Europas Leitbörsen schließen befestigt

18. Dezember 2012, 19:03
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Annäherungen im US-Haushaltsstreit

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Gestützt von Anzeichen einer Bewegung im Haushaltsstreit erhöhte sich der Euro-Stoxx-50 um 15,49 Einheiten oder 0,59 Prozent auf 2.643,50 Zähler.

Im erbittert geführten US-Haushaltsstreit nähern sich Demokraten und Republikaner überraschend schnell an. Dem Vernehmen nach ging Präsident Barack Obama am Montagabend auf seine Rivalen zu und ist bereit, die geplanten Steuererhöhungen für Reiche abzumildern. Börsianer in aller Welt reagierten begeistert, auch wenn die Positionen noch weit auseinanderliegen.

Am Nachmittag standen zudem aktuelle Immobilien-Daten aus den USA auf der Agenda. Die Erholung am US-Häusermarkt setzt sich fort. Der NAHB-Hausmarktindex kletterte im Dezember auf den höchsten Stand seit April 2006.

In einem europäischen Branchenvergleich zeigten sich Bank- und Rohstoffwerte unter den größten Gewinnern. UniCredit stiegen deutlich um 3,25 Prozent auf 3.686 Euro. Banco Santander notierten mit einem Plus von 2,20 Prozent auf 5,958 Euro. Das Institut hatte am Vortag angekündigt, seine Tochter Banesto komplett zu übernehmen und danach hunderte Filialen zu schließen. Analysten zufolge sei die Transaktion als finanziell attraktiv für die Aktionäre der spanischen Großbank zu bewerten. Deutsche Bank zählten mit einem Aufschlag von 2,18 Prozent auf 33,25 Euro ebenfalls zu den größeren Gewinnern innerhalb des Euro-Stoxx-50.

Ölwerte standen am Berichtstag unterdessen auf der Verkaufsliste. Total ermäßigten sich um 0,22 Prozent auf 39,055 Euro. Auch Telekomwerte zeigten sich weniger gut gesucht. France Telecom sanken um 1,04 Prozent auf 8,35 Euro. GDF Suez verloren 0,26 Prozent auf 15,29 Euro. Der französische Versorger hat einen großen Teil seines Geschäfts mit erneuerbarer Energie in Kanada verkauft, wie am Montag bekannt geworden war.

Darüber hinaus rückten Analystenkommentare die entsprechenden Titel in den Blickpunkt. In Paris verbilligten sich Renault um 1,93 Prozent auf 40,995 Euro. Bernstein hatte die Titel zuvor abgestuft und auf den schwachen Automarkt in Europa und die verlangsamten Geschäfte in profitablen Ländern wie Russland und Brasilien verwiesen.

In Amsterdam grenzten Heineken die Frühhandelsverluste etwas ein und zeigten sich mit einem Minus von 0,44 Prozent auf 49,04 Euro. Hier hatten die Analysten von Merrill Lynch eine Korrektur ihrer bisherigen Einschätzungen nach unten vorgenommen. (APA, 18.12.2012)

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