Mario Monti wird von allen Seiten umworben

17. Dezember 2012, 17:37

In Italien bringen sich die Parteien - und mit ihnen ihre illustren Chefs - in Position, um bei den Wahlen Ende Februar die Mehrheit zu bekommen

Sogar Ferrari-Chef Luca di Montezemolo will nun persönlich mitmischen.

 

Keiner wird in Italien zurzeit so hofiert wie Premier Mario Monti. Die in den Mailänder Wirtschaftsprofessor gesetzten Hoffnungen ähneln freilich jenen, die man gemeinhin Wunderheilern zuspricht: So soll er den Amoklauf Silvio Berlusconis bremsen, der ihn erst in der vergangenen Woche gestürzt hatte. Gleichzeitig soll Monti Berlusconis heillos zerstrittene Partei Popolo della Libertà (PdL, Volk der Freiheit) einen und zum Wahlsieg führen.

Freilich erwarten sich auch die Christdemokraten von ihm kräftigen Rückenwind. Und der Vatikan und die italienische Bischofskonferenz wünschen den praktizierenden Katholiken sowieso weiterhin in der Rolle als Regierungschef - auch nach den nächsten Wahlen. Auch die Linke meint es gut mit Monti und warnt ihn davor, sich in die Niederungen eines Wahlkampfes zu begeben.

Doch der Premier beabsichtigt keineswegs, sie alle zufriedenzustellen - schon gar nicht Berlusconi, der ihm vordergründig großzügig die "historische Chance" anbot, "das Lager der Konservativen zusammenzuführen".

Monti will noch in dieser Woche in einer Rede an die Nation seine politischen Zukunftspläne erläutern. Der mit Spannung erwartete Auftritt soll am Weihnachtswochenende erfolgen, nach der Genehmigung des Haushaltsgesetzes, dem letzten Akt des Parlaments vor seiner Auflösung.

Erst nach seinem Rücktritt will der Übergangspremier den Italienern reinen Wein einschenken - doch bis dahin wollen sich die Medien nicht gedulden. Die Spekulationen über Montis "road map" blühen: So trage er sich mit der Absicht, mit einer eigenen Partei in den Wahlkampf zu ziehen - eine unwahrscheinliche These, da er in diesem Fall in nur wenigen Tagen 60.000 beglaubigte Unterschriften vorlegen müsste.

Als sicher gilt, dass er den Parteien eine Agenda mit einem konkreten Reformprogramm für die kommende Legislaturperiode vorlegen wird. Dabei könnte er sich "auf halbem Weg" zwischen Berlusconis PdL und dem linken Partito Democratico positionieren, mit dessen Chef Pier Luigi Bersani er am Montag zusammentraf.

Stellungsspiel der Parteien

Unterdessen bringt der Wahlkampf Bewegung in die Parteienlandschaft. Entgegen ursprünglicher Absichten hat Ferrari-Chef Luca di Montezemolo nun doch seine persönliche Kandidatur angekündigt. In dessen Partei Italia Futura geht auch der Vorzeigekatholik Andrea Riccardi ins Rennen, der sich als erster Minister der technokratischen Regierung Monti für eine politische Laufbahn entschieden hat.

Berlusconi übte sich derweil in seinem Metier: dem Populismus. In einer von vielen als peinlich bewerteten TV-Show seines Haussenders Canale 5 versprach er die Abschaffung der ungeliebten Immobiliensteuer ICI und weitere Steuersenkungen. Gleichzeitig ersuchte der Cavaliere um Vergebung für die "Bunga-Bunga"-Partys in seinen Villen: "Ich habe mich damals sehr einsam gefühlt. Meine Frau hatte sich von mir getrennt, meine Mutter war gestorben. Abends fühlte ich mich zuhause allein." Doch das alles sei vorüber. "Sie sind liiert, presidente?", hauchte die Moderatorin Barbara D'Urso. "Ja, ich bin sehr glücklich", strahlte der 76-Jährige.

