Österreicher in Syrien von Regimekräften verhaftet

17. Dezember 2012, 18:41

47-jähriger Familienvater syrischer Abstammung lieferte Hilfsgüter nach Aleppo, bevor er verhaftet wurde

Damaskus/Wien  - Ein Österreicher syrischer Abstammung ist bei der Auslieferung von Hilfsgütern in Syrien von Regierungskräften verhaftet worden. Der 47-jährige Jamal Orabi, der mit seiner Ehefrau und sechs Kindern in Österreich lebt, sei am Sonntag im Haus von Verwandten in der syrischen Metropole Aleppo aufgesucht und vom Militärgeheimdienst abgeführt worden, sagten Angehörige. Das Außenministerium in Wien verlangte vom syrischen Regime Aufklärung.

Orabi war nach Angaben der Hilfsorganisation Humanic Relief mit Medikamenten und Nahrungsmitteln für notleidende Zivilisten in das Bürgerkriegsland gereist. Er habe bereits mehrfach solche Reisen für die Organisation übernommen, sagte ein Sprecher von Humanic Relief, Ahmed Elmatbouly. Seit seiner Verhaftung habe man kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. "Es ist ein tragischer Fall für uns."

Der Verein Humanic Relief wurde als Irakhilfswerk während des Irakkriegs ab 2003 gegründet und engagiert sich in Syrien und anderen Konfliktstaaten. Hilfsgütern zu liefern sei oft schon Grund, als Gegner des Regimes zu gelten, sagte Elmatbouly. Dass Nahrung oder Medikamente in den Händen von Rebellen landeten, wies er zurück.

Kaum Aussicht auf Freilassung

Die Familie Orabis hofft nun, dass die österreichische Staatsbürgerschaft ihn schützt. Andernfalls gebe es kaum Aussicht auf Freilassung, würden doch die syrischen Regimekräfte immer wieder syrische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen foltern und töten. "Es ist so schlimm, wir wissen nicht, was wir tun sollen", sagte sein Neffe Mohammed Orabi. Man hoffe auf die Hilfe der österreichischen Regierung.

Das Außenministerium trat indes mit den syrischen Behörden in Kontakt. Diese bestätigten, Orabi festgenommen zu haben. Über seinen Aufenthaltsort konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. In Wien will man nun weitere Schritte vorbereiten. So wird auf die Konsularkonvention von 1963 verwiesen, nach der Diplomaten des Heimatstaates unter anderem das Recht haben, im Ausland verhaftete Staatsbürger zu besuchen und mit ihnen zu korrespondieren.

Es handelt sich nicht um den ersten Österreicher, der in einem Kriegsgebiet festgesetzt wird. So wurde 2006 der Oberösterreicher Bert Nussbaumer, der für eine Sicherheitsfirma im Irak arbeitete, dort entführt und als Geisel gehalten. Im Jahr 2008 wurde er tot aufgefunden.  (APA, 17.12.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3
Neue Schuhe fuer alle?

An welche Sprache ist die Humanic Hilfsorganisation angegliedert? Das Wort "Humanic" heisst doch gar nichts in Deutsch oder Englisch, ausser Franz.

"Es handelt sich nicht um den ersten Österreicher, der in einem Kriegsgebiet festgesetzt wird."

Der Vergleich ist merkwürdig. Nussbaumer war ein Söldner der in Kampfhandlungen verstrickt war.

Im Krieg ist jeder Feind ein Feind

Ob aktiv im Kampf oder passiv im Nachschub, alle die den Feind unterstuetzen kommen nach Guantanamo.

"Who is not with me is against me" sagte ein Amerikaner und alle anderen durften Blei schmecken, egal ob aktiv oder passiv.

Die besten Agenturen der Welt

Die Qualitaetsagenturen haben sich wieder einmal uebertroffen. Kaum wurde ein Name ganz gross ausposaunt wird er schon wieder geaendert. Der Kerl hiess vorher <zensuriert> und jetzt auf einmal heisst er Jamal Orabi.

Warten wir zu, wie er morgen heissen wird.

Das ist sicher Teil der Verschwörung

die gegen den Demokraten Baschar al-Assad am Laufen ist.

