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Am zweiten Weihnachtstag erhält Japan ein besonderes Geschenk: den siebenten Premierminister in sechs Jahren. Shinzo Abe, der als Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei (LDP) am Sonntag einen erdrutschartigen Wahlsieg verbuchte, hatte bereits 2006 für wenige Monate dieses Amt inne. In seinem zweiten Anlauf als Regierungschef will er vor allem die Wirtschaftspolitik des Landes ändern. Doch auch die Energie- und Sicherheitspolitik Japans könnten einen Richtungswechsel erleben.
Die LDP hatte Japan fünf Jahrzehnte lang fast ununterbrochen regiert, bevor 2009 erstmals eine Oppositionspartei die Macht übernahm. Bei den vorzeitigen Neuwahlen am Sonntag straften die Wähler die Democratic Party of Japan (DPJ) für drei erfolglose Regierungsjahre ab. Die LDP errang 294 der 480 Unterhaussitze und hat zusammen mit den 31 Sitzen ihres traditionellen Koalitionspartners New Komeito die Zweidrittel-Mehrheit. Die DJP stürzte von 233 auf 57 Sitze ab.
Eine der wichtigsten politischen Entscheidungen der DPJ war die Abschaltung der 50 funktionsfähigen Atomreaktoren nach der Katastrophe von Fukushima gewesen. Inzwischen sind zwei Meiler wieder in Betrieb, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.
Beobachter erwarten, dass die LDP mit ihren engen Beziehungen zur Energiebranche das schnellstmöglich ändern wird. Der desi gnierte Premier Abe hat sich für eine zehn Jahre lange Prüfphase ausgesprochen. "Ich glaube, dass sie dieselbe Politik verfolgen werden wie vor Fukushima", sagte Politikprofessor Koichi Nakano am Montag vor ausländischen Journalisten in Tokio. "Die Frage ist nur, ob sie es sofort tun oder noch die nächste Oberhauswahl abwarten."
Wirtschaftspolitisch dürfte Tokio zu einer Strategie der umfangreichen Konjunkturprogramme zurückkehren. Die Aktienmärkte reagierten positiv auf den Wahlsieg der LDP. Der Nikkei-Index kletterte am Montag um knapp ein Prozent auf ein Achtmonatshoch von 9828 Punkten. Bereits in den vergangenen Wochen war das Aktienbarometer gestiegen, weil Investoren auf Konjunkturpakete und eine Abschwächung des Yen setzten. Abe will die seit Jahren grassierende Deflation beenden. Am Montag sagte er, das neue Kabinett werde die Notenbank zu einem Inflationsziel von zwei Prozent verpflichten.
Außenpolitisch tritt Abe als Hardliner gegenüber China, Nord- und Südkorea auf. Entsprechend verhalten fielen die Reaktionen auf seinen Wahlsieg in Peking aus. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums forderte Abe auf, den Konflikt um die von beiden Ländern beanspruchten Senkaku-Inseln zu lösen.
US-Präsident Barack Obama gratulierte dem designierten Premier. Die USA setzen in der Region auf den Bündnispartner. Abe selbst würde Japan gerne mehr militärisches Gewicht verschaffen. Allerdings soll er einem Bericht zufolge einen Abzug des japanischen UN-Kontingents von den Golan-Höhen erwägen. Österreich stellt dort den Großteil der Blauhelme. (Birga Teske aus Tokio, DER STANDARD, 18.12.2012)
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Die Russen bauen richtig gute Gezeiten-Kraftwerke, sollte sich eine Inselnation wie Japan vielleicht mal anschauen.
Ne englische Doku dazu
http://rt.com/programs/... er-future/
Wir sehr schlau in einer Gegend Atomkraft zu fördern, die extrem Erdbeben- und Tsunamigefährdet ist.
Das nächste Unglück kommt bestimmt und sie werden ja sehen wie es ihnen ergeht - ausgerechnet auf einer Insel, auf der man ja so viel Platz zum Ausweichen hat.
Die nächste Katastrophe in Japan heißt mit 98% Wahrscheinlichkeit Reaktor 4:
http://www.global2000.at/site/de/n... unami2.htm
Es ist ein Jammer, dass es so kommen wird müssen.
Ja, leider! Das kann man nicht verhindern. Ob man die Vorwarnung vor einem Tsunami so ausbauen kann, dass nicht so viele Menschen sterben müssen wie 2011 ist zu hoffen - aber die Schäden an den Küsten werden sicher wieder groß sein. Was aber die Kernkraftwerke angeht bin ich zuversichtlich: Sie wurden ja nicht durch das Erdbeben zerstört (Weltweit noch kein Einziges, obwohl lt. Global 2000 fast alle am Schnittpunkt von Erdbebenlinien liegen :)) und ich bin sicher, dass man sich in Japan nicht ein zweites Mal unvorbereitet (zu niedrige Schutzmauer, Notstromdiesel nur im überfluteten Bereich....) überraschen wird lassen. Also was solls?
Auch Noda war der Atomkraft freundlich gesinnt, das sollte man hier nicht vergessen. Seine Ankündigung eines Atomausstiegs war eher ein verzweifeltes populistisches Manöver im heißen Wahlkampf und nicht allzu ernst zu nehmen.
Im Grunde wurde ein "atomfreundlicher" Premier durch einen anderen ersetzt.
So oder so wären zumindest einige Reaktoren wieder hochgefahren worden.
Interessant wäre noch, was mit der "zehnjährigen Prüfphase" gemeint sein könnte: Ein zehnjähriger Stopp für den Bau neuer AKW?
deswegen
Nuclear power is true ‘green’ energy
http://www.washingtontimes.com/news/2009... /?page=all
Nuclear energy
greener than you think?
http://www.nerc.ac.uk/publicati... uclear.pdf
Ja genau, wie ist das eigentlich mit dem Giftmüll? Wie entsorgt man denn die ganzen Dioxinverbindungen, die Arsen- Quecksilber- Blei- Cadmiumverbindungen? Soweit ich weiß werden diese von Österreich nach Deutschland zur Endlagerung verbracht. Wer bewacht denn das auf ewige Zeit? Das sind ja keine radioaktiven Stoffe, die sich nach einiger Zeit von selbst in Wohlgefallen auflösen, die hat man ja auf ewig!
Wieso glauben Sie dass die Endlagerung radioaktiver Stoffe schwieriger bzw. teurer ist als die Lagerung des (nicht zerfallenden) Giftmülls?
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