Griechen und Spanier kaufen Berliner Markt leer

17. Dezember 2012, 16:54
  • In Berlin ist wieder mal "der Bär los", die Wohnimmo-Investoren steigen sich förmlich auf die Zehen.
    foto: apa/dpa/jensen

    In Berlin ist wieder mal "der Bär los", die Wohnimmo-Investoren steigen sich förmlich auf die Zehen.

Immer mehr ausländische Euros fließen in den Berliner Wohnungsmarkt, auch die steigende Zahl an Singlehaushalten treibt die Preise

Schon länger sind Berliner Immobilien stark gefragt. Seit Beginn der Eurokrise aber drängen noch mehr ausländische Investoren auf den Hauptstadtmarkt, viele aus dem angeschlagenen Spanien und dem kriselnden Italien. "Wir sind international neben der Schweiz oft der letzte Rettungsanker", begründet Analyst Thomas Beyerle vom Immobilieninvestor IVG das Interesse für Deutschland. Griechen und Spanier wollten ihr Geld in Sicherheit bringen. "Sie kaufen sich das Versprechen von Stabilität und sind dafür oft bereit, höhere Preise zu akzeptieren." Und fast alle zahlen - anders als deutsche Interessenten - in bar.

Das treibt nicht nur für deutsche Immobilienkäufer den Preis kräftig in die Höhe. "Mittelfristig wird es auch den Mieten nicht gut tun", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund voraus. Vor allem in Berlin ziehen die Mieten bereits kräftig an - für neue Verträge in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Fünftel.

Hauptstadt noch günstig

Nicht nur wegen des Hauptstadtflairs hat Berlin auch die weitaus größte Anziehungskraft. "Berlin ist im europäischen und auch innerdeutschen Vergleich weiterhin sehr günstig", erläutert der Geschäftsführer des Immobiliendienstleisters Accentro, Jacopo Mingazzini. Trotz zuletzt deutlich anziehender Preise finde man hier auch in guten Lagen immer noch Wohnungen zum Quadratmeterpreis von 1.400 bis 1.500 Euro. "Das ist in Metropolen wie Paris, Bologna oder Mailand undenkbar."

Spürbar ist der Einfluss ausländischer Investoren Verbandsanalyst Beyerle zufolge aber auch in Hamburg, München und Frankfurt. Anders als beim letzten Immobilienboom 2004 interessierten sie sich dagegen weniger für idyllische Häuschen auf dem Land. In der Großstadt seien sich Käufer einfach sicherer, ihre Wohnungen später zu guten Preisen wieder loszuwerden.

Der hohe Anteil an Single-Haushalten in der Hauptstadt fördere zudem die Nachfrage nach Mietwohnungen enorm, sagt Einar Skjerven von der Skjerven Group. "Wer in Berlin kauft, kauft Wohnungen mit viel Potenzial zur Wertsteigerung." In München oder Hamburg gebe es solche Entwicklungschancen nicht. (APA/red, 17.12.2012)

Kommentar posten
23 Postings
Wer kauft eigentlich bei uns?

Müsste doch hier auch spürbar sein. Gekauft/gebaut wird ja auch sehr viel und die Preise ziehen seit Jahren kräftig an...

Die Griechen zahlen doch Steuer

Die Griechen zahlen doch Steuer. Aber nicht die Einkommenssteuer in Griechenland, sondern Grunderwerbsteuer in Berlin.

Darum nicht mehr Steuern von den Reichen verlangen...

sondern gleich enteignen. ;)

nun ja, das wäre dann wohl eine gute Möglichkeit

die Daten dieser Käufer an die griechische Verwaltung weiterzugeben, damit sie ihr Vermögen deklarieren können. Steuergerechtigkeit in Griechenland kann es nur geben, wenn deren Steuerflüchtlinge konsequent auch in der EU verfolgt werden.

wo eigentlich

kaufen unsere landsleute mit den jährlich hinterzogenen +10 milliarden ihre immobilien?
oder sind das eh wahre patrioten, die alles beim heimischen heurigen versaufen?

Statt dem eigenen Land mit Investitionen zu helfen gehen die reichen Griechen und Spanier lieber nach Deutschland und schaffen eine neue Immobilienblase.

Und was tut die Merkel? Nichts! Nur bei den Durchschnittsbürgern wird sie aktiv.

Frau Merkel tut eben nichts...

was ihrer Klientel schaden könnte.

brav.

denn wenn eines tages doch die diebischen steuerzahler zur kasse gebeten werden sollten, dann ist ihre sore wenigstens gut sichtbar und wertgesichert.

das gebot der stunde: diese vermögen (und natürlich auch die auslands-finanzvermögen) registrieren, auf einer liste eintragen und diese der spanischen/griechischen/.... regierung zusenden.
und mit EINEM schlag wären diese länder schuldenfrei und wir könnten unsere rettungsschirme wieder einklappen.

Verkehrte Welt - man braucht nur 10 Jahre zurückschauen, ...

denn damals konnten die Deutschen (und auch unsere Geldheinis) nicht genug Häuser in Spanien, auf Malle, in Griechenland und Italien kaufen und haben die Preise getrieben. Jetzt läuft's umgekehrt. Ich warte noch mit dem Kauf eines Alterssitzes in Spanien, die Küsten sind noch ziemlich teuer ...

Gute Beobachtung. Das steht nirgends nämlich.

Freut mich.

Die Steuern zahl' ich zwischenzeitlich.

Es gibt Länder, die es Ausländern nicht gestatten, Grundbesitz zu erwerben. Das vermisse ich leider in Deutschland.

Schon einmal etwas von der EU gehört?

ja, aber nix gutes

Drum wähle: Berlusconi

Handelt es sich dabei nicht um Steuergeld das die reichen Griechen bezahlen hätten sollen?

Ach so, die EU-Politiker sind ja eh' mit unseren Steuergeldern eingesprungen.

das ist das geld, dass die übrige eu zur rettung der griechischen banken bezahlt!

17.12.2012, 17:00
AHA

wir zahlen an Griechen und andere. Und mit unserem Geld kaufen die in D (und Ö ??) Immobilien auf und sprgen für Wohnungsknappheit.

Raus, raus aus dieser EU!!

sie haben da was nicht verstanden

wir zahlen geld an griechenland, damit diese nicht auf ihre diebischen landsleute zugreifen müssen. denn DEREN geld hält UNSER werkel am laufen!

Sie haben nicht aufgepasst.

Unser Geld geht nicht an Griechen. Das kriegen die Banken die sich in Griechenland oder anderswo verspekuliert haben.

Ui, das mag Sie jetzt jeder Illusion berauben ... aber es gibt auch reiche Griechen ... und arme Österreicher ... echt wahr!

In einem Land,

in dem man praktisch keine Steuern zahlen muss, ist es sogar wesentlich einfacher, reich zu werden!

müsste man schon steuern zahlen, nur die wenigsten tuns...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.