ÖBB kaufen Züge: Ein Zug wird kommen

Luise Ungerboeck, 18. Dezember 2012, 17:54

Am 22. Jänner nimmt die ÖBB neuen Anlauf zur Bestellung von hundert Triebwagen für Wiener Schnellbahn und Ostregion

Wien - Die ÖBB nimmt einen neuen Anlauf für den Kauf von hundert Nahverkehrszügen. Am 14. Jänner tagt die aus Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern bestehende Arbeitsgruppe, erfuhr der Standard aus ÖBB-Aufsichtsratskreisen. Sie soll die Entscheidung vorbereiten, die der Personenverkehr-Aufsichtsrat unter Vorsitz von ÖBB-Holding-Chef Christian Kern am 22. Jänner treffen soll.

Ob die Order im Volumen von 550 Millionen Euro auf Basis des Rahmenvertrags mit Siemens aus 2010 erfolgt oder doch neu ausgeschrieben wird, ist offen. Die Kaufvertragsunterzeichnung für die Anschaffung war zuletzt an Differenzen zwischen den Vertragspartnern gescheitert, die Ende November eine Einigung auf den Schnellbahnzug Typ Desiro ML paraphiert hatten.

Am Dienstag nahm erstmals Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun zur Causa Stellung. Ihm seien die Probleme nicht erklärlich, sagte Hesoun nach der Bilanzpressekonferenz. Die Desiro-Züge würden zu 90 Prozent in Österreich gefertigt, teilweise gemeinsam mit der ÖBB-Werkstättentochter TS. Das Assembling bei TS habe sich bei Taurus-Loks und Railjet sehr bewährt. Deshalb sei vereinbart, dass pro E-Triebwagenzug 2000 Stunden Arbeitsleistung von ÖBB-TS erbracht werden, betonte Hesoun im Standard-Gespräch. Der DesiroML soll im Siemens-Werk in Simmering (ehemals SGP) gefertigt werden.

Damit komme in hohem Ausmaß Wertschöpfung nach Österreich. Von ursprünglich geplanten - und vom Mutterkonzern im April 2010 verkündeten - Plänen, den Desiro vor allem in Krefeld zu fertigen, sei man abgegangen.

Ob die ÖBB über die im November paraphierte Einigung hinausgehende Leistungen verlangt habe, die Siemens nicht erfüllen könne oder wolle, wie es in Verhandlungskreisen heißt, dazu wollte sich Hesoun nicht äußern. Nur so viel: Siemens stehe zur paraphierten Einigung. Seitens der ÖBB wird die Causa nicht mehr kommentiert.

Mehr Dividende als Gewinn

Die für Zentral- und Osteuropa zuständige Leitgesellschaft Siemens AG Österreich (Sagö) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.9.) erneut mehr Dividende ans Stammhaus in München ausgeschüttet als Gewinn erwirtschaftet. Nach einer Milliarde Sonderdividende im Vorjahr lieferte Sagö heuer 750 Millionen Euro ab. Dafür wurden Rücklagen aufgelöst, der Gewinnvortrag aus dem Vorjahr belief sich auf 67,4 Mio. Euro.

Als Jahresüberschuss wies Sagö 717,8 Mio. Euro aus (2011 waren es 879,4 Mio. Euro). Weitere 550 Mio. Euro flossen für die Siemens-Tochter in Tschechien, die Sagö der Konzernmutter abkaufte.

Das Geschäft selbst lief im Energiebereich rund, alle anderen Sparten spürten flaue Konjunktur und Sparpakete. Der Auftragseingang brach um 13 Prozent ein. Der Umsatz erhöhte sich dank Eingliederung neuer Unternehmen um 16,4 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis verdoppelte sich von 70,9 auf 141,5 Mio. Euro.

"Ausgeräumt" fühlen sich Hesoun und Finanzchef Reinhard Pinzer von der Konzernmutter nicht. "Solange Investitionen getätigt werden, wenn wir sie brauchen." Eine Eigenkapitalquote von 28,2 Prozent nach Ausschüttung sei komfortabel. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 19.12.2012)

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Herr Kern ruiniert die ÖBB endgültig

glaube der wird nicht richtig informiert aus den verschiedenen ag's!

die erzählen ihm wunschzahlen, damit die vorgaben von kern erreicht werden und untern strich macht jede ag was sie will!

