Apps für mehr Akku-Power: Nützlich oder Humbug?

26. Dezember 2012, 16:14
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Viele Apps versprechen längere Akku-Leistungen – was sie wirklich können

Die Akku-Laufzeit ist wohl eines der größten Ärgernisse eines Smartphone-Heavy-Users. Halten Android-Modell, iPhone und Co einen vollen Tag durch, ist das schon ein Glücksfall. Vor allem große Displays aber auch permanentes Abrufen von Informationen im Hintergrund lassen den Ladebalken schnell schrumpfen. In den App Stores werden diverse Tools zur Verbesserung der Akkuleistung angeboten. Aber helfen diese Apps wirklich?

Keine Stromspar-Apps für iOS

Vorweg sei gleich gesagt: Apps können die Akkulaufzeit des iPhones nicht durch technische Kniffe verbessern. Apples Richtlinien für iOS verbieten es, dass Apps in die Kernfunktionen eingreifen. Tatsächlich kann man mit einigen Apps aber doch etwas bewirken: der Nutzer lernt das Verhalten seines Smartphones besser kennen und weiß, welche Prozessor mehr Strom benötigen.

Kostenlose Info-Apps bevorzugt

Im App Store werden einige kostenpflichtige Tools angeboten, die eine Leistungssteigerung versprechen. Battery Doctor Pro etwa kostet 0,89 Euro und bietet Informationen zum Akkuverbrauch, etwa wie lange welche Funktionen genutzt wurden. Zudem erhält man Tipps, welche Funktionen man für längere Laufzeiten deaktivieren sollte. Die gleichen Infos gibt es aber auch kostenlos- etwa mit Battery Doctor Free oder Battery Boost Magic.

Detaillierte Informationen unter Android

Android-Nutzer benötigen grundsätzlich keine Drittanbieter-Apps, um genauere Informationen über den Akku-Verbrauch zu erhalten. Seit Android-Version 2.3 Gingerbread wird in den Einstellungen genau aufgelistet, welche Funktionen, Prozesse und Apps bei der aktuellen Nutzung am meisten Energie benötigen. Zusätzliche Hilfe kann man sich dennoch holen.

Stromspar-Modus

2X Battery - Battery Saver etwa bietet unter anderem eine Schätzung, wie viel Akkulaufzeit noch übrig ist. Die App informiert Nutzer, wenn Ressourcen-zehrende Funktionen wie GPS aktiviert sind. Die App ist kostenlos, ebenso wie Easy Battery Saver und Battery Watchdog. In den Apps können User zudem verschiedene Profile nutzen, wo je nach benötigter Laufzeit diverse Funktionen aktiviert bzw. deaktiviert werden. Damit kann durchaus Strom gespart werden. Einige Hersteller von Android-Smartphones haben eigene Stromspar-Funktionen in das System integriert.

Akku testen

Eine nützliche Anwendung, um zu testen, wie lange der Akku eines Android-Smartphones prinzipiell durchhält ist Battery Benchmark. Die App simuliert die durchschnittliche Nutzung des Geräts durch automatisches Ein- und Ausschalten von Monitor, Netzwerk usw. in festgesetzten Intervallen, solange bis der Akku vollkommen leer ist. Danach können Nutzer die Werte in der App abrufen. Die App empfiehlt sich etwa, wenn man Akku-Probleme vermutet. 

Generelle Tipps

Wer Probleme mit der Akku-Laufzeit hat, kann sich mit diesen Apps, die eine detaillierte Auflistung des Energieverbrauchs erstellen, Tipps holen wo die Ressourcen-Fresser sitzen. Unter iOS sind es beispielsweise oftmals Apps, die permanent auf die Standortdaten zugreifen, ohne dadurch einen wirklichen Zusatznutzen zu bieten. In den Einstellungen lässt sich festlegen, welche Anwendungen darauf zugreifen dürfen. 

Alle Smartphones bieten zudem heute schon die Möglichkeit, die Display-Helligkeit automatisch zu regulieren. Im Winter sollte man darauf achten, dass die Geräte nicht zu großer Kälte ausgesetzt sind. (br, derStandard.at, 26.12.2012)

  • Akku-Apps wie Battery Doctor bieten mehr Informationen zum Akkuverbrauch.
    screenshot: game lingo

    Akku-Apps wie Battery Doctor bieten mehr Informationen zum Akkuverbrauch.

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