Beinahe-Putsch in Ärztekammer führt zu Zickzackkurs

Andrea Heigl, 17. Dezember 2012, 19:17

Sie protestieren, sie protestieren nicht, sie protestieren doch: In der Ärztekammer geht es rund

Wien - Wo man in die Gesundheitspolitik auch hineinhörte am Montag: Es herrschte Ratlosigkeit über das Vorgehen der Ärztekammer. Diese kann sich offenbar nicht zu einer Linie zur Gesundheitsreform durchringen, die Bund, Länder und Sozialversicherungen am Dienstag vergangener Woche paktiert hatten.

Nach mehrtägiger Nachdenkpause erklärte Kammerpräsident Artur Wechselberger am Freitag, man werde der Politik einen "Vertrauensvorschuss" geben und von weiteren Protestmaßnahmen Abstand nehmen; am Sonntag dann der überraschende Kurswechsel: Nach "überheblichen" und "selbstgefälligen" Äußerungen von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) und dem Vorsitzenden des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, sah sich Wechselberger veranlasst klarzustellen, dass die Proteste nur ausgesetzt seien.

In den 48 Stunden, die zwischen diesen beiden Aussagen liegen, hat sich inhaltlich an dem Reformpapier, das am Mittwoch unterschrieben werden soll, nichts geändert. Dafür wurde kammerintern heftig herumgestritten. Vor allem der oberösterreichische Präsident Peter Niedermoser soll Druck auf Wechselberger gemacht haben, doch gegen die Reform zu protestieren, andere Landeskammern haben sich angeschlossen. Ein Insider formulierte es am Montag im Gespräch mit dem STANDARD so: "Wechselberger ist nur knapp einem Putsch entgangen."

Nichts geht mehr in OÖ

Und ausgerechnet in Oberösterreich, wo unter der Obmannschaft eines gewissen Alois Stöger Gebietskrankenkasse und Ärzten ein besonders gutes Gesprächsverhältnis nachgesagt wurde, dürfte mittlerweile gar nichts mehr gehen. Niedermoser und Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), einer der Chefverhandler der Gesundheitsreform, sollen sich völlig überworfen haben.

Eine Bruchlinie gibt es innerhalb der Kammer nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch zwischen Spitals- und niedergelassenen Ärzten. Ersteren wäre mit der Entlastung der Ambulanzen, die im Zuge der Reform geplant ist, enorm geholfen. Die Argumentation Wechselbergers bezieht sich aber vor allem auf den niedergelassenen Bereich, dessen Stärkung der Ärztekammerpräsident dezidiert festgeschrieben haben will.

Damit rennt er bei der Politik offene Türen ein: Genau dies sei vorgesehen, betont Stöger. Er reagierte - wie Hauptverbandschef Schelling - betont gelassen auf den ärztlichen Kurswechsel: Er gehe davon aus, dass sich die "vernünftigen Kräfte" in der Kammer durchsetzen würden, sagte Stöger am Montag. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 18.12.2012)

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Wenn sich ein LH Pühringer aufführt wie die Axt im Wald und Spitäler "z'sammscheißt" weil und obwohl sie genau das tun was seine eigene Agenda ihnen vorschreibt, dann sollte das unterkühlte Klima verständlich sein.

Dieser Artikel

beruht auf reinen Mutmaßungen. Er ist sachlich nicht zu begründen. Es kam zu keinerlei Zerwürfnissen zwischen niedergelassenen Ärzten und angestellten Ärzten. Was richtig ist, ist dass die Oberösterreicher eine besonders intensive Streiklinie wollen und das die Niederösterreicher in der österreichischen Kammer ein eigenes Süppchen kochen. Da gehts aber weniger um sachliche Differenzen als um Machtpolitik von Herrn Reisner. Die offizielle österreichische Kammer ist keinen Schlingerkurs gefahren. Es war immer die Aussage, Abwarten was in der 15 A Vereinbarung steht und dann die Reaktion beraten (in Protestbereitschaft). Frau Heigl schreibt ihren Artikel als politische Provokateurin.

es ist SEHR unangenehm,

zwangsmitglied bei diesem narrenverein sein zu müssen...

arrogante götter in weiss und ein schwachsinniges system, das immer tiefer in den gatsch fährt

>hin zu den niedergelassenen ärzten<
was für ein hyperschwachsinn !

kennen si eh alle nix aus, aber feste kassieren
und einen rumschicken hausarzt -> facharzt -> diagnostikzentrum -> facharzt -> und wieder hausarzt
und dann wissen wir noch immer nicht was es genau ist.
WIR PATIENTEN FORDERN:
KILOMETERGELD, PENDLERPAUSCHALE und KOMPETENTERE ÄRZTE !!!!!

