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Salzburg/Wien - Die Regierung möchte bei der Erarbeitung von strikten Regeln für die Veranlagung von öffentlichen Länder-Geldern aufs Tempo drücken. Einig ist man sich nach dem Finanzskandal in Salzburg, dass den Bundesländern weitgehende Spekulationsverbote auferlegt werden sollen. Auf keinen grünen Zweig sind SPÖ und ÖVP aber noch in der Frage gekommen, wie das gesetzlich umgesetzt werden soll. Auch am Dienstag plädierten SP-Regierungsmitglieder für ein Verfassungsgesetz. Die ÖVP will die Regeln im Stabilitätspakt niederschreiben.
Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hielte dies etwa für "klug", denn "dort passt das gut dazu". Auch Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) findet es logisch, Vorgaben für die Verwendung von öffentlichen Geldern in jenen Vertrag zu schreiben, in dem auch deren Verteilung fixiert wird - also dem Stabilitätspakt.
Von einem Verfassungsgesetz hält die Volkspartei dagegen gar nichts, "weil wir auf Augenhöhe mit den Ländern verhandeln", wie Fekter festhielt. Nach Spindeleggers Ansicht wäre es nur die allerletzte Option, über die Länder "drüberzufahren" und das nur dann, wenn sie keinerlei Bereitschaft zu strengeren Regeln zeigten. Einmal mehr verweist die ÖVP aber darauf, dass es mit den schwarz regierten Bundesländern schon ein "Agreement" gebe.
Inhaltlich gibt es zwischen den Regierungsparteien nicht ganz so viel Konfliktstoff. Fekter skizzierte die Eckpunkte des geplanten Regelwerks: "Spekulationen verbieten, Strukturen aufbauen, die das Risiko minimieren und mehr Transparenz in der Haushaltsgebarung."
Verhandeln darüber will man schnell, die entsprechende Regierungsarbeitsgruppe werde noch diese Woche anfangen, kündigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) an. Er zeigte sich optimistisch, dass die neuen Regelungen im Frühjahr stehen könnten. Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) hofft, dass noch vor Weihnachten ein Fahrplan fixiert wird. Drei Hauptaufgaben sieht er zur Zeit: Eine Bestandsaufnahme der Länderfinanzen - Stichwort "Gläserne Kassen" - Verhandlungen über die gesetzlichen Maßnahmen sowie eine Expertenkommission, die Details ausarbeitet.
Sowohl Hundstorfer als auch Schieder pochen indes auf eine Verfassungsbestimmung, die ein Spekulationsverbot für alle Gebietskörperschaften festschreibt. Der Grundsatz gehöre in den Verfassungsrang, betonte Hundstorfer einmal mehr. Und Schieder verlieh seinem "Gefühl" Ausdruck, dass jene, die gegen ein solches Verfassungsgesetz seien, es wohl doch nicht so ernst mit der Transparenz nähmen. Die Idee, diese Frage über den Stabilitätspakt zu lösen, quittierte er denn auch mit einem knappen "nein". Einen ernsthaften Konflikt innerhalb der Koalition wollten am Dienstag dennoch weder SPÖ noch ÖVP sehen.
Nach dem Ministerrat zeigten sich Bundeskanzler und Vizekanzler zuversichtlich, dass man rasch eine Einigung für umfassende Veranlagungsregeln erzielen werde. Bereits im Jänner sollen die Vorschläge auf dem Tisch liegen. (APA, 18.12.2012)
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Laut Verfassungrechtlern (z. B. Funk, Merli) ergibt sich schon aus dem Gebot einer sparsamen, wirtschaftlichen und zweckmäßigen Gebarung ein Spekulationsverbot mit Steuergeld. Wir brauchen keine neuen Regeln sondern nur Politiker mit Hausverstand, die die geltenden Bestimmungen einhalten.
Wendet man diesen Grundsatz auf die Hilfen an Griechenland an (Hochrisikospekulationen) dann begehen Kanzler und Vizekanzler Verfassungsbruch.
http://www.wienerzeitung.at/meinungen... litik.html
Wär lustig, wenn die Landeshauptleute die Fekter anzeigen würden. Angeblich ists ja sowieso verboten...
Auf jeden Fall sollte jede Haftungsübernahme, jede Staatsanleihe etc von den Ländern genehmigt werden müssen resp. durch Änderung des Finanzausgleichs den Ländern abgegolten werden. Nachher zu sagen, daß wegen der Haftungsübernahmen kein Geld da wäre geht auf keinen Fall!
Eine Grundvorraussetzung, um ein Spekulationsverbot überhaupt zu erlassen.
Das ist nämlich gar nicht so leicht. Wer glaubt, dass es auf der Welt irgendeine Anlage ohne Risiko gibt, täuscht sich. Also kann es bei jeder Anlage ein Verlustrisiko geben, selbst beim berühmten Sparbuch, wenn die Bank pleite geht.
Aber lassen wir das Sparbuch. Wer es richtig findet, dass der Staat Unternehmensbeteiligungen hält (Aktien) obwohl mit dem gleichen Geld ja der Schuldenstand abgebaut werden könnte, ist ja schon mitten im Dilemma. Die Bankaktien der Wiener AVZ-Stiftung (Verlust 1,6 Mrd.) sind ja auch reine Spekulation, aber letztlich auch Aktien der OMV oder der Telekom. Die Lösung kann nur sein: Keine Anlagen, so lange Schulden da sind.
der stabilitätspakt wird doch immer wieder neu verhandelt. wenn man dann das spek-verbot reinnimmt, sagen die länder: na der bund hat eh schon ein goodie, jetzt bekommen wir was ... und irgendwann wird das spekulationsverbot vergessen und es kommt das selbe raus
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