Chavez-Partei siegt bei Gouverneurswahlen in Venezuela

17. Dezember 2012, 13:48
104 Postings

PSUV erringt 20 von 23 Gouverneurssitzen

Caracas - Mit einem klaren Wahlsieg haben die Venezolaner den sozialistischen Kurs des an Krebs erkrankten Staatschefs Hugo Chavez bestätigt. Zehn Wochen nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl errang die Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) in 20 von 23 Teilstaaten die Gouverneurssitze, wie die Wahlkommission in der Nacht auf Montag nach Auszählung von knapp 95 Prozent der Stimmen mitteilte. Die Chavistas feierten den Wahlerfolg als "historischen Sieg". Die Opposition konnte sich lediglich in den Teilstaaten Miranda, Lara und Amazonas behaupten. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 54 Prozent.

Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski setzte sich in dem strategisch wichtigen Teilstaat Miranda gegen Ex-Vizepräsident Elías Jaua mit 51,94 zu 47,71 Prozent durch. Der 40-jährige Jurist Capriles war bei der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober unterlegen. Sollte der vor einer Woche auf Kuba operierte Chávez wegen seiner Krebserkrankung dauerhaft an der Amtsausübung gehindert sein, gilt Capriles bei dann erforderlichen Neuwahlen erneut als möglicher Präsidentschaftskandidat. Capriles bedauerte den Wahlsieg der Sozialisten: "Wir hatten die gesamte Staatsmacht gegen uns."

PSUV siegt auch im Erdöl-Staat Zulia

Chávez verfolgte die Wahlen nach Angaben der Regierung vom Krankenbett in Havanna aus. PSUV-Wahlkampfchef Jorge Rodríguez wertete den Sieg der Sozialisten als einen Sieg von Chávez. "Der Comandante kann nun auf 20 Gouverneure, auf 20 revolutionäre Kader zählen", sagte Rodríguez. Die Regierungspartei siegte auch im wichtigen Erdöl-Staat Zulia, der bisher von der Opposition gehalten wurde. Rund 17,4 Millionen Stimmberechtigte waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Der Opposition waren bisher insgesamt acht Bundesstaaten zugerechnet worden.

Chávez hatte sich vor rund einer Woche auf Kuba einer komplizierten sechsstündigen Krebsoperation unterzogen. Durch den Eingriff wurde fraglich, ob der 58-Jährige am 10. Jänner 2013 sein neues, bis 2019 dauerndes Mandat antreten kann. Bis zum 10. Jänner kann sein Vize, Außenminister Nicolás Maduro, die Amtszeit vollenden. Sollte Chávez sein Amt nicht antreten können, übernimmt zunächst der Präsident der Nationalversammlung die Amtsgeschäfte. Danach müsste entschieden werden, ob die Abwesenheit des seit 1999 regierenden Chávez temporär oder dauerhaft ist. (APA, 17.12.2012)

Share if you care.