Die Freude über seine Lovestory mit einer 27-Jährigen wurde allerdings durch eine technische Panne getrübt: Wegen eines nichtabgeschalteten Mikrofons konnten die Zuschauer in der Werbepause mithören, wie Berlusconi der Moderatorin die folgenden Fragen diktierte. (Gerhard Mumelter aus Rom /DER STANDARD, 18.12.2012)

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nach ersten umfragen käme eine liste monti auf 4%

also genau was italien noch gefehlt hat. zusammen mit casini und den exfaschisten um fini käme man auf mehr natürlich. und wozu? um das zu machen was sie hätten machen können als sie wunderbare 5 lenze mit dem cavalliere an der macht waren = 0. montezemolo gibt für dieses 0 gute garantien. seit jahren geht das schon drum ob er vielleicht in die politik geht, vielleicht doch nicht, vielleicht doch, vielleicht ein bischen. genau solche leute brauchts jetzt wo die 0 in gefahr ist. die nase der kirche kann hier nie irren. auf die ist verlass. es wird hart, aber vielleicht reichts im senat um der linken den sieg zu blockieren. dann knallen die korken. dann kommt die gute laune wieder. es lebe unser herr j. c.!

War ja wohl klar, dass Monti gekommen ist um zu bleiben. Warum sollte sich Goldman Sachs auch freiwillig zurückziehen?

Mal sehen wie "zerstritten" die Parteien nach den Wahlen sein werden. Das war ja ursprünglich die Voraussetzung für ihn, ungewählt(!) weiterzumachen. Dann der Rücktritt. Jetzt bald der Rücktritt vom Rücktritt, weil man Italien von Berlusconi retten muß natürlich.

Eine Hochkultur für PR-Leute und Spin-Doktoren dieser Tage. Inszenierung wo man hinschaut. Was für eine Farce.

Nun Montis Chancen PM zu werden, ist in meinen Augen größer, wenn er nicht kandidiert, denn wenn er für irgendeine Gruppierung kandidiert, werden die anderen ihn nur sehr schwer im Falle der "Unregierbarkeit", mit der zu rechnen ist, als "übergreifender Kandidat" akzeptieren. Eigentlich müsste er sich nur zurücklehnen, warten bis, nach den Wahlen keine handlungsfähige Mehrheit herauskommt und erneut den Posten übernehmen.GoldmanS. hin oder her,er wurde vom Präsidenten ernannt,der zur PD zählt und er wurde von einer Mehrheit im Parlament getragen.Das ist in jeder parlamentarischen Demokratie, in denen der Regierungschef nicht direkt gewählt wird, so.Monti wäre nie MP geworden, wenn er nicht von PDL und PD gestützt worden wäre.

In Italien ist das offensichtlich, was in allen repräsentativen "Demokratien" Realität ist.

Egal was/wen man wählt, am Schluss wird ohnehin das Gleiche beschlossen.
In Italien steht nur zusätzlich schon vorher der Regierungschef fest.

Meiner Meinung nach, weil die nicht mehr über soviel Geld verfügen können, wie in den 70ern. Die Schulden sind zu hoch...

Und die Politiker, die Reformen machen, so sinnvoll sie auch sein mögen, werden immer kritisiert. Weil eine Reform schlecht zu reden, und Ängste zu schüren für jede Opposition sehr einfach ist.

Dieses Schlitzohr...

der ist ja schlimmer als ein Kaugummi an der Schuhsohle!

Gegen den

is a Filzlaus a flüchtiges Reh...

Mario Monti wird von allen Seiten umworben...

...nur den Wähler fragt keiner.

Am besten

er stellt sich einfach allen Parteien zur Verfügung.

Egal wer gewinnt, er wird nächster Premier.

so in diese

Richtung laeuft es ohnedies

als eu-praese waer er laessig besser als barroso...