.........langsam verstehe ich pol pot.........

Bei Pol Pot würdest jetzt nicht posten sondern schaufeln.Oder töten.
Killing Fields...

des weiteren fordern wir

KOMPETENTERE PHILOSOPHEN
denn der Sinn des Lebens ist nach wie vor ungeklärt,
KOMPETENTERE KRONELESER und
KOMPETENTERE STANDARDLESER
die sich oft nicht sonderlich unterscheiden!

Sie sind nicht ein Fall für das BVT sondern auch für die Psychatrie!

Sie Klammheimlicher!

Man kann bezüglich der Gesundheitsreform unterschiedlicher Auffassung sein.
Aber wenn Sie für die Vorgangsweise eines der bösartigsten Maoisten (Pol Pot), der Millionen Menschen umbringen ließ, Hundettausende wurden mit Schaufeln und Spaten erschlagen, Verständnis auch nur andeuten, deklarieren Sie sich als feind unserer Verfassung und sind ein Fall für die das BVT.

Möchtegern-Politiker im weissen Kittel.

Die sonoren Herren der Ärztekammer sind von den tatsächlich arbeitenden Ärzte ungefähr so weit weg wie die Moskauer Zentralregierung von den Menschen in Wladiwostok.

wer hat sie dort hin gewählt?

Was soll man wählen, wenn es keine bessere Alternative gibt?

ja das is blöd

wenn

mann sieht, was aus der medizin finanziell herausgeholt wird und welche reichtümer daraus geschaffen wurden, dann kann an der medizin etwas nicht stimmen

Ja schon

darunter sind sicher ein paar Wahlärzte, und ein paar Primarii. Der Verdienst sehr vieler Ärzte, zb. Turnusärzte, sit allerdngs der reinste Hohn

für mein empfinden bzw. aufgrund meiner bezahlung in den ersten berufsjahren ist die entlohnung bei turnusärzten nicht schlecht. wirklich nicht.

geringerer stundensatz als eine putzfrau ist also nicht schlecht?

das monatliche einkommen am anfang ist nur gut wenn man die gearbeiteten stunden (so um die 70-80 pro woche) nicht betrachtet.

dann bekomen sie ja die überstunden immerhin bezahlt.

davon ist nicht die rede.

kommt aufs spital drauf an, aber wenns blöd hergeht dann dürfen sie die überstunden netmal schreiben und zeitausgleich nehmen. arbeiten müssen sie sie trotzdem.

Gebe Ihnen recht! Sicher arbeiten Turnusärzte viel - andere Bürokräfte mit einem akademischen Abschluss auch. Netto nehmen die Ärzte einiges mehr mit. Allerdigns bin ich der Überzeugung, dass es nicht weniger sein sollte, da ich den Ärzten ja mein Leben anvertraue und gute Bezahlung durchaus ein Motivationsfaktor ist...

dann wirkt die gute bezahlung wohl nicht immer als motivationsfaktor...
die bezahlung ans patientenwohl zu koppeln find ich eher ungünstig. das wirft schon einige ethische fragen auf. umgekehrt, wenn ein fehler passiert, oder der arzt zu wenig motiviert war, was hat der geschädigte patient vom hohen einkommen? in der praxis sicher keinen rechtsanspruch.

Es ist eben nur EIN Motivationsfaktor. Allerdings gebe ich Ihnen recht, bei Fehlern, sollte der Patient was davon haben...

die frage ist aber immer: verglichen womit??

der verdienst sehr vieler ärzte ist der reinste hohn...verglichen womit?

wenn ich an meinen karrierebeginn denke: frisch von der WU, 26 jahre alt, beginn bei einem big4, massig überstunden, nix zu sagen gehabt, der unterste in der pyramide, sehr viele reisen, sehr viele hotels gesehen, aber willen und interesse gahebt und vor allem sehr viel gelernt: 2000 euro brutto (2004); für mich eine investition in meine zukunft!

und wie stehen da jetzt ihre turnusärzte im verhältniss dazu, deren bezahlung angeblich der reinste hohn ist?

turnus im privatspital - teilweise über 100 (!) wochenstunden, in der hierarchie unter schwestern und sogar unter pflegehelfern (wenn man aufmückt bekommt man im nachtdienst die rechnung präsentiert), spritzenschani und infusionsflaschenexperte - auf 2000 brutto bin ich damals nicht gekommen, war froh das ich eine turnusstelle hatte....

wenn

test

Meine damen u. herren ärztekämmererInnen u. politikerInnen!

Stärkt endlich dezidiert die PatientInnen - damit uns alle!

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