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Budapest - Die ungarische Regierung hat den aus der Ukraine stammenden Regisseur Attila Vidnyanszky zum neuen Intendanten des Nationaltheaters ernannt. Dies gab der Minister für Human-Ressourcen, Zoltan Balog, am Montag vor der Presse in Budapest bekannt. Vidnyanszky soll sein neues Amt im Juli kommenden Jahres antreten und fünf Jahre lang ausüben. Er tritt die Nachfolge von Robert Alföldi an, dessen Amtszeit mit dieser Spielzeit zu Ende geht. Vidnyanszky, ein Angehöriger der ungarischen Minderheit in der Karpato-Ukraine, galt als Wunschkandidat der Kulturpolitiker um den rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban.
Die Ausschreibung, in der er sich gegen Alföldi durchsetzte, wurde in Budapest als reine Formalität betrachtet. Denn Alföldi leitete zwar das Nationaltheater mit viel Erfolg und starker Besucherauslastung. Doch wurde der Schauspieler und Regisseur wegen seines modernen Theaterstils, seiner Absage an einen engen nationalistischen Kanon und seiner eigenen Homosexualität immer wieder zur Zielscheibe rechtsextremer Proteste.
Vidnyanszky (48) wurde im ukrainischen Beregovo geboren, wo er nach dem Studium der Regie in Kiew 1992 ein ungarischsprachiges Theater gründete. Um die Jahrtausendwende kam er nach Ungarn, wo ihn die Kritik wegen seines von der russischen Theaterkultur inspirierten Stils schätzte. Seit 2007 leitet er das Theater in Debrecen. Von da an bot er sich zunehmend dem rechten Lager in Ungarn als konservativer und anti-modernistischer Theatermacher an. (APA, 17.12.2012)
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