Wahl in Südkorea: Harter Zweikampf zwischen Gelb und Rot

Christoph Prantner
17. Dezember 2012, 17:58
  • Bunte Kundgebungen in Seoul: Die Anhänger der gelben DUP sehen sich als 
bereits als Sieger, ...
    foto: reuters/cho

    Bunte Kundgebungen in Seoul: Die Anhänger der gelben DUP sehen sich als bereits als Sieger, ...

  • ... ebenso die roten Saenuri-Parteigänger.
    foto: reuters/lee

    ... ebenso die roten Saenuri-Parteigänger.

Park Geun-hye und Moon Jae-in wollen das Land in eine neue Ära führen

Es klingt wie bei einer Farbberatung: "Wir haben das Rot aus unserer Nationalflagge genommen. Es trifft auch den Geschmack der Jungen, wie man zuletzt bei den Roten Teufeln gesehen hat", sagt Cho Dong-won, der Marketingdirektor der Saenuri-Partei, mit einem Verweis auf das südkoreanische Fußball-Nationalteam. Weil Park Geun-hye, die etwas unterkühlte Spitzenkandidatin der Saenuri, auf schlechte Werte bei den Jungwählern kam, hatte die jahrzehntelange Parteifarbe Blau in diesem Frühjahr ausgedient. "Wir verwenden einen Mix aus Grün und Gelb. Grün wird mit Efeu assoziiert, dessen Blatt sich mit tausenden anderen Blättern vereint, um Mauern zu überwinden", entgegnet Ahn Joon-seong von der Democratic United Party (DUP) in der Korea Times.

Park und ihr Gegner Moon Jae-in von der DUP wollen beide über eine Mauer kommen - jene zum "Blauen Haus", dem Präsidentenpalast in Seoul. Gewählt wird diesen Mittwoch. Und nach jüngsten Umfragen ist das Rennen ausgesprochen knapp: Der Demoskopin Kim Ji-yeon vom Asan-Institut in Seoul zufolge kommen beide Kandidaten in Umfragen auf rund 50 Prozent der Stimmen, der Abstand zwischen beiden bewege sich "innerhalb der Fehlertoleranz von drei Prozent". Der Wahlausgang sei unvorhersagbar, und beide Parteien rückten zusehends in die Mitte des Politspektrums.

Hohe Beteiligung erwartet

Laut der Tageszeitung Chosun Ilbo wollen knapp 85 Prozent der Wahlberechtigten "mit Sicherheit" zur Wahl gehen. Ist die Wahlbeteiligung tatsächlich so hoch, dürfte es tendenziell eher der DUP helfen. "Moon kann Park überflügeln, wenn er es schafft, 60 Prozent der jungen Wähler auch tatsächlich zu den Urnen zu bringen", erklärt Bae Jong-chan vom Umfrageinstitut Research and Research - das Rot der politischen Gegner hin oder her.

Inhaltlich wurde der Wahlkampf zuletzt vor allem durch den nordkoreanischen Raketentest überschattet. Dort gibt es - neben der Wirtschafts- und Sozialpolitik - am ehesten Differenzen zwischen Park und Moon (Porträts siehe unten). Beide Politiker setzen sich im Gegensatz zum unbeliebten Amtsinhaber Lee Myung-bak zwar für eine Annäherungspolitik gegenüber Pjöngjang ein, aber mit anderen Akzenten. Der DUP-Kandidat Moon tritt für einen Zusammenarbeit mit den Nordkoreanern ohne Gegenleistungen Pjöngjangs ein, Saenuri-Kandidatin Park dagegen will für humanitäres, wirtschaftliches und diplomatisches Entgegenkommen auch entsprechende Schritte der Kim-Diktatur sehen. Sollte sie gewinnen, erwarten Experten noch engere Beziehungen zu den USA.

Die Frage allerdings bleibt, was alle Versuche einer "Sonnenschein-Politik" mit dem Norden gebracht haben. Der vor einem Jahr verstorbene Diktator Kim Jong-il hat in den 17 Jahren seiner Herrschaft Hilfeleistungen von insgesamt 450 Mio. Dollar aus dem Süden angenommen. Das Ergebnis war, dass Pjöngjang unter anderem mit diesen Einnahmen sein Nuklearwaffen- und Raketenprogramm vorangetrieben hat.

Die Macht der Konzerne

Was die Wirtschafts- und Sozialpolitik betrifft, treten beide Kandidaten für eine vermehrte Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten an Wachstum und Wohlstand des 50-Millionen-Landes ein. "Demokratisierung der Wirtschaft ist eine nette Phrase, aber was bedeutet das in der Praxis? Park kann womöglich kleine Änderungen wie die Reduzierung von Studiengebühren oder die Einführung einer Mütterkarenz durchsetzen, aber sicher nicht die zentrale Rolle von großen Konglomeraten in der koreanischen Wirtschaft verändern", erklärt David Chang von der University of Southern California.

Eine letzte Unwägbarkeit bei der Wahl sind die Anhänger Ahn Cheol-soos. Vor wenigen Wochen nahm er sich als dritter, unabhängiger Kandidat, der die Sehnsucht vieler Südkoreaner nach einer anderen Politik aufnahm, aus dem Rennen. Der Unternehmer empfahl seinen Leuten, Moon zu wählen. Ob sich die daran halten, muss man erst sehen. (Christoph Prantner, DER STANDARD, 18.12.2012)

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"Konkrete Unterschiede zwischen ihren Programmen sind allerdings schwer auszumachen."

