Anwalt von entlassener Beamtin klagt Burgstaller nicht

17. Dezember 2012, 14:05
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Landeshauptfrau hatte Aussage in "ZiB 2" nicht widerrufen - Rechtsanwalt übermittelt E-Mail-Korrespondenz an Korruptionsstaatsanwaltschaft

Salzburg - Im Salzburger Finanzskandal leitet der Rechtsanwalt der entlassenen Beamtin Monika R., Herbert Hübel, nun ein E-Mail der Beamtin an Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) samt angefügtem Schriftverkehr an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) weiter. Eine Anzeige Burgstallers sei das aber nicht, sagte Hübel am Montag.

Der Anwalt hatte Burgstaller am Donnerstag zum öffentlichen Widerruf einer Aussage in einem "ZiB 2"-Interview aufgefordert. Die Landeshauptfrau widerrief jedoch nicht. Sie habe die Wahrheit gesagt, erklärte ihr Sprecher.

Anwalt: Burgstaller bereits Ende September informiert

"Wir wollen nur mithelfen, dass die Wahrheit aufkommt", sagte Hübel am Montag. "Wenn Burgstaller die Aussage nicht widerruft, ist das ihre Sache." Geklagt werde sie deshalb nicht. Er werde den Sachverhalt aber den Behörden weiterleiten. "Die Menschen sollen sich selbst ein Bild davon machen." Nach seinem Kenntnisstand gebe es nicht den geringsten Hinweis, dass seine Mandantin ein Schattenportfolio aufgebaut habe, sagte Hübel.

Burgstaller hatte in dem ORF-Interview am vergangenen Mittwoch gesagt, dass sie erst am 3. Dezember von den 340 Millionen Euro Spekulationsverlust erfahren habe. Laut Hübel hatte R. die Landeshauptfrau aber bereits am 21. September per E-Mail informiert, dass ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe drohe.

Burgstaller-Sprecher dementiert Warnung

Burgstallers Sprecher dementierte: Die Referatsleiterin habe Burgstaller in dem Mail persönlich um Hilfe gebeten und sie nicht vor Verlusten gewarnt. Der genannte Betrag stehe in keinem Zusammenhang zu dem kolportierten Verlust von 340 Millionen Euro. Eine Warnung habe es auch bei einem persönlichen Gespräch mit der Referatsleiterin nicht gegeben. (APA, 17.12.2012)

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