Zweiter Prozesstag: Mensdorff in Erklärungsnot

Katharina Mittelstaedt, 18. Dezember 2012, 18:01
  • Alfons Mensdorff-Pouilly hatte am zweiten Prozesstag mit den Fragen des 
Richters erheblich zu kämpfen. Es ging um Inselfirmen, Spielgelder und 
seine eigene Leistung.
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    Alfons Mensdorff-Pouilly hatte am zweiten Prozesstag mit den Fragen des Richters erheblich zu kämpfen. Es ging um Inselfirmen, Spielgelder und seine eigene Leistung.

Die Erkenntnis Mensdorff-Pouillys: Er war sein Geld mehr als wert. Dennoch musste der Angeklagte Antworten schuldig bleiben

Wien - Entweder der Angeklagte war tatsächlich "zu blöd" und "naiv", wie er selbst sagt, um die Firmengeflechte, aus denen er sein Geld bezog, zu durchschauen - oder er lügt. Am Dienstag, dem zweiten Tag des Prozesses gegen Alfons Mensdorff-Pouilly, war der Andrang auf den Großen Schwurgerichtssaal des Straflandesgerichts geringer, die behandelten Themen aber brisanter. Denn der Richter wurde konkret: Es ging um " Inselfirmen", die niemandem gehören wollen, "Spielgelder" auf den Jungferninseln und die vielen Umwege, über die Millionen von British Aerospace (BAE) an Mensdorff-Pouilly geflossen sein sollen. Im Gegensatz zum Verhandlungsauftakt vergangene Woche war Mensdorff am Dienstag nicht zu Scherzen aufgelegt.

Seine Stimme ist belegt, seine Haltung aufrechter, er kommt immer wieder ins Stottern. Der Grund: Auf die meisten Fragen, die ihm Richter Stefan Apostol stellt, hat Mensdorff keine klare Antwort - "Herr Rat, ich hab das einfach nicht durchschaut."

Schlüsselfragen

Schlüsselfragen, nicht nur des Tages, sondern vermutlich des gesamten Prozesses, sind, wem die Briefkastenfirmen Brodmann und Foxbury mit Sitz auf den britischen Jungferninseln gehörten und weshalb dieses komplexe Unternehmensgeflecht konstruiert wurde. Denn Mensdorff bezog Teile der Gelder des britischen Waffenkonzerns über Umwege von diesen Firmen, die er nach eigener Aussage kaum kennt. Und einige der Beträge kamen nicht direkt von BAE, sondern der Firma Red Diamond, über die der Waffenkonzern die Schmiergeldzahlungen abgewickelt haben soll. Mit Bestechung habe das nichts zu tun: "Es wurde zwar darüber gesprochen, aber ich habe immer gesagt, dass wir das nicht brauchen."

Wovon Mensdorff ebenfalls nichts wissen will, ist, dass er, wie Staatsanwalt Michael Radasztics recherchiert hat, zur Hälfte Eigentümer von Foxbury ist. Wobei er zugibt: "Diese Inselfirmen werden ja gegründet, damit man die Besitzverhältnisse nicht feststellen kann." Sicher ist hingegen, dass er für Brodmann als Treuhänder tätig war und die Firma "keine Leistung erbrachte". Sie diente Mensdorffs Geschäftspartner und Mentor Timothy Landon als Wiese für sein "Spielgeld" , von dem seine Finanzberater nichts wissen sollten und das er in Aktien und Projekte in Dubai investierte.

Mehr könne Mensdorff zu den undurchschaubaren Unternehmensgeflechten jedoch nicht sagen: "Tim hatte bestimmt zwanzig solcher Firmen." Er habe sich auf seinen Mentor verlassen. Getan, was er sagte. "Ohne ihn würde ich heute noch Kartoffeln anbauen."

Am Ende der Verhandlung wurde dann die Eurofighter-Beschaffung thematisiert. Mensdorff hatte ursprünglich dem JAS 39 Gripen der BAE-Tochter Saab zum Zuschlag verhelfen sollen, wurde dann aber zurückgepfiffen, weil BAE mit dem Eurofighter mehr verdienen konnte. Die angeblichen "aggressiven Zahlungen" an Entscheidungsträger im Zuge der Ausschreibung hätten den Angeklagten "selber überrascht".

Im Laufe der Jahre hat Mensdorff einen "höheren sechsstelligen Betrag" von BAE bekommen. An Selbstbewusstsein scheint es ihm nicht zu mangeln: " Wenn ich mir das im Nachhinein anschaue, war ich eigentlich mehr wert, als ich gezahlt bekommen habe. Damals war ich aber zufrieden."

Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt. (Katharina Mittelstaedt , DER STANDARD, 19.12.2012)

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wenn er das alles nicht durchschaut hat,

ist er wirklich so ein armes nichtswissendes Hascherl, wie die Selbstdarstellung glauben machen soll und wird er dann, so er freigesprochen wird, weiterhin seinen Job ausführen, und glaubt er dann die Dinge zu durchschauen, oder wird er sich arbeitstechnisch neu orientieren?
Vielleicht in die Politik?
In Österreich scheint alles möglich,...

Ich gestehe: Ich verspüre Neid

Ich möchte so wie der Typ sein: Adelig, reich, ein spannender Job.
Grausige Frau - ok, aber da gibts Lösungen...
Dafür seine dunkle Seite voll ausleben, mit teurem und gefährlichem Spielzeug handeln und natürlich ausprobieren - super.
Ich würde schlafen wie ein Baby(TM)

wünschen Sie sich doch lieber gesunde Sachen.