Die Bahn, ein österreichisches Hochkulturgut

Nicht jeder Zug muss oberirdisch fahren.
Güterverkehr ist evtl. auszulagern. Das kostet
viel Tunnel, aber dafür müsste es bei reinem Güterverkehr auch kein Mensch mehr steuern.
Dabei werden Mal Träumerein wahr.

Die oberirdische Bahn ist geradlinig und energieeffizient am erfolgreichsten. Will man ja eher ankommen, als reisen. Schön, wenn beides für einen funktioniert. Zeit ist Geld im Alltag. Schön so weit technisch möglich. Kompliziert ist es, wenn man keine Kompromisse finden kann bzw. Kompromisse finden muss.

Technisch wurde schon vieles gebaut.
Einfache Lösungen, mit Blick auf eine mögliche Zukunft
sind gefragt.

Siemens versteht das nicht?

Die Artikel hat 70% über Siemens berichtet, nur 30% über den Züge-Kauf der ÖBB. Siemens versteht nicht warum. Die LeserInnen verstehen auch nicht warum. Siemens Züge steht nicht erstes mal über nicht eingehaltene Liefertermine in Schlagzeilen, die Qualität auch. Reihenweise Ausfälle der Elektronik-Steuerung in Klima-anlagen machen Siemens nicht unbedingt beliebter bei potentiellen Kunden. Für Löscher und Hesoun ist es wichtig, Gewinne und Dividende stimmen, alle andere ist sekundär oder zweitrangig, im Gegensatz zu Leitspruch Werner Siemens :" wir kümmern uns um den Kunden"

Einem früheren Standard-Artikel nach...

... geht hervor, dass der Desiro ML zu einem Übermaß in D hergestellt wird. Jetzt - nach interimistischem Platzen des Deals - wird plötzlich völlig anders darüber gesprochen. 90% nun doch in A ??? und als Sahnehäubchen: "2000h bei TS/ÖBB".
Klingt nach viel. Sind aber pro Zug nur 13 MannMonate.
Aber immerhin... was kostet ein Zug?

==> somit wird jedenfalls die TS mit "satten" 50000,- EUR pro Zug bedacht und auch das politische Argument pro Siemens geschönt.

Es gehört eine ordentliche Ausschreibung her und nicht die Siemens-typische Politverbandelung (Ederer, jetzt Hesoun etc.)

Und Herr Hesoun, der doch auch mit einem Ex-Politiker verwandt ist und einer Partei zugerechnet wird, macht das, was die EU in den Untergang treibt:
Er argumentiert nationalistisch.
Nicht, dass das die Franzosen und viele andere nicht auch täten.
Aber falsch bleibt falsch.

Aber über 500.000 EUR ist eben europaweit auszuschreiben. Punkt Ende. Wo die Wertschöpfung anfällt, ist powidl. Wem das nicht recht ist: Austritt aus EU (und EWR). Da bin ich zwar auch dafür, aber aus anderen Gründen. Ich bin nämlich dafür, weil meiner Meinung nach die EU drauf und dran ist von ihrem Hauptzweck, Frieden zwischen FR und DE, wegzukommen und sogar Unfrieden zu stiften. Über Eliten, die lügen und nicht bei den Menschen sind. Da ist mir CH oder NO lieber.

Ausschreibungspflichtig sind doch

alle Investitionen, die pro Sache oder Jahresbetriebskosten einen Wert von EUR 100.000,- ausmachen (BuVG).
Nur deshalb muss ausgeschrieben werden.

Dennoch muss klar überlegt werden, ob ein EU-Austritt (etc.) wirtschaftlichen Sinn machen würde, da ja (leider) immer dahinter politische Interessen stecken.
Klar für mich ist an dieser Stelle, dass Siemens hier mit diesem Einlenken wieder einmal klar ihre Vorgangsweise demonstriert. Auftrag um jeden Preis, kann auch der Niedrigste sein. Und die Qualität ist entsprechend. Oder eben die Folgekosten - denn die "waren doch nicht Thema der Ausschreibung//Verhandlung".

