Grüne und Volksbefragung: Heer als Auslaufmodell

Kommentar |

Man muss sich an eine alte grüne Forderung erinnern, wenn man die neue grüne Empfehlung hört

So, wie das Bundesheer derzeit aufgestellt ist, kann es nicht weitergehen - das sagen nicht nur die Befürworter des Berufsheeres; auch ein Wehrpflichtigenheer kann nicht bleiben, wie es derzeit ist. Was in der Diskussion verschwiegen wird: Es gibt noch eine dritte Option, nämlich die Abschaffung des Bundesheeres.

Jahrelang hatten die grün-alternativen Bewegungen genau das gefordert. Wirklich populär oder gar mehrheitsfähig war diese Forderung nie. Man muss sich aber daran erinnern, wenn die Grünen nun empfehlen "gegen die Wehrpflicht" zu stimmen - und damit quasi in Kauf zu nehmen, dass statt eines Wehrpflichtigenheeres ein Berufsheer kommt. Seriöse Befürworter eines Berufsheeres - wie etwa Hannes Androsch - sehen künftige militärische Aufgaben vor allem in der Sicherung von Frieden und Lebensgrundlagen und sagen das auch: Berufssoldaten sollen etwa in Krisenfällen die Routen der Energie- und Rohstoffversorgung der EU freikämpfen. Das würde im Ernstfall Blut kosten - und in der Vorbereitung Geld. Sehr viel Geld. Davon wollen andere Berufsheeranhänger aber nichts wissen.

Ihr Votum gegen die Wehrpflicht ist eben kein Votum für ein starkes Heer - sondern eines für ein Heer, das man langsam, aber sicher finanziell aushungern und absterben lassen kann. Das Heer, ein Auslaufmodell - das hat sich Peter Pilz vor 20 Jahren gewünscht. Mit einem halbherzig umgesetzten Berufsheer könnte er genau das bekommen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 18.12.2012)

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Erinnern

Seidl ruft auf, sich zu erinnern! Das macht mich lachen. Woran man sich da alles erinnern kann, wenn man an die Regierungsparteien und ihre Haltungen zum Heer denkt. Wünsche Seidl, dass er sein Erinnern gesamthaft sehen möge. Die Übertragung der Flugraumüberwachung an Nachbarländer läßt die Abschaffung der eigenen Flugzeuge geboten erscheinen.

ich fine die utopie ein land ohne heer zu haben schon gut

aber das ist nicht wirklich so umsetzbar fürchte ich - nicht heute und nicht morgen und auch nicht übermorgen.

bis dahin bin ich gegen das professionelle morden in armen rohstofreichen ländern im auftrag der österreihcischen industrie. das ist die ehrlich vision eines berufsheers - so wie es androch auch sagt.

Die Industriellenvereinigung will aber die Wehrpflicht, mit der wir ja schon in Afrika gemordet haben.

Länder ohne Heer gibt es ein paar. Es gibt prinzipiell kein Argument, warum wir das nicht auch können sollten. Es ist aber auch logisch argumentierbar, wenn man sich an einer europäischen Verteidigung auch militärisch beteiligt.

Was das Wesentliche ist ............

.......... aber leider nicht gefragt wird:

Wofür benötigt unser schönes Europa überhaupt 27 Armeen samt der zugehörigen Verwaltungsapparate.
Ein europäisches Heer spart mindestens die Hälfte der Personalkosten und auch die Hälfte aller Waffen könnte eingestampft werden.
Als Nettozahler muß ich mein Unbehagen darüber zum Ausdruck bringen, daß nicht nur den jungen Männern ein Teil ihrer Lebenszeit gestohlen wird, sondern auch Unsummen für etwas ausgegeben wird, das niemand benötigt:

http://www.einwunsch.at/

klar

es muss Ihnen aber klar sein, dass Österreich mit dem Vorschlag dann auch die Neutralität in den Kübel kippt.
Außerdem läge es dann nicht mehr voll im Entscheidungsrahmen der österr. Politik, wie-wann-wo diese Soldaten eingesetzt werden.

Es liegt auch nicht im Entscheidungsrahmen .......

............ der öst. Politik, wie-wann-wo etwa die Mitarbeiter der Fa. Magna eingesetzt werden.

Who cares?

ist schon gemütlicher wenn jemand für einen in afrika mordet

so ein eropäisches berufsheer - ach das wär schon was!

"Ihr Votum gegen die Wehrpflicht ist eben kein Votum für ein starkes Heer - sondern eines für ein Heer, das man langsam, aber sicher finanziell aushungern und absterben lassen kann."

Klingt gut. Und ich erwarte auch nichts anderes.

"Seriöse Befürworter eines Berufsheeres - wie etwa Hannes Androsch"
i lol'ed

Abschaffung der Neutralität !!!

