangeln: " Wenn ich mir das im Nachhinein anschaue, war ich eigentlich mehr wert, als ich gezahlt bekommen habe. Damals war ich aber zufrieden."
Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. (Katharina Mittelstaedt , DER STANDARD, 19.12.2012)
Zwei Monate bedingt für Fälschung von Beweismittel - Freispruch auch zu falscher Zeugenaussage - Mitarbeiter Kurt D. ebenfalls freigesprochen - Urteile nicht rechtskräftig
Korruptionsstaatsanwaltschaft befasst sich unter anderem mit Anschaffung von neun Millionen Grippemasken im Jahr 2006
Das britische Verfahren gegen Mensdorff kostete und brachte viel Geld
Der Richter hält das Ergebnis für "unbefriedigend", doch die Indizien haben nicht ausgereicht: Der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly wurde vom Vorwurf der Geldwäsche freigesprochen. Dennoch setzt es zwei Monate bedingte Haft.
Für Bestechung sei Mensdorff "die richtige Adresse", hieß es am vorletzten Prozesstag
Grünen-Abgeordneter: Freispruch wegen falscher Zeugenaussage "nicht generalpräventiv, sondern generalermunternd"
Früherer Mitarbeiter belastet Alfons Mensdorff-Pouilly - Ex-OMV-Chef Ruttenstorfer bestätigt Zahlungen auf zwei verschiedene Konten
Geldwäsche sei nicht nachweisbar gewesen - Strafe für Beweismittelfälschung für Unbescholtenen zu hart
Hohe Erwartungen an den fünften Prozesstag der Causa Mensdorff: Die Befragung des "Kronzeugen" Mark Cliff stand auf dem Plan. Doch ihn und eine zweite Zeugin plagt das schlechte Erinnerungsvermögen. Die Staatsanwaltschaft wird sich wohl auf frühere Aussagen stützen müssen
Bestätigte weder Mensdorffs Verwicklung in "Drittzahlungen" noch "Schmiergeld"-Besprechung bei BAE Systems
Kein einziger Zeuge der BAE zu Aussage bereit, dadurch entfallen drei Verhandlungstage
Nach vier Verhandlungstagen schärft sich das Profil der Beteiligten: Loyal, ohne Fragen zu stellen
Der Prozess gegen Mensdorff-Pouilly geht in die Feiertagspause - Fortsetzung im Jänner
Mensdorff verteidigte sich in den Anklagepunkten gefälschtes Beweismittel und mehrfache Falschaussage in U-Ausschüssen
Antrag aus erster Instanz zurückgewiesen - Gericht muss erforderliche Informationen noch erheben und dann noch einmal entscheiden
Am Mittwoch wurde Alfons Mensdorff-Pouilly einvernommen - Kurt D. wollte nicht aussagen - derStandard.at berichtete live
Peter Pilz wirft Alfons Mensdorff-Pouilly vor, "Geld-Briefträger" von EADS gewesen zu sein - Prozess ab Mittwoch in Wien
Mensdorff-Pouilly wurde einvernommen - Angeklagter beschrieb im Detail, wofür Brodmann-Gelder verwendet wurden
Ehemaliger Vertrauter spricht vor britischer Anti-Korruptionsbehörde von "Schmiergeldern" an Rüstungskonzern
Er sei kein Graf, kein Lobbyist - und keinesfalls korrupt, stellte Mensdorff-Pouilly klar. Geldflüsse von BAE hätten mit Bestechung nichts zu tun gehabt
Alfons Mensdorff-Pouilly muss sich wegen Geldwäsche, falscher Zeugenaussage und Vorlage eines gefälschten Beweismittels verantworten
Wo die Millionen konkret landeten, konnte laut Strafantrag nicht aufgeklärt werden
Korruptionsexperte Andrew Feinstein über den Waffenlobbyisten, der ab morgen vor Gericht steht
Peter Pilz und Günther Kräuter sehen Mensdorff als Schlüsselfigur in der Eurofighter-Causa
ist er wirklich so ein armes nichtswissendes Hascherl, wie die Selbstdarstellung glauben machen soll und wird er dann, so er freigesprochen wird, weiterhin seinen Job ausführen, und glaubt er dann die Dinge zu durchschauen, oder wird er sich arbeitstechnisch neu orientieren?
Vielleicht in die Politik?
In Österreich scheint alles möglich,...
Ich möchte so wie der Typ sein: Adelig, reich, ein spannender Job.
Grausige Frau - ok, aber da gibts Lösungen...
Dafür seine dunkle Seite voll ausleben, mit teurem und gefährlichem Spielzeug handeln und natürlich ausprobieren - super.
Ich würde schlafen wie ein Baby(TM)
was haben wir da momentan so:
strasser, mensdorf, scheuch, birnbaum, die ganze bawag riege (natuerlich fast alle unschuldig)...und das ist nur ein querschnitt an angeklagten...
die ganzen welche noch immer rumlaufen ohne jemals belangt zu werden sind noch schlimmer fast...
und beim mensdorff...tja der haette kassiert von welcher seite auch immer das rennen gemacht haette...
verwandter von mir wohnt in luising und kennt mensdorf relativ gut (jagdkollege) und als der eurofighter den zuschlag bekam meinte mein V. zum mensdorf. na scho bled, schaust durch die finger...und der mensdorff drauf. geh na, fuer mi noch besser... die zahlen noch mehr...so ueberliefert bekommen von meinerm verwandten welchem ich diese geschichte absolut glaube.
Man möchte glatt Fackeln, Mistgabeln und Dreschflegeln herrichten! Aber das geht ja nicht, wir leben ja in einem Rechtsstaat und dürfen darauf Vertrauen, dass das Gesetz und die Justiz ungeachtet des Standes handelt.
Als Plan B sollten wir aber das bäuerliche Handwerkszeug trotzdem bereit halten!
Da will man ein paar Schnecken und Kartoffeln an den Mann bzw. die Frau bringen und Schwupsdiwups wird man in die undurchschaubare Machenschaften vom Tintifax hineingezogen. Wenn die Maria nicht so viele Rosenkränze für den Grafen und Schüssel gebetet hätte, würde es ja noch viel schlimmer ausschauen.
Mein lieber Mann,was für ein erbärmlicher Typ,genauso wie sein Auftreten vor Gericht.
Muss ja eine totale Erniedrigung für ihn sein das er sich jetzt öffentlich als Volldodl hinstellen muss.(Ich hab das ja alles nicht durchschaut Herr Rat).Man kann sich nur wünschen das man nie an solche Subjekte auch nur anstreifen muss,in welchen Zusammenhang auch immer.Für mich der Minusmann 2012!!!
Graf Pully freigesprochen wird?
Warum?
Weil er die strafrechtliche Tragweite seiner Handlungen nicht einzuschätzen vermochte und keine juristische Ausbildung hat!
So funktioniert das in Österreich! Siehe den Kärntner Ortstafel-Verrückungs-Proleten!
"symbolische" strafe ausfasst - dann wahrscheinlich deswegen, weil er bis in die höchsten ränge dieser republik bestens vernetzt ist (und wahrscheinlich einiges weiß).
da man einander schützt bzw. zu viel voneinander weiß und es mit der unabhängigkeit der justiz in diesem land zu ende sein dürfte sobald es um viel geht, können wohl auch strasser und grasser relativ ruhig schlafen. zumindest befürchte ich das.
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