Wären sie jedoch sehr wohl, da ja ein Gesamtpaket ausgeschrieben war, zu dem auch (teurere) Nachbesserungen dazu gehören.

Ja, ausschreibungspflichtig ist in Österreich bei über 100.000. Darunter (ungeführ, genauen Betrag hab ich nicht im Kopf) gibt es diese Freihandgrenze.

Aber es gibt hier verschiedene Verfahren. zB das sogenannte Unterschwellenverfahren zwischen 100k und 200k. Und bei über 500.000 muss EU-weit ausgeschrieben werden.

wenn ich so die Lebensläufe des Führungspersonals aller wichtigen Unternehmen betrachte, dann ist dies ein einziger Inzesthaufen - der keinerlei Veränderungen zulässt, sondern die Garantie zur gegenseitigen Versorgungs- und Beglückungsmentalität darstellt. Ob Privatisiert oder "Verstaatlicht", keiner wird seinen Futterplatz am Trog freiwillig aufgeben - das gibt´s nur im Schweinestall, denn die wissen wann sie genug haben.

Es fährt kein Zug

nach Eierbach
(EAV)

Kaufen? Oder doch wieder nur so eine Zockerei mti CBL und Zurückmieten von US-Finanzheuschrecken, wie es bei den ÖBB-Lokomotiven seit Jahren usus ist?

Du scheinst was verschlafen zu haben ...

Die ÖBB sind ein privatisiertes Unternehmen, ergo haben sie nicht dort zu kaufen, wo die meiste Wertschöpfung im Lande bleibt, sondern ausschließlich dort, wo für den günstigsten Preis die maximale Qualität zu bekommen ist (sollte das Siemens sein, ist es auch OK). Wo Gegengeschäfte und ähnlichen Murks hinführen, wissen wir zu gut vom Eurofighter. Fazit: Nur Bares ist Wahres.

Erklär mir doch bitte was an einem Unternehmen, das zu 100% im Staatsbesitz ist, privatisiert sein soll.

Die ÖBB sind ein Konzern, bestehend aus AGs und GmbHs. Und das sind alles privatrechtliche

Gesellschaftsformen für die das AG-G und das Gmbh-G gelten.

Die ÖBB sind also ein Unternehmen aus privatrechtlicher Gesellschaftsform im Eigentum der Republik.
Die ÖBB dürfen bei ihren Entscheidungen ausschließlich das Wohl des Unternehmens -"auf Gewinn gerichtet"- und nicht jenes der Republik im Auge haben!

Ein Dr. Sheldon Lee Cooper sollte es besser wissen

Die ÖBB Holding AG ist nach wie vor im 100%igen Besitz der Republik Österreich.

Das bedeutet was genau?

Dass für Beschaffungen ausschließlich das Bundesvergabegesetz relevant ist.

Wer nicht mal weiß, dass es DDr. Sheldon Cooper heißt,

ist kein wahrer Fan!

Nein, Sie Checknix. Hier gibt's bereits einen anderen Sheldon Cooper mit zwei D.

Und noch präziser: Sheldon Cooper, BS, MS, MA, PhD, and ScD - OMG, right? :D

(http://www.youtube.com/watch?v=B... CIcoot1sM)

lt Konzernwebsite

"Die Anteile am Unternehmen werden zu 100 Prozent von der Republik Österreich gehalten,"
-hier ist die Rede von der Holding. darunter die Töchter gehören zu 100% der Holding.

Was meinen Sie mit "privatisieren"?

Ich hätte das präzisieren sollen: Ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen. Ändert aber nichts an der Sache. Die ÖBB sollen als Unternehmen geführt werden, wie jedes andere Unternehmen auch – wenn der Staat von den ÖBB Leistungen will, die sie selbst nicht gewinnbringend durchführen können, dann soll er diese Leistungen eben bestellen und bezahlen. Im Gegenzug dazu haben die ÖBB bei ihren Investitionen die unternehmerisch sinnvollste und nicht die politisch sinnvollste Variante zu wählen.

Der Staat unterstützt die ÖBB JÄHRLICH mit beinahe 4 MRD Euro!!!

Unterstützen != bestellen

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