Tunesischer Staatschef und Parlamentspräsident mit Steinen beworfen

Jubiläum der tunesischen Revolution im Schatten sozialer Probleme

Tunis - Auf den tunesischen Staatschef Moncef Marzouki und Parlamentspräsident Mustafa Ben Jaafar sind bei einer Kundgebung zum zweiten Jahrestag der Revolution Steine in Sidi Bouzid geworfen worden. Die beiden Spitzenpolitiker wurden von der Polizei umgehend in der Präfektur in Sicherheit gebracht. Dort nahm am 17. Dezember 2010 die tunesische Revolution ihren Ausgang, als der Straßenverkäufer Mohammed Bouazizi sich selbst verbrannte, um gegen die sozialen Missstände in dem nordafrikanischen Land zu protestieren. Aus einer Menge von 5.000 Menschen in Sidi Bouzid erklangen lautstark "Verschwinde - Verschwinde!"-Rufe, ähnlich wie vor zwei Jahren.

Marzouki wurde von Umstehenden angeschrien, als er einen Blumenkranz am Grab Bouazizis niederlegte. Die Demonstranten warfen Marzouki vor, dass sich seit seinem Amtsantritt nichts an den wirtschaftspolitischen Problemen in Tunesien geändert habe. Die Demonstranten hatten damals den Sturz des langjährigen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali erreicht und auch den Arabischen Frühling mit hervorgerufen, der zu Umstürzen in mehreren arabischen Ländern führte. (APA, 17.12.2012)

  • Auf Mustafa Ben Jaafar (links) und Moncef Marzouki wurden in Tunis Steine geworfen.
    foto: reuters/souissi

    Auf Mustafa Ben Jaafar (links) und Moncef Marzouki wurden in Tunis Steine geworfen.

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