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Wien - Die Journalisten der ORF-Radioinformation haben den ORF-Redakteursrat am Dienstag per Resolution zu rechtlichen Schritten zur Verbesserung des Redakteursstatuts aufgefordert. Zugleich signalisierten die Radioredakteure dem neuen und umstrittenen Innenpolitik-Ressortleiter Edgar Weinzettl Bereitschaft zur Zusammenarbeit. "Wir müssen mit dieser Situation professionell umgehen. Der neue Kollege wird unsere Unterstützung erhalten", sagte Redakteurssprecher Peter Daser im Anschluss an eine Redakteursversammlung.
Die ORF-Journalisten pochen jedoch auf ihre im ORF-Gesetz und Redakteursstatut verankerten Mitwirkungsrechte. "Die Redakteursversammlung der Radio-Information lehnt Postenvergaben ab, die nicht gesetzeskonform zustande gekommen sind. Denn die im ORF-Gesetz ausdrücklich festgeschriebenen Mitwirkungsrechte der ORF-Journalisten sind mehr als ein 'Anhörungsrecht'. Diese Mitwirkungsrechte müssen endlich durchgesetzt werden", hieß es in dem verabschiedeten Resolutionstext.
Den ORF-Redakteursrat forderten die Journalisten deshalb zur Prüfung und Ergreifung aller notwendigen juristischen Maßnahmen auf, um die Durchsetzung der im ORF-Gesetz fixierten Rechte zu wahren. "Dies schließt eine etwaige Befassung der Höchstgerichte mit ein", so die Empfehlung der Hörfunk-Mitarbeiter.
Die Unabhängigkeit der Berichterstattung sei das wesentlichste Element des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, eine Verbesserung des Redakteursstatuts deshalb überfällig, so eine weitere Forderung. Die Radiojournalisten wünschen sich ähnliche Rechte wie die Redaktionen einer Reihe heimischer Zeitungen. "Die Redakteursversammlungen sollen das Recht erhalten, mit qualifizierter Mehrheit den Vorschlag der Geschäftsführung betreffend die Besetzung von Leitungsfunktionen abzulehnen. In einem solchen Fall ist die Stelle erneut auszuschreiben." (APA, 18.12.2012)
Und mir ist nicht erinnerlich, dass sich eine ganze Redaktion einhellig gegen ihren Chef, den Amon stellt!
Völlig schleierhaft ist mir, womit man dem armen Weinzettl gedroht hat, falls er nicht den Gehorsamssprung ins Funkhaus macht. Der Punkt ist, dass damit dem ORF wieder ein Stück Glaubwürdigkeit genommen wird, mutwillig und ohne jede sachliche Begründung.
Ich kann mich nicht erinnern, dass bei der größten Umfärbeaktion der Republikgeschichte nach dem Regierungsantritt von Schwarz-Blau auch so ein Aufstand gemacht wurde.
Tretet lieber mal für eine ordnungsgemäße Bezahlung der Radiomitarbeiter ein.
Warum sollte eine Unterstützung für die Radiomitarbeiter (ich nehme an, Sie meinen die Freien *) ausschließen, dass die gesetzmäßigen Rechte eingefordert werden bzw. das ausjudiziert wird? (Aber ich kann mir schwer vorstellen, dass sie Recht bekommen werden. Bin aber kein Rechtsexperte.)
*) Aber Sie haben recht: Das Fehlen dieser Unterstüzung ist schon bedauerlich, auch wenn das wahscheinlich nicht in deren Bereich fällt.
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