Ist in Ihrem Sinne;)

meine Uroma sagte immer

blödsein schützt vor strafe nicht!

i wünsch mir, dass sie auch hier recht hat.

Wenn böse Zungen behaupten würden ...

Mensdorff-Lolli, Scheuch, Grasser usw usw usw wären Söhne von Prostituierten, so würde man doch die Prostituierten beleidigen oder?

Nix wird ihm passieren, ich nehme Wetten drauf an, er hat seine Millionen-werten Ratschläge und Expertisen nur mündlich erteilt, also für den Richter keine Substanz für eine Verurteilung... und so weiter bla, bla, bla.....

ja unsere elite...

was haben wir da momentan so:

strasser, mensdorf, scheuch, birnbaum, die ganze bawag riege (natuerlich fast alle unschuldig)...und das ist nur ein querschnitt an angeklagten...

die ganzen welche noch immer rumlaufen ohne jemals belangt zu werden sind noch schlimmer fast...

und beim mensdorff...tja der haette kassiert von welcher seite auch immer das rennen gemacht haette...

verwandter von mir wohnt in luising und kennt mensdorf relativ gut (jagdkollege) und als der eurofighter den zuschlag bekam meinte mein V. zum mensdorf. na scho bled, schaust durch die finger...und der mensdorff drauf. geh na, fuer mi noch besser... die zahlen noch mehr...so ueberliefert bekommen von meinerm verwandten welchem ich diese geschichte absolut glaube.

blöd vor gier...

...könnt man denken. obwohl unfassbar unsympathisch will ich meinen, dass er ganz bestimmt kein dummer ist.

je blöder der bauer um so größer die erdäpfel?

also auch: je blöder der mensdorf um so mehr kohle hat er gescheffelt???? irgendwas mach ich falsch...

ich denk ma aus...hätt net lesen und schreiben lernen dürfen,dann hätt i nur "quatschen" müssen und millionen bekommen...
Verkehrte Welt.....

Man möchte glatt Fackeln, Mistgabeln und Dreschflegeln herrichten! Aber das geht ja nicht, wir leben ja in einem Rechtsstaat und dürfen darauf Vertrauen, dass das Gesetz und die Justiz ungeachtet des Standes handelt.

Als Plan B sollten wir aber das bäuerliche Handwerkszeug trotzdem bereit halten!

Da will man ein paar Schnecken und Kartoffeln an den Mann bzw. die Frau bringen und Schwupsdiwups wird man in die undurchschaubare Machenschaften vom Tintifax hineingezogen. Wenn die Maria nicht so viele Rosenkränze für den Grafen und Schüssel gebetet hätte, würde es ja noch viel schlimmer ausschauen.

Dubiose Firmengeflechte braucht man nur, wenn man entweder Steuern hinterziehen möchte und/oder dubiose Geschäfte tätigt. Ansonsten machen schlicht und ergreifend keinen Sinn!

Überraschungen...

...sollten verpönt sein, zumindest seites des Richters und des Staatsanwalt. Sonst muss wieder irgendein OLG feststellen, dass da ein einfacher Bauer völlig überrascht wurde...

Überraschungsverbot

Heute wird das Scheuch Urteil gesprochen,
da wird die Bevölkerung aber überrascht sein...

hochegger, mensdorf pulli, maischberger und grasser

das waere doch schon ein kompletter tarok tisch im haefen

Bin ja dafür, dass der Odelige sein Wissen über Erdäpfelanbau wieder in der Häfngärtnerei anwenden darf. Allein, mir fehlt der Glaube.

Dummheit schützt vor Strafe nicht - also zumindest beim kleinen Bürger ist es so!

Aber scheinbar auch nur dort (siehe Dörfler).

Wenn man genug Geld hat kann man sich die Unwissenheit erstreiten.

...was wenn als nächstes der Bankräuber zu blöd war zu wissen das das doch nicht erlaubt ist. Setzen wir sie alle auf freien Fuß!!!

ERBÄRMLICH

Mein lieber Mann,was für ein erbärmlicher Typ,genauso wie sein Auftreten vor Gericht.
Muss ja eine totale Erniedrigung für ihn sein das er sich jetzt öffentlich als Volldodl hinstellen muss.(Ich hab das ja alles nicht durchschaut Herr Rat).Man kann sich nur wünschen das man nie an solche Subjekte auch nur anstreifen muss,in welchen Zusammenhang auch immer.Für mich der Minusmann 2012!!!

Wetten, dass

Graf Pully freigesprochen wird?

Warum?

Weil er die strafrechtliche Tragweite seiner Handlungen nicht einzuschätzen vermochte und keine juristische Ausbildung hat!

So funktioniert das in Österreich! Siehe den Kärntner Ortstafel-Verrückungs-Proleten!

wenn er freigesprochen wird - oder irgend eine

"symbolische" strafe ausfasst - dann wahrscheinlich deswegen, weil er bis in die höchsten ränge dieser republik bestens vernetzt ist (und wahrscheinlich einiges weiß).
da man einander schützt bzw. zu viel voneinander weiß und es mit der unabhängigkeit der justiz in diesem land zu ende sein dürfte sobald es um viel geht, können wohl auch strasser und grasser relativ ruhig schlafen. zumindest befürchte ich das.

Ich fürcht der Typ wird demnächst ...

... mit Flötl seinen Freispruch feiern.
Und der KarlHeinz wird auch eingeladen sein.

Der fährt sicher

auch einen fetten Geländewagen. ;-)

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