Junge Frauen: Bessere Ausbildung, aber weniger Verdienst

17. Dezember 2012, 15:19

Frauen sind in Deutschland laut einer Studie inzwischen besser ausgebildet als Männer

Berlin - Junge Frauen in Deutschland sind besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen, haben auf dem Arbeitsmarkt aber trotzdem die schlechteren Karten. Das ist das Fazit einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Um die Ungleichbehandlung zu ändern, rät sie in Deutschland zu einem hochwertigen Betreuungsangebot für Kinder sowie zur Abschaffung des Ehegatten-Splittings und des gerade erst beschlossenen Betreuungsgeldes.

27 Prozent der Frauen in Deutschland zwischen 25 und 34 Jahren haben einen Abschluss von einer Universität, einer Fachschule oder einen Meisterbrief. Bei den gleichaltrigen Männern sind es nur 25 Prozent. "Zwar sind Frauen heute in vielen Ländern häufiger berufstätig als noch vor zwanzig Jahren, aber gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten sie überproportional oft in Teilzeitanstellung", heißt es. "Das hat negative Auswirkungen auf ihr Gehalt und auf ihre Karriere." Frauen mit einem mittleren Einkommen verdienen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer, Freiberuflerinnen sogar 63 Prozent weniger - mit entsprechenden Folgen für die Rente.

Dabei liegt der Anteil der erwerbstätigen Frauen in Deutschland mit 68 Prozent über dem OECD-Durchschnitt von 60 Prozent. Viele Mütter würden aber wegen mangelnder Möglichkeiten zur Kinderbetreuung zu Teilzeit gezwungen. "Bei 25- bis 54-Jährigen mit Kindern in Schule oder Ausbildung sind es 62 Prozent, in Frankreich dagegen nur 26 Prozent", so die OECD.

Um daran etwas zu ändern, fordert die OECD eine bessere Kinderbetreuung. Die Reform der Elternzeit habe zwar dazu geführt, dass mehr Väter eine Auszeit für ihre Kinder nehmen. "Insgesamt fehlt in Deutschland aber vielerorts ein qualitativ hochwertiges und erschwingliches Betreuungsangebot", beklagen die Experten. Als Folge des Ehegattensplittings habe Deutschland auch das OECD-weit einzige Steuer- und Sozialsystem, "in dem es sich für Eltern schulpflichtiger Kinder nicht lohnt, dass beide Teile arbeiten". Die Einführung des Betreuungsgelds für Kinder von 13 bis 36 Monaten "könnte Mütter mit Kleinkindern zudem verstärkt motivieren, zu Hause zu bleiben und so die ohnehin schon erheblichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt verfestigen". (APA/Reuters, 17.12.2012)

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und wieder mal wird alles geleichgestellt

wenn der formalle abschluß gleich ist bedeutet das nicht, daß man die gleiche ausbildung hat.

ein bachelor in psychologie ist nicht gleich einem bachelor in atomphysik.
wann wird sich das bei diesen nullern die immer diese hanebüchenen aussagen in die medien bringen endlich durchsetzen?

Wir hatten im Sommer eine Praktikantin. Sie hatte mir ein paar "Wie kannst du nur so viel arbeiten, mir ist langweilig"-Shittests (googlen was das ist) entgegengeworfen, dabei habe ich eine normale 40h Woche. Gegen 15h, also 2h vor Ende meiner Hackn war ihr immer langweilig, ich solle sie unterhalten (aber nicht mit Arbeit zudecken).
Bei der Einstellung sind die Löhne gerechtfertigt.

Ad "Shittests" - Sie haben keine Freundin, oder?

Oha die Liste der Interessenten wird immer länger oO

Das Wort "Diskriminierung"...

würde die OECD dabei natürlich nie in den Mund nehmen.

Man will ja nicht die Sponsoren vor den Kopf stossen.

Ist damit jetzt widerlegt, dass Bildung zur Ware verkommen würde?

Neben der Teilzeit ist sicher auch die Berufswahl entscheiden für den Verdienst.

Meiner Meinung nach darf man nur dann Verglieche zwischen Männern und Frauen ziehen, wenn die Arbeitszeit, die Ausbildung und das Fach identisch sind.

Ich habe als Vollzeit arbeitende Naturwissenschaftlerin immer dasselbe verdient wie meine männlichen Kollegen.

Das stimmt dort wo sowieso nur KV bezahlt wird.

Generell scheint diese Argumentation logisch. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass eine Verwandte ihren Teilzeitjob nach Geburt des Sohnes auf Vollzeit umstellen wollte und im Personalbüro die Auskunft erhielt, dass sie in Vollzeit für diesen Job nur Männer einstellen! Und ein solcher Vollzeitjob war ausgeschrieben, auf den sie sich eben beworben hat. Wie also vergleichen, wenn Frauen derlei Jobs nicht erhalten können?? Klar, dann sollte der Weg zur Gleichbehandlungsanwaltschaft die Folge sein. Aber es gibt Frauen, die das nicht wagen, um ihren schlecht bezahlten Teilzeitjob nicht verlieren. Das gilt vor allem für Frauen mit kürzerer Ausbildung ... Lehre etc.

...

bei Baxter in Wien geht das schon wieder in die andere Richtung:

Dort gibts ein Programm, das heißt: "Boku first!"

Denkst du dir: Oh nett! Boku-Absolventen haben gute Chancen.

In Wirklichkeit heißt das: WEIBLICHE Absolventen werden bevorzugt eingestellt. Kommen 2 Leute zum Bewerbungsgespräch wird bei gleicher Quali der weibliche Bewerber genommen.