(Ich las im Beitrag von Anfang an "Jamal Orabi".
da hat man wohl ganz speziell IHR EIGENES INTERNET manipuliert,
Franz...)

Meine Güte ...

Man muss nicht seinen Verstand und seine Menschlichkeit über Bord werfen, wenn man gegen die freie Armee ist (bin ich auch!)

Vielleicht hat er den Rebellen direkt zugearbeitet,
vielleicht leistete er aber auch wirklich humanitäre Hilfe für die darbende Zivilbevölkerung.

Wenn das der Fall ist, dann frage ich nicht nach seiner politischen Einstellung!

Ihr könnts ruhig glauben, dass das Assadregime (das ich unter Umständen auch einem Rebellenregime vorziehe) keinerlei Fingerspitzengefühl hat.

Selbst in dieser bedrohlichen Lage machen sich die nicht einmal die Mühe, zwischen gefährlichen und harmlosen Oppositionellen zu unterscheiden. Bzw. wer außerhalb der Regierung humanitär aktiv ist, steht automatisch auf der Schwelle zum Verräter

Wie viele Millionen Flüchtlinge gibt es....und warum gibt es die? Faruk al-Sharaa, einer der engsten Weggefährten der Assads kritisiert: "Assad habe nie Interesse an einem politischen Dialog mit der Opposition gehabt. Dieser sei jedoch der einzige

Weg, um Syrien zu retten." Und weshalb hat er wohl kein Interesse gehabt - weil die Assad Diktatur und sein Clan nur an ihrer Alleinherrschaft interessiert sind. Sie sind die "Spitze", die oberste Befehlskette, die nicht mit anderen Verhandeln oder zurücktreten muss...das Selbstverständnis einer Realitätsfernen Diktatur, welche die Zeichen der Zeit nicht erkennen kann und seinen Untergang selbst einleitet. Und das Forum ist längst ein Fortsatz dieser Polarisierung/Realitätsverweigerung. Die Nibelungentreue zu einem Regime das mit Panzern, Kanonen u. Luftwaffe gegen die eigenen Leute vorgeht ist mit gesundem politischen Menschenverstand nicht zu rechtfertigen. Punkt!

In Wien hatte ich bisher nur 2 Syrer persönlich kennengelernt. Der eine war ein offener Assad-Gegner und hatte gegen diesen gehetzt, weil Assad laut ihm ein Freund der von ihm verhassten Türkei gewesen war, weswegen chinesische Billigstprodukte wegen der Türkei die syrische Wirtschaft ruinierten. Ich verlor den Kontakt zu ihm, als die herzegovinische Mafia und die Serben seine besten Freunde wurden. Der andere Syrer war einfach ein braver Steuerzahler, der einen Betrüger zum Steuerberater hatte, welcher von sich behauptet hatte, einst aus dem militärischen Geheimdienst Österreichs hinausgeworfen worden zu sein.

...Vielleicht hat er den Rebellen direkt zugearbeitet, ...

Hat er, sogar den Religiösen.

Pepi Berger

Wer sehen will auf welcher Seite die Organisation humanic reliefs agiert, der bekommt von der folgenden Website die Aufklärung.

In der Bildergallerie sieht amn sehr schön das Logo der Rebellen und Logos von zwei islamischen Organisationen

https://www.humanicrelief.org/index.php... 35&lang=de

Soweit zur Hilfsorganisation.

Pepi Berger

Danke Pepi Berger für Ihren Link

So etwas ähnliches hab ich mir schon gedacht.

Die zuständigen,österreichischen Außenamtbediensteten
werden sich freuen über Weihnachten Dienst zu schieben, um einen Salafisten, der es unbedingt wissen will, herauszuhauen.
Für alle anderen:
NGOs und andere humanitäre Organisationen handeln
überlegt in Krisengebieten,aus gefährlichen Kriegsgebieten holen sie rechtzeitig ihre engagierten
AktivistInnen.
Nun zu diesem Fall.

Natürlich muß einem Staatsbürger geholfen werden.
Nur ,wie loyal ist der Staatsbürger,der als sechsfacher Familienvater ins Bürgerkriegsgebiet und in Kauf nimmt,daß der Staat, der sich und seiner zahlreichen Familie Schutz und Fürsorge bot,so in salafistische Geiselhaft genommen wird.

