Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Stefan Karner, Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, ist 60.
Graz/Klagenfurt - Stefan Karner, Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, feiert am 18. Dezember seinen 60. Geburtstag. Schwerpunkte seiner Forschung bilden Fragen zur Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion, zu Zwangsarbeit in Österreich und zu den österreichisch-sowjetischen Beziehungen nach 1945. Im Kärntner Ortstafelstreit war Karner um den Dialog zwischen den Volksgruppen bemüht, legte einen eigenen Vorschlag vor und moderierte die Konsensgruppe.
Stefan Karner wurde 1952 in St. Jakob bei Völkermarkt in Kärnten geboren. Er studierte an der Universität Graz Geschichte und Russisch und habilitierte 1985. Zu Beginn der 1990er-Jahre gelang es ihm, als damals erster westlicher Wissenschafter Zugang zu den ehemaligen Archiven des Sowjet-Geheimdienstes NKWD und des Nachfolgedienstes KGB in Moskau zu erhalten: Seine Forschungen haben mittlerweile Licht in das Schicksal zigtausender Kriegsgefangener und Vermisster in den Gulags der Stalinzeit gebracht. Daneben erfasste er auch die nach 1945 nach Russland gebrachten Akten der Israelitischen Kultusgemeinden Wien und Graz.
"Forschergeist, Dialogfähigkeit sowie großes Engagement als Vermittler zwischen Wissenschaft und Gesellschaft" würden Karner als Persönlichkeit auszeichnen, urteilte Christa Neuper, Rektorin der Universität Graz, im Vorfeld zum Geburtstagsfest. Dieses wird im Jänner in der Uni-Aula stattfinden. Durch die Erforschung der Leidenswege von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und vertriebenen Menschen habe Karner "eine einzigartige humanistische Pionierarbeit geleistet", würdigte der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari den Zeithistoriker, als er diesem zu Beginn des Jahres das Komturkreuz des päpstlichen St. Gregorius-Ordens überreichte.
Seit 1993 leitet Karner von Graz aus das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung (BIK), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Auswirkungen von Kriegen interdisziplinär zu erforschen. Zugleich steht er dem Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte an der Uni Graz vor.
Jahrelang setzte sich Karner auch im Kärntner Ortstafelstreit für den Dialog ein und moderierte die Konsensgruppe. Bereits 2005 hat er einen Vorschlag präsentiert: Das "Karner-Papier", das sich als gewichtige Grundlage in der Diskussion zur Lösung der Ortstafelfrage herausstellte, sah vor, dass in Gemeinden mit einem Slowenen-Anteil von zehn Prozent sowie in Ortschaften mit einem Anteil von 15 Prozent zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden. Beauftragt dazu wurde der mediengewandte Wissenschafter vom damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Dieser hatte Karner bereits Ende der 1990er-Jahre mit der Leitung seiner Denkwerkstatt "Österreich - Zukunftsreich" betraut.
Karner ist Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Arbeiten und Herausgeber mehrerer Publikationsreihen und hat auch zahlreiche Ausstellungen kuratiert: 2005 die Staatsvertragsausstellung auf der Schallaburg: "Österreich ist frei!", 2008 die Republik-Jubiläumsausstellung "1918|2008" gemeinsam mit Lorenz Mikoletzky im Auftrag der Bundesregierung.
Für seine Arbeiten wurde Karner mehrfach ausgezeichnet, u. a. war er 1995 "Österreichischer Wissenschafter des Jahres" und erhielt im Vorjahr das "Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich". 1996 bekam er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse.
Trotz der Vielzahl an Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Funktionen, Publikations- und Lehrtätigkeit pflegt der Vater zweier erwachsener Kinder mehrere Hobbys, schilderte seine engste Mitarbeiterin am BIK, Barbara Stelzl-Marx: Seinen Bewegungsdrang lebt der passionierte Tarockierer und Ziehharmonikaspieler mit Skifahren und Tourengehen aus. (APA, 17.12.2012)
Friedrich Zawrel erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
ÖAI-Archäologen stoßen auf einen Fund aus der Zeit der Islamisierung Nordafrikas
Direktor des Nationalen Archäologischen Instituts ist entsetzt und kündigt rechtliche Schritte an
Könnten Überreste einer noch unbekannten Kultur sein
Nur zwei Wochen firmierte ein fossiler Backenzahn als Beleg für den "ältesten Europäer", dann musste die Publikation zurückgezogen werden - vorläufig
DNA-Analysen zeigen den von Rechenmodellen vorhergesagten hohen Verwandtschaftsgrad
Präkolumbische Grabanlage mit Überresten von 28 Menschen entdeckt - Angehörige einer höheren sozialen Schicht nutzten Begräbnisstätte mehrere Jahrhunderte lang
Die Literatur hunderter Autoren wurde in der Nazizeit auch aus Schulbibliotheken entfernt - Grazer Schüler starteten "Rückholprojekt"
Experten fordern rascheres Durchgreifen und Gesetzesänderungen
Evolutionsbiologe: "Linguistische Halbwertszeit von 10.000 oder mehr Jahren"
Gedenkort und zwei neue Dauerausstellungen in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen eröffnet - Heer besetzt Heldenplatz am 8. Mai
Fundstätte nördlich von Jerusalem umfasst etwa 1.000 Quadratmeter
Forensische Knochen-Untersuchungen der Überreste eines 14-jährigen Mädchens belegen, dass einzelne Siedler Menschenfleisch aßen
"Die Wundersame" ist eines der berühmtesten Fossilien der Welt - fast sechs Jahre lang war sie auf US-Tournee
Ehemalige Wohnhäuser um einige hundert Jahre älter als die Gebäude in der Umgebung
Mauthausen, St. Georgen und Langenstein möchten künftig gemeinsam als "Bewusstseinsregion" dem aktiven Gedenken einen neuen Platz einräumen
Am 30. April 1938 fand am Salzburger Residenzplatz die einzige von den Nazis in Österreich inszenierte Bücherverbrennung statt
Bronzezeitliches Konstrukt war 2003 entdeckt worden - Fels zu instabil, um die Stiege weiter vor Ort zu belassen
Beginn der Ausschreibung für Mitte Mai vorgesehen
Auktion im Dorotheum: Diverse k.u.k.-Memorabilien erzielen Preise von jeweils mehreren tausend Euro
Forscher finden Hinweise auf Veränderungen im Genpool Westeuropas vor 6.000 Jahren - Ursprung könnte auf der iberischen Halbinsel liegen
Archäologen orten drei bislang unbekannte Kammern - letztlich blieb "Tláloc II-TC" aber im Schlamm stecken
Fund in Mainz: Text über Elisabeth von Thüringen hatte sich in einer Vergil-Ausgabe aus dem 16. Jahrhundert verborgen
Am 30. April 1938 fand am Salzburger Residenzplatz die einzige von den Nazis in Österreich inszenierte Bücherverbrennung statt
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.