Laut einem Insider gibts es durch dieses System, das schon ein paar Jahre so läuft, das Problem, dass mittlerweile in manchen Abteilungen ein so großer %-Satz in Karenz geht, dass es schon massive Probleme bei Projekten, internen Arbeitsabläufen usw gibt.

Ich frage mich ehrlich - wo ist 1. der Sinn für die Firma?! 2. wo bleibt hier die Gerechtigkeit?!
Für mich ein Grund, dort fernzubleiben.

"Junge Frauen: Bessere Ausbildung, aber weniger Verdienst"

"27 Prozent der Frauen in Deutschland zwischen 25 und 34 Jahren haben einen Abschluss von einer Universität, einer Fachschule oder einen Meisterbrief. Bei den gleichaltrigen Männern sind es nur 25 Prozent."

Der übliche BS.
Der Großteil der Frauen hat halt einen Abschluss in Kuschelwissenschaften oder Blahblahisierung, halt netten und interessanten Fächern, die aber, und das ist seit Ewigkeiten bekannt, schlechter bezahlt werden als MINT-Fächer.

Interessant wäre also: Was verdient die Tiefbauingenieurin verglichen mit dem Tiefbauingenieur bei gleichen Voraussetzungen und gleichen Stunden?

Sollte es jemals eine

solche Auswertung geben, dann schnellt die Quote der beschäftigungslosen Akademikerinnen noch weiter in die Höhe - die kommen in der Regel ja in dubiosen Vereinen, die derartige "Mißstände" aufzeigen, unter.
Ehrlich gesagt ist es mir so lieber, die Damen werden auf niedrigstem Level bezahlt und denken, sie machen etwas Produktives für die Gemeinschaft.
Das ist sicher billiger als Notstand und die Gewissheit, dass ihr BlaBla-Studium keinerlei Relevanz für die Gesellschaft hat.

... Blabla-Studium keinerlei Relevanz für die Gesellschaft hat.

Ihnen ist aber schon bewusst, dass die Professoren von "Blabla-Studien" wie sie so despektierlich schreiben, auch noch immer meist männlich sind und dass diese Studienfächer ebenfalls von Männern an den jeweiligen Universitäten installiert wurden.

Und was genau ändert das an der unumstößlichen Tatsache, dass die meisten Studierenden weiblich sind?

Übrigens - die Männer, die solche Fächer studieren, verdienen auch nix.

Ich nehme an, Sie meinen, was es daran ändert, dass die meisten Studierenden dieser "Kuschelfächer" weiblich sind?

Das ändert nichts daran. Mein Einwand ist und bleibt aber jener, dass die Relevanz und Anerkennung der MINT-Fächer auch überprüft werden sollte. Ich denke, dass nicht wirklich gerechtfertigt ist, dass Studienfächer, die zweifelsfrei große technische Erkenntnisse und gesellschaftliche Änderungen mit viel Annehmlichkeiten brachten, aber auch mitverantwortlich sind, dass sich unsere Gesellschaft in einer ökologischen und evtl auch sozialen Bedrängnis befindet so viel besser entlohnt sind.
Mein Einwand bezog sich auf die Befürwortung der (finanziell zum Ausdruck gebrachten) Abwertung von Studien, die dieses System ...(Ende 1.Teil)

(2. Teil)
... dieses System des ewigen Wachstums hinterfragen.

Dass Sie quasi mit Ihrem Ausdruck der "Blablaisierung" der Sozialwissenschaften - und ich denke, dass diese wohl in die von Ihnen degradierten "Kuschelwissenschaften" fallen - jedes gesellschaftskritische wissenschaftliche Arbeiten als irrelevant abtun.

Nicht diese Wissenschaften sind unnötig, sonderen deren gesellschaftliche Bewertung muss dringend geändert werden. D.h. eine Angleichung an MINT-Fächer in der Entlohnung und Umschichtung öffentlicher Gelder zugunsten auch dieser Forschung.

Sie sind besser entlohnt weil es weniger gibt die's können.

Ja, und der Markt regelt alles! "Geht's der Wirtschaft gut geht's allen gut." ... lol

Hochwertiges Knowhow hat eben einen hohen Marktwert.

Gratuliere zu Ihrem Selbstvertrauen. ... Evtl. gibt es auch hochwertiges Knowhow in Fächern, die schlechter bezahlt sind. Aber auf diesen Gedanken wollen Sie sich wohl nicht einlassen.

Zweifellos - und wenn's jemanden finden, der bereit ist dafür zu zahlen, ist es auch gut bezahlt.

Wenn Sie so wollen: MINT-Absolventen sind oft gut bezahlt, weil sie Fertigkeiten haben, die in der Industrie einen hohen Mehrwert bringen.

Ja, so ist die gegenwärtige Lage. Andere Fächer aber aufgrund dieser Tatsache zu verunglimpfen, halte ich für nicht in Ordnung.

... und ob dieser Fokus, dass die Industrie die Forschung in diesem Ausmaß bestimmt für die gesellschaftliche Entwicklung ideal ist, wage ich zu bezweifeln.

"Sie sind besser entlohnt weil es weniger gibt die's können."

würd ich nicht "verunglimpfen" nennen - das ist eine Aussage über das Verhältnis zwischen ANgebot und Nachfrage.

Stimmt schon, dass Sie das nicht getan haben. Darum galt ja auch meine ursprüngliche Antwort "Neuer Nick neues Glück". Ich dachte, dass Sie dessen Aussagen auch befürworten, da Sie darauf reagierten.

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