Gesundheitsreform: Medizinische Egomanen

Kommentar | Andrea Heigl, 17. Dezember 2012, 18:14

Die Funktionäre der Ärztekammer machen derzeit alle Fehler, die man in der politischen Kommunikation machen kann

Sie protestieren. Sie protestieren nicht. Sie protestieren doch. Vielleicht. Wahrscheinlich. Wer weiß das schon so genau. Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Die Funktionäre der Ärztekammer machen derzeit alle Fehler, die man in der politischen Kommunikation machen kann. Keine stringente Linie, verwaschene Argumentation, heute hü, morgen hott.

Inhaltlicher Kern der Diskussion ist, welchen Stellenwert die niedergelassenen Ärzte künftig im Gesundheitssystem haben sollen. Die Politik sagt: einen hohen. Die Ärztevertreter sagen: einen hohen. Die Differenzen sind semantischer Natur, sie sind für den durchschnittlichen Patienten praktisch nicht zu durchschauen. Übrig bleibt das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmt.

In Bezug auf die Gesundheitsreform ist das gefährlich, weil es Verunsicherung schafft. In Bezug auf die Ärztekammer ist das pure Untertreibung. Die Standesvertretung ist komplett zerrüttet, Präsident Artur Wechselberger ein Getriebener seiner Länderkammern und Kurien. Dass er am Sonntag eine Kehrtwende vollzog, nachdem er die Gesundheitsreform am Freitag ganz okay fand, dürfte ihm sein Amt gerettet haben. Was die medizinischen Egomanen über ihren Querelen vergessen: Sie geben der Politik alle Argumente, um sie künftig zu ignorieren. Und wären die Ärzte nicht zur Pflichtmitgliedschaft verdonnert - der Kammer würden wohl bald auch die Beitragszahler davonlaufen. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 18.12.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Eine Schande

dass im Jahr 2012 der elektronische Gesundheitsakt erst kommen muss. Sinn würde das schon seit langem machen aber ich kann mir schon vorstellen warum die Ärzte ihre Zettelwirtschaft weiter wollen.

Einen Papierakt kann man nachträglich umschreiben wenn man einen Fehler gemacht hat. Passiert auch sejr regelmässig. Ist zwar schwer illegal aber das stört unsere Weisskittel gar nicht wenn sie sich damit lästige Klagen vom Hals halten können. Wo kämen wir den hin wenn Ärzte für ihre Fehler gerade zu stehen hätten?

Beim elektronischen Akt geht das nicht mehr weil alles mit einem Timestamp auf einem Zentralserver liegt. Was drin ist, ist drin. Nix mehr umschreiben später und nur deswegen freu ich mich über ELGA.

Jetzt einmal ganz nüchtern.

Das Institut für Krebsforschung der Uni Wien ersucht um Spenden für eine Anwendungsstudie für eine praxisreife gezielte Brustkrebs-Therapie, die nicht umgesetzt werden kann. Der Grund: es fehlt das Geld. Da fragt man sich schon: sind Mittel für ein so bahnbrechendes Verfahren in der Gesundheitsreform vorgesehen? Schnorrt man hier zu Unrecht, weil man das Geld ohnedies bekommen wird? Oder hat die Ärztekammer Recht, wenn sie behauptet, die Gesundheitsreform werde auf dem Rücken der Ärzte und Patienten ausgetragen?
Was von beiden stimmt?

Äh einen hohen Stellenwert

hatten auch die Sklaven in Rom. Sie waren oft gebilderter als die Herren - und wurden gut behandelt. Nur Freiheit und Eigentum hattens halt nicht

Cui bono?

Ärztebashing ist das Hobby von Fr. Heigl, die Frage Cui bono? (lateinisch für Wem zum Vorteil?) sei erlaubt.

Ganz generell: Die Frage "Cui bono?" sei hiemit allgemein und für immer und allenfalls erlaubt (, um nicht zu sagen gnädig gestattet).
;)

Wieso werden die Zahnärzte völlig ausgeklammert?

Die haben eine eigene Kammer.

Aus der Gesundheitsreform, klarerweise.

