Blitzkredit soll begraben werden

18. Dezember 2012, 17:48
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Eine Anklage in Causa Refco unwahrscheinlich

Längst vergessen ist der Anlass, der den Milliardenverlust der Bawag ans Tageslicht brachte. Im Oktober 2005 überwies die Gewerkschaftsbank unter Johann Zwettler in einer Nacht- und-Nebel-Aktion den "Blitzkredit" von rund 350 Mio. Euro an ihr US-Brokerhaus Refco.

Stunden später war Refco, an der die Bawag bis 2004 beteiligt war, bankrott. Refco-Chef Phillip Bennett sitzt nach seinem Geständnis eine 16-jährige Gefängnisstrafe in New Jersey wegen Bilanzbetrugs ab. Anlässlich des Refco-Debakels flogen damals auch die Spekulationsverluste der Bawag auf.

Staatsanwältin Sonja Herbst ermittelt rund um den Blitzkredit wegen Untreueverdachts gegen Zwettler, Helmut Elsner und ehemalige Refco-Mitarbeiter, wie Thomas H., der auch für die Bawag gearbeitet hat. Es gilt die Unschuldsvermutung. Dass es in der Causa Refco je zu einer Anklage kommt, gilt in Justizkreisen als unwahrscheinlich. Die Ressourcen der Justiz seien gering, es gebe andere große Causen, Elsner und Zwettler hätten ohnehin schon Strafen ausgefasst. (gra, DER STANDARD, 19.12.2012)

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