Stronach zieht mit ÖVP-Abtrünnigen in Niederösterreich-Wahl

17. Dezember 2012, 17:11
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Sohn von Prölls Ex-Vize kandidiert für Stronach - und hat sich schon bei Tetron einen Namen gemacht

Wien - Milliardär Frank Stronach tritt in Niederösterreich mit zwei Kindern aus Erwin Prölls ÖVP-Familie an: Karin Prokop, Tochter der verstorbenen Innenministerin Liese Prokop, und Ernest Gabmann, Sohn des gleichnamigen Ex-Vizes des Landesvaters. Gabmann junior zum Standard über den Moment, als er dem Senior seine Kandidatur für den Austro-Kanadier eröffnete: "Er hat schon mit ernster Miene hinterfragt, ob ich das wirklich will." Aber: "Mein Vater sieht mich als erwachsenen Sohn an, der seinen eigenen Weg gehen muss."

Bezug zu Tetron-Causa

Im U-Ausschuss hat sich der ÖVP-Spross bereits einen Namen gemacht. Dieser fiel mehrmals, als Peter Pilz, Stefan Petzner und Co die Vergabe des Behördenfunks Tetron durchleuchteten. Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) hatte einst den Auftrag an das Mastertalk-Konsortium storniert, zum Zug kamen Motorola, Alcatel und Telekom Austria. Sie zahlten 4,4 Millionen an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Gabmann war vom Innenressort zuerst als Sachverständiger bei der Angebotsbewertung beauftragt und wurde später Projektleiter bei Tetron. Zu den damaligen Vorwürfen samt Schmiergeldverdacht sagt er: "Ich kann garantieren, dass auf uns Sachverständige weder vom Bieter noch vom BMI Einfluss ausgeübt wurde." Dennoch, eine Optik, die Stronachs Credo "Wahrheit, Transparenz, Fairness" entspricht?" "Ich wäre gegangen, wäre es anders gewesen." (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 18.12.2012)

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