Neue Sicherheitsidee für Banknoten

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    foto: magnite

Spezielle Tinten ergeben in einem Magnetfeld ein neues Bild - Jedes Handlautsprecher hat einen Magneten

Ein neues Sicherheitsmerkmal für Banknoten hat die Münchner Firma Giesecke & Devrient (G&D) entwickelt. Es heißt MAGnite und setzt auf spezielle Farbpigmente. Werden diese einem Magnetfeld ausgesetzt verändert sich das Bild.

Das neue Bild ist nicht immer gleich sondern hängt vom Magneten ab. Denn die speziellen Farbpigmente richten sich nach den Feldlinien des Magnetfeldes aus. Der Magnet in einem Handylautsprecher erzeugt ein etwas anderes Feld als beispielsweise ein Magnet aus einem Warensicherungssystem wie es in Geschäften häufig zum Einsatz kommt. Ersterer erzeugt typischer Weise einen ovalen Effekt bei MAGnite-Farben, Letzterer führt zu Streifenbildung.

In jedem Fall verändert sich aber die Darstellung deutlich. MAGnite funktioniert nicht nur auf Papier- und Baumwollbanknoten, sondern auch auf Geldscheinen aus Polymer. Wie viele andere Sicherheitsmerkmale von Banknoten ist auch MAGnite selbst nicht absolut fälschungssicher. Banknotendruckereien setzen auf eine Kombination aufwändiger Verfahren, die schwer in der selben Qualität nachzumachen sind.

Sicherheitsmerkmale

Einige Sicherheitsmerkmale sind öffentlich bekannt und sollen von den Nutzern relativ leicht getestet werden können. Dazu gehören etwa Kippeffekte, Wasserzeichen, Reliefdruck, Metallfäden und Hologramme. Weitere Identifizierungssysteme erfordern spezielle Ausrüstung, wie zum Beispiel UV-Lampen. Banken und manche Geschäfte ergreifen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen.

Schließlich gibt es Kennzeichen, die nicht öffentlich bekannt sind. Diese werden im Zweifelsfall von den Experten der jeweiligen Notenbank überprüft. Um den Vorsprung vor den Fälschern zu wahren werden alle paar Jahre neue Banknoten herausgebracht.

G&D hat heuer seinen 170 Geburtstag gefeiert und stellt auch Chipkarten her. Die ersten SIM-Karten überhaupt wurden 1991 von G&D ausgeliefert. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben jährlich ein neues Sicherheitsmerkmal für Banknoten. MAGnite ist das jüngste Produkt. Es wird daher noch einige Zeit dauern, bis es auf Banknoten zu finden ist.

Neue Euro

Am 10. Jänner wird übrigens die neue 5-Euro-Banknote vorgestellt. Sie soll nicht nur den Sicherheitsstandard weiter heben, sondern auch haltbarer sein als das derzeitige Modell. Im Mai gelangen die neuen Scheine dann in Umlauf. In den nächsten Jahren folgen die übrigen Nominalen der zweiten Euro-Serie zu 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro.

Diese hohen Werte sind nicht in allen Währungen üblich. Zwar gibt es etwa in der Schweiz sogar eine 1.000 Franken Note, andernorts ist aber immer häufiger "Kleingeld" angesagt. Dies soll der Bekämpfung von Schattenwirtschaft und Geldwäsche dienen. In Nordamerika ist bei 100 Dollar Schluss (etwa 77 Euro), in England und Wales schon bei 50 Pfund (62 Euro).

Bei den nach Einheiten teuersten Währungen, den Dinaren von Kuwait und Bahrain, ist die größte Stückelung ein gemütlicher Zwanziger. Das entspricht rund 55 respektive 42 Euro. (dajs, derStandard.at, 17.12.2012)

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