OTS-Meldungen lesen ist schon schwer, gell, Frau Heigl? In der OTS von Sonntag steht, dass die Kammer schon am Freitag gesagt hat: Wenn ihr unsere Forderungen erfüllt, blasen wir die Proteste ab, sonst geht's weiter. Bitte:
http://www.ots.at/presseaus... abgeblasen
Absatz zwei, die letzten paar Zeilen. Ist doch eine klare Ansage; daraus jetzt einen Zickzack-Kurs zu konstruieren, weil's halt in die Polemik passt, finde ich einfach unseriös. Aber gut, ich frag mich sowieso schon die längste Zeit, warum sich jemand, der derart tendenziöse Artikel verfasst - noch dazu in einer angeblichen Qualitätszeitung -, überhaupt Journalistin nennen darf. Wäre mir an ihrer Stelle peinlich.

irgendwann

Frau Heigl sollten Sie ihre Verbindungen in die Politik offenlegen.
Was bitte hat ihre Polemik mit Information zu tun?

Die Ärzteschaft ist zerstritten, aber immer noch sehr mächtig

Die Gesundheitsreform inklusive ELGA hat nur einen positiven Aspekt - der ist allerdings erheblich - die Übericht über Menge und Dauer der Verschreibungen.
Das einzige, das reformiert gehört - und das wissen viele Ärzte selber - sind die Rezepte.
Wir wissen, dass zuviel und auch zu lange verschrieben wird.
Alles andere an der Reform ist sinnlos und vergeudend.

Als Patient und Individuum, als Mensch, ist man Pro Choice: dafür, dass man eine Wahl hat zwischen deutlich von einander unterscheidbaren Möglichkeiten (hier: verschiedenen Behandlungsmethoden und ob und wann eine "Kur" stattfindet.)

Alles andere ist ein Schuß ins eigene Knie.

"Wir wissen, dass zuviel und zu lange verschrieben wird." - Na wenn Sie das eh wissen, dann brauchen 'Sie' die ELGA doch gar nicht. Wir wissen. Na, was Sie alles wissen.

Wieso "wir"? Wer sind Sie denn? Ich finde dieses aufgeplusterte und vage Gerede schwer erträglich. Zuviel an was? Antibiotika? Psychopharmaka? Schulmedizin?

Sind 'SIE' die Krankenkassen-Zentrale? Dann geht's immer nur ums Geld, kaum um Patientenrechte. Oder sind 'SIE' die FPÖ? (die sind im "Wissen" ja besonders entwicklungsgestört, schwächer als die ÖVP, und das will was heißen. Wann gibt es eigentlich endlich Bildungs- und Psychotests für Politiker?)

Es ist eher das, was Sie nicht wissen, von Belang.
Speziell in der Psyche.

Ich glaube, das Thema könnte ein bisschen weniger Unsachlichkeit vertragen.

Da können's bei der Heigl lang warten, die schießt seit Monaten aus allen Rohren auf die Ärzteschaft - warum auch immer.

das hätten sie wohl gerne, frau heigl und ihre auftragsgeber.

und wieder die immer dümmlicher werdendere polemik. auf den nachrichtenseiten tendenzöse artikel, auf den meinunsgseiten von der selben redakteurin offene demagogie gegen die ärzte. alles im auftrag von geldgebern aus dem bereich der gesundheitsprivatisierer.

eher als unserer einzigen interessensverretung die beitragszahler davonlaufen, laufen dem standard die zahlenden abonnenten davon. alle ärzte zum beispiel.
und ohne abonnenten keine ausreichenden werbeeeinnahmen. ein kurzsichtiger schuss ins knie, herr bronner, sich von der kapitalwirtschaft aus der wko vor den karren spannen zu lassen.

Und 'alle Ärzte',

wohin laufen die denn? In den Wald? Wo sie beim Lagerfeuern und schön Singen wieder zu sich finden werden?

@The doctor formerly known as hot (black and blue rather, was man eher von der eigenen Herzens-KÄLTE wird, aber bitte) sollte sich wirklich überlegen, warum es sich in mehreren Postings gegen Kindesmißbrauch ergießt, was ja sehr lieb ist considering your profession, um gleich im nächsten Chronikkommentar einen gewalttätig Gewordenen (Ausländer aus dem Osten) als "Verloren, weil verkommen" (jedenfalls mit Termini die diesen ähneln)

aufzugeben!