...und delors will nimmer, juncker hat auch abgewunken.

dies fuer viele

aeltere Herren in Italien freuen

es wäre für Italien zum aktuellen Zeitpunkt sicherlich nicht die schlechteste Wahl, auch weil er die internationale Ruhe dem Land bringt, die dieses Land braucht, auch damit sich die Politikergarde erneuert, die mehr oder weniger Angst hat, es sich mit den Wählern zu verscherzen...

damit sich die Politikergarde erneuert

:) man beliebt zu scherzen ? Augenblicklich ist gerade dela Russa bei Vespa, mit seiner neuen Partei ohne Namen und Mitgliedern

La Russa und Vespa ist keine gute Kombination.

in den naechsten

Tagen angeblich auch Silvio, der nicht mehr Einsame

neue partei dela russa -

nötiger als einen namen für diese neue 2% partei wären zwei schöne löcher vorsichtig in die stirn von la russa gebohrt und zwei hörner eingeschraubt. und der mann war grade noch chef der streitkräfte. ne, eine squadra mit bondi, calderoli, gelmini, brunetta & co hat das westliche europa noch nicht gesehn seit bestand. psychogoverno ist der richtige begriff. - monti bringt substanziell eine neue fassade. seine brillianten ideen waren kürzungen im arbeitsrecht und verlängerung der lebensarbeitszeit. achso, die verzehnfachung von IMU im vergleich zu den 2,5 mrd unter prodi (der hatte IMU abgeschafft für die geringverdiener). die merkel, die 0 ahnung von ita hat, ist begreiflich monti-fan, aber die italiener, dakommtmanschoninsgrübeln.

sicher hat

Monti bislang nur das dringendsnoetige getan und die Italiener koennen gruebeln was sie wollen, ohne Monti wird es nicht gehen. Gestern, Begnini in seiner abartigen Verherrlichung der it. Verfassung kommt nicht drauf, dasz die aus dem Staat einen Padre Padrone macht. Genauer, er fand das auch noch toll

kenn die ita verfassung kaum.

aber begnini ging es nicht um eine verherrlichung, wie den klassischen rechtskonservativen & co. es ging darum daß nach der erfahrung von könig und faschismus ein neuer punto di riferimento existiert, der dem was sich in der politik hier abspielt jede legitime basis entzieht. es ändert ja sonst nichts und eine verfassung ist am ende nur papier wenn jeder die eigene versorgung im kopf hat. - monti hat die sozialen gegensätze weiter verschärft. wenn das das dringendnotwendige war. jetzt verspricht er reiche ernte, nächstes jahr, bestimmt übernächstes. renten streichen aber bomber kaufen und tav-tunnel treiben. nicht einmal il ponte di messina archiviert usw. - besser das zeugs an der uni verkaufen.

hier kann geholfen werden

http://www.verfassungen.eu/it/
die ersten 54 Artikel sind entweder ein Brief ans Christkind o. eine Bedrohung des Individuums

Die Geschichte des TAV-Tunnels ist so eine Sache. Ich pers. wundere mich seit Beginn, dasz der so ohne "wirklichen" Protest durchgeht. Sozialleistungen muessen halt bezahlt werden u. es gilt, ohne Geld, keine Musik

Der Lacher des Tages

wenns denn stimmt:
http://www.spiegel.de/politik/a... 73369.html

freilich

auch noch live

Monti macht es gut. Wartet ab. Hat sich schon mit Meinungsforschern beraten. Berlusconi läuft derweil ins Leere, weil er noch keinen wirklichen Gegner hat. Berlusca will wahrscheinlich einen Anti-Bersani Wahlkampf, damit er seine alten Mätzchen auspacken kann, seine einzige Chance

Schön wäre für Italien eine seriöse rechte Partei, denn die Linken sind eh ok.

Moderate Gewinne für die normal Rechten

Ein herber Verlust für Berlusconi und gute Linke präsenz, das wäre schön. Dazu Monti als Premier von allen Parteien erwünscht, dann kann man ENDLICH überparteilich funktionieren. Hasse es das man in unser System immer FÜR die Regierung sein muss (als Regierungsmitglied), oder DAGEGEN sein muss (als Opposition). Etwas dazwischen wäre sicher angenehm für die Demokratie

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