Es lebe die Scheindemokratie!

Südkorea ist ein Wunder. Ein kleines Land mit einer riesigen Wirtschaft.
Ich ziehe meinen Hut vor Südkorea.

Klein ist in dem Fall aber relativ. Mit 50 Millionen Einwohnern ist es in Asien vielleicht relativ klein, in Europa währe es aber ein großes Land!

...mit einer riesigen Wirtschaft...,

aber ohne Mütterkarenz. Ja, da lacht das Herz jedes Konzernchefs!

GANGNAM STYLE!

musste einfach sein.

Perfekt organisiertes

Teile und Herrsche, schöner geht es nicht mehr.

2 Farben die gegeneinander "kämpfen"

Zwei drei Manipulationen und da geht die Post ab.

So soll es sein! So haben es die Mächtigen (nicht zu verwechseln mit den Gewählten) aber gern!

ach,

was ist es da in Nordkorea schöner....

Südkorea ist eine politische, ökonomische und menschenrechtliche Erfolgsstory. Wenn sie ihr Orwellsches Schreckgespenst suchen, fangen sie doch nördlich der DMZ damit an.

wenn man wegschaut ja

Wenn Politik auf gelb vs rot reduziert wird kann man nicht von einer politischen Erfolgsstory sprechen.
Abgesehen davon, dass die Erfassung eines Landes in Begriffen wie Erfolgsstory jede weitere Diskussion erübrigt.

was für eine leidige Analyse. Mehr systematische Analyse abseits der Farbenpracht wäre nett gewesen. Wer steht genau für was? Wer ist bisher wie stark und hat welche Chancen usw...

dann muss ich aber nicht mehr Zeitung lesen, wenn ich erst recht selber googlen muss...

egal was optimus prime (siehe erstes bild) wählt rot, also muss das gut sein :D

*zweites Bild

Hm... südkorea

wird japan auf kurz oder lang den #1 weird platz abnehmen.
Der Typ mit der Transformersmaske rechts unten... wie geil is des bitte.

Ganz klares nein. Südkorea ist vor allem stylish. Einfach mal auf yesstyle.com umsehen. Dieses Zeug steht vielen Koreanern, haben ja auch viele eine ähnliche Figur. Trashig ist das nicht. Und auch in business Klamotten sehen die immer gut aus. Dass da zufällig einer mit ner Robomaske rumsteht, ist halt Zufall. Gibts überall, in den USA wohl viel öfter als in Südkorea. Dagegen gibt es mittlerweile in China viel mehr Krimskrams (wird ja auch da hergestellt) und das sieht dann seltsam aus. Die Chinesische Kultur ist ja historisch schon viel bunter.

Im Gegensatz zu Japan hat Südkorea den Klotz namens Nordkorea am Bein hängen, der genau dann schlagen wird, wenn es zur Wiedervereinigung zwischen N- und S-Korea kommt

Und die Vereingung der beiden Koreas kommt mit Sicherheit.

Ähnlich vergleichbar wie mit der Wiedervereinigung Deutschlands, nur um einige Größenordnungen schlimmer: Von Trauhand bis zum Solidarbeitrag, von dann hoher Arbeitslosigkeit in N-Korea (dzt. ist die Arbeitslosenrate in N-Korea 0) über Währungsreformen, bis hin zu hinterlistigen Geschäftsleuten aus S-Korea die N-Koreaner reihenweise übers Ohr hauen werden.

All das wird das vereinte Korea und im Vergleich zu Japan, was ohne dieser Wiedervereinigungsbürde auskommt, was kosten.

Ich denke da irren Sie sich.
Nur die aeltere Generation (ueber 60) wuenscht sich eine Wiedervereinigung. Die Jungen wollen davon nichts wissen(weder im Norden noch im Sueden).

Glaube nicht, dass da in den naechsten 10 Jahren etwas passiert und danach sind die Befuerworter ausgestorben.

das ist leider ein schöner blödsinn

oder mit welcher Sicherheit können Sie so eine Behauptung in den Raum stellen? Haben Sie dort gelebt? Gearbeitet? Auch nur irgendwie mit dem Thema Wiedervereinigung und Menschenrechte in Nordkorea beschäftigt?
Sieht nämlich nicht so aus.

Ein sehr guter Freund von mir ist Suedkoreaner.
Wie ist Ihr Zugang zu dem Thema?

Ich habe in Seoul gearbeitet, gelebt, und in diesem Feld gearbeitet.

Wenigstens das Heiratsmaterial werden ihnen die Westeuropäer mit Freude abnehmen.

Südkoreanerinnen find ich ziemlich... seltsam. Hübsch, aber extrem viele von denen sind sozial gesehen unter aller Sau, zumindest jene die ich in Österreich kennenlernen durfte.

brauchen die S-Koreaner selber - jetzt importieren sie Frauen aus Thailand, Russland, Philippinen.

Arbeitslosenrate null?! Die Stellenlosigkeitsrate ist null. Die Arbeitslosenrate hingegen mindestens 90%.

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