Wenn wir endlich mit der NATO die Rohstoffe im Ausland verteidigen dürfen, ist die Abschaffung der Neutralität nicht mehr weit - was die Söldner Heer Befürworter auch wollen!

Warum Androsch jetzt auch noch seriös sein soll, erscheint mir eigenartig - oder ist der Wahlonkel für die Steuerklärung schon rechtens???

Bruno Kreisky wusste schon, warum er den CONSULTATIO Hannes aus der Politik entfernte!!!

Genau das habe ich schon mehrfach gepostet.

Darabos und Konsorten wollen in Wahrheit kein Berufsheer. Das ist nur die Taktik hinter der größeren Strategie: Der Abschaffung des Bundesheeres. Wir werden es erleben, dass in wenigen Jahren nach Umstieg auf ein Berufsheer, die Parole ausgegeben wird: Also mit dem Geld kann man als Neutraler keine Berufsheer, das irgendeinen Nutzen hat, betreiben.

Die Grünen sind wenigstens ehrlich. Da kann man wenigstens anderer Meinung sein, aber das ist demokratisch ok und erfrischend. Die Taktik der SPÖ, das ist Niedertracht.

wenn ich aufgrund der exorbitanten Kompentenz der Politiker nicht ahnen würde dass die Umstellung auf Berufsheer nicht im totalen Chaos endet, inkl. einer milliardenschwerer Kostenexplosion wäre ich wohl dafür. das ganze Prozedere wird dann (schlecht) vertuscht der Wähler (wie immer) für einen Trottel verkauft. eigentlich bin ich fast sicher das passiert. so fällt der alte Milizpanzer wie ein rostiger T34 langsam auseinander bis sich niemand mehr erinnern kann für welchen Zweck das eigentlich war. genauso schlecht nur billiger.

Gute Idee, jetzt wo wir all die arabischen Krisenherde vor der Türe haben.

Ja ...

... direkt vor der Tür. Haben Sie gehört, dass die Türken jetzt auch die Schlacht bei Mohacs gewonnen haben? Bald werden sie vor Wien stehen ... Und auch Rommel wird immer weiter zurückgeworfen.
In welcher Welt leben Sie eigentlich?!

Geschichte

ist nichts einmaliges, Geschichte wiederholt sich.
Und selbst wenn keine Armeen vor der Tür stehen wie in den 90igern im Süden Österreichs bedarf es nur terroristischer Akte auf neuralgische Punkte wie Umspannwerke, Verkehrsknotenpunkte,...
Ob dafür ein Berufsherr oder eine REFORMIERTE allgemeine Wehrpflicht besser sind sollen FACHLEUTE, keine Politiker, entscheiden.

ich weiß nicht, ich verstehe diesen kommentar seidls nicht wirklich. was will er?

Ganz einfach!

Seidl meint: Würde die wehrpflicht abgeschafft und
ein Freiwilligenheer kommen, Darabos weiterwerkeln, keine zuätzlichen Budgetmitteln bereitgestellt
werden, dann käme das weitgehend einer Abschaff-ung des BH gleich.

Das Heer - ein Auslaufmodell.

Manchmal findet auch ein blindes Huhn ein Korn.

Klar und die Sicherstellung der äußeren Souveränität geschieht dann wie? Die Landesverteidgung dem Feind überlassen? Der nächste Angreifer wird es den Grünen danken.

An welchen nächsten Feind hatten Sie da gedacht?

Könnte es sein, dass Sie bei 'Mars Attacks' was falsch verstanden haben? Oder war es der Angriff der Killertomaten?

Wer auf den Frieden setzt wird im Fall des Falles schon blöd schauen, jedes andere Land ist ein Feind auch wenn ein Frieden bis jetzt ertragreicher und besser ist als Krieg.

Ich entscheide lieber selbst ..................

.......... wer meine Freunde oder Feinde sind. Und wenn der Krieg zu mir kommt, dann weiß ich, daß es Zeit ist, die Koffer zu packen.
Wenn er vorüber ist, kann ich ja wieder kommen und meine Hände in Unschuld waschen, denn ich war ja nicht dabei.

Wo wollen Sie bei einen Weltkrieg hin?

Es gab auch im WK II ..............

............ genügend Plätze, wo man vom Krieg nicht viel spürte, so. z.B. das gesamte Festland der USA, der gesamte australische Kontinent oder auch zahlreiche Inseln, die wegen ihrer Abseitslage nicht umkämpft waren, wie auch zahlreiche unbeteiligte Staaten.
Und wenn es zu einem atomaren Weltkrieg kommt, dann ist es wohl ziemlich einerlei, wo man ist und ob diverse Zwergstaaten eine bewaffnete Streitmacht unterhalten oder nicht.

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