Eben!

Dos ist hundatprozentig a Salafist der die Regierung unta dem freiheitlichen Assad bedrohen wollt.

Den brauch ma gor nit mehr zuruckholen tuan noch Österreich.

Do host dos genauestens durchschaut Tragsessel.

Das ist Ansichtssache. Es wurde ja offiziell bestätigt das er festgenommen wurde.

Das Hilfsorganisationen a priori unerwünscht sind so wie du behauptest ist aber falsch - das rote Kreuz darf in Syrien operieren. Nur muss man auch genau trennen wer was genau wo und wie macht - es gibt Salafisten die ihre Waffenbrüder logistisch unterstützen. Wieso sollte die syrische Regierung dies tolerieren?

Wenn er sich nichts zuschulde kommen hat lassen hat er auch nichts zu befürchten, Agitpropmeldungen hin oder her. Und wenn er die Salafisten unterstützt hat dann braucht er sich nicht beschweren wenn er eine Haftstrafe ableisten muss.

Das heißt es doch auch in Österreich:

"Wer sich nichts zu Schulden kommen ließ, der hat bei der Beamtshandlung hierzulande nichts zu befürchten."

Beispielsweise für mindestens sechs Tierschützer traf das bei weitem nicht zu:

Monatelanges totales überwacht Werden, drei Monate in U-Haft gesetzt, dann einen Monsterprozess am Hals der sie hundert tausende Euro kostete.
Und dann rechtskräftig: FREISPRUCH IN ALLEN PUNKTEN.

Wenn diese leere Phrase auf ähnliche Weise für Herrn Orabi im Rechtsstaat Syrien zutrifft,
dann sieht er seine Familie wohl für einige Zeit nicht.

Und das AUCH wenn er sich "nichts zu Schulden kommen ließ".

dieser kommt frei wenn der aussenamt genügend druck ausübt.
aber die gute nachricht, wenn man diese arikel liest ist daß Alepoo von Syrische Regierung kontolliert wird, und terroristen haben es nicht geschafft die stadt einzunehmen

Ich hätt sonst nicht schlafen können!

Andernfalls gebe es kaum Aussicht auf Freilassung, würden doch die syrischen Regimekräfte immer wieder syrische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen foltern und töten.

sowas tut die FSA und nicht das regime weil was hätte assad davon ausser das er beim volk schlecht ankommen würde.sehr viel hier im westen was über das regime von assad geschrieben wird sind lügen und diese lügen kommen aus der grössten desinformationsquelle die es überhaupt gibt und zwar aus london.

Warum schreiben sie nicht gleich "Ostküste"?

Also, zwischen einem Mitarbeiter einer "Sicherheitsfirma"

aka Söldner und einem Mitarbeiter einer humanitären Organisation ist schon ein riesen Unterschied.

Das in einem Atemzug zu nennen, das ist eigentlich eine Frechheit!

Bei 2 Jahren Bürgerkrieg, Spionen, ausländischen Interventionen sacken die halt jeden ein der verdächtig vorkommt. Man kann nur hoffen daß diese Sache für den Mann gut ausgeht.

Auf dem Sofa ist gut liegen

Sie meinen, dass das die Syrer genauso gesehen haben?
Entschuldigung, haben Sie schon gecheckt, dass es hier seit fast 2 Jahren um einen blutigen Bürgerkrieg geht?

Denen ist "humanitär" und Diplomatenkonvention so was von wurscht.

Typische Blauäugigkeit eines Coach-Potatoes.

vielleicht doch lieber

couch potato?

Ach

der "Bürgerkrieg" geht nicht seit 2 Jahren.

Der fing erst an als Medien welche von Agenturen abhängig sind und ne pervertierte Axis of Good angefangen haben ins Feuer zu blasen.

Was ist denn bittesehr ein "Coach-Potato":

Soetwas wie der Fußballclub-Einkäufer Frank Stronach?

Eindeutig ein Fall für das Einsatzkommando Cobra ! Los, Burschen und Mädels, holt´s doch schnell den Landsmann da raus !

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.