Warum? Wohl, weil psychische Störungen "den Menschen niederer Rasse" nicht betreffen; sondern nur beim Arier vorkommen, der besonders sensibel auf Kindesmißbrauch, Krieg usw. reagiert.

passen sie auf, niemand schiebt gerade mir rassistische gesinnung in die schuhe!

wenn ich resigniert der meinung bin, dass es menschen gibt, die mangels mobilisierbarer sozialer grundkompetenzen für eine gemeinschaft verloren und gefährlich sind, dann ist das völlig unabhängig von deren sozialer oder ethnischer herkunft. sie werden es gefälligst unterlassen, mir braune tendenzen vorzuwerfen. wenn sie mit meinen postings und mit ihrer eigenen innerpsychischen befindlichkeit nicht zurecht kommen, dann kaufen sie sich lieber einen punchingball.

Im Übrigen

frage ich mich, wie Sie dazukommen, besonders als Arzt/Ärztin, den Kindesmißbrauch anzuklagen, andererseits aber erwachsenen eventuell davon Betroffenen, also Opfern (auf Kindesmißbrauch hin, der auch seelische Zerstörung ist am Kind, gibt es die Reaktion psychischer Störungen/Persönlichkeits-, wissen Sie das nicht?) beim einem gewalttätigen Fehltritt jeden Therapiebedarf zu verweigern; abzustempeln, der sei quasi ein Monster und für die Gemeinschaft verloren
- aber als Kind hätte er Ihnen leid getan?

Meine 'innerpsychische Befindlichkeit' schlägt sich forenöffentlich und hoffentlich zumeist ohne jegliche Verwaschenheit in tausenden Postings nieder. Ich bin seit Jahren forenerfahren und kann klar erkennen, was teils seit Jahren hier geschieht*)

Wenn jene (Herkunft egal) "für die "Gemeinschaft" (sic!) verloren (sic!) und gefährlich sind: was schlagen Sie dann vor, was man mit ihnen macht? Bitte um ausführliche Antwort.

Weiters war Ihre Bestimmtheit im Urteil bzw. in der Vorverurteilung angesichts der eher mangelhaften Information eines nur skizzierenden, eher kurzen Chronikartikels wirklich verwunderlich.

Der beschriebene Vorfall war nicht das 1. solche Ereignis. Ich würde daher, da die Gesellschaft, in der man sich oft als Poster im Forum befindet, nicht gerade die allerbeste, sondern die erstbeste ist, weil sich hier jede/r Braune (jeder sozialen Schicht) fast ungestört tümmeln kann plus Kollegen, zu unmißverständlichen und bedeutend weniger drastischen Formulierungen raten.

Glauben's mir - man muss kein Arzt sein, um sich über diese tendenziöse "Berichterstattung" zu ärgern. Kritik ist gut und wichtig, ich glaub, darüber brauchen wir gar nicht lange zu diskutieren, aber was die Heigl macht, ist pure Polemik, Blattlinie hin oder her. Ich hab jahrelang für eine konservative Zeitung geschrieben (ursprünglich VP-Parteizeitung). Selbst die war trotz konservativ-bürgerlicher Blattlinie objektiver als alles, was die Heigl fabriziert.

lieber hot doc,
warum haben sie ihren gut eingeführten Namen aufgegeben?

weil man meinen nick gesp€rrt hat.

offensichtlich habe ich zu viele wahrheiten verbreitet, die den sponsoren des rosa pseudointellektuellenblatt!s sauer aufstossen, und man hat meinen nick abgedreht. mit dem jetzigen komm ich auch nur über einen programmierfehler durch, der wäre auch gesp€rrt.

was lernen sie daraus? sie müssen unsereins nicht lieben, aber vielleicht habe ich in der beleuchtung der hintergründe, wie verschiedene interessensgruppen aus krankheit ein megageschäft machen wollen, den richtigen nerv getroffen.

Nick gesperrt!

klingt diktatorisch, könnte man Fr. Heigl auch sperren lassen? Weiß jemand wie das geht?

Das Profil ist aber noch aufrufbar.

Vielleicht versteht Frau Heigl die Ärzte einfach nicht.

Mit geht's ja genaus so. Warum wollen die ELGA einfach nicht? Die Idee klingt gut, Schwachstellen kann man ja ausmerzen, wenn man daran mitarbeitet.
Bei der jetzigen Gesundheitsreform geht es um die Sicherung der Finanzierung. Keiner redet von Kürzungen oder Privatisierungen.
Den Ärzten wird es wie den Lehrern gehen: Zuerst sagten die auch immer nein zu allen Reformen, jetzt sind sie unten durch und Schuld an der Bildungsmisere. Wollt Ihr das wirklich?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.