Grüne empfehlen Votum gegen Wehrpflicht

  • "Wehrpflicht ist die sinnloseste Aufgabe des Bundesheers": Pilz.
    foto: apa/schlager

    "Wehrpflicht ist die sinnloseste Aufgabe des Bundesheers": Pilz.

Pilz für Reform nach Vorschlägen der Bundesheer-Reformkommission - Kritik an "alten Militärparteien" ÖVP und FPÖ

Die Grünen empfehlen nun offiziell, bei der Bundesheer-Volksbefragung für die Abschaffung der Wehrpflicht zu stimmen. Das habe die Partei bei einem erweiterten Bundesvorstand beschlossen, sagte Sicherheitssprecher Peter Pilz am Montag. Erst wenn die Wehrpflicht abgeschafft sei, könne man eine Reform in Angriff nehmen, am besten auf Basis des Beschlusses der Bundesheer-Reformkommission.

Pilz: "Wehrpflicht sinnloseste Aufgabe des Bundesheers"

"Auch wenn die amtliche Frage schlecht und missverständlich formuliert ist: Bei der Volksbefragung am 20. Jänner empfehlen die Grünen, für die Abschaffung der Wehrpflicht zu stimmen", lautet die offizielle Empfehlung. Es liege schlicht "keine konventionelle Bedrohung" des Staatsgebiets mehr vor, sondern gehe in Zukunft um Friedensaufgaben und Assistenzleistungen. Das habe auch die Bundesheer-Reformkommission in ihrem Abschlussbericht festgehalten. "Wehrpflicht ist die sinnloseste Aufgabe des Bundesheers", so Pilz.

Scharfe Kritik übte Pilz an ÖVP und FPÖ, die sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht starkmachen. Diese "alten Militärparteien" würden verschweigen, dass die derzeitigen Streitkräfte nicht mehr im bisherigen Ausmaß erforderlich seien. Ein Berufsheer würde auch "sicherlich nicht mehr, sondern weniger als die Hälfte kosten", so Pilz. Ein Votum für die Wehrpflicht würde das derzeitige Modell auf viele Jahre "einbetonieren" und eine Reform verhindern.

Darabos-Modell "Unsinn"

Aber auch mit der Performance der SPÖ vor der Volksbefragung ist Pilz unzufrieden. Das Modell von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) ist für ihn "Unsinn". "Würde man Darabos beauftragen, die Maria-Theresien-Kaserne neu zu streichen, dann wäre das Ergebnis, dass die gesamte Fassade herunterfällt." Von der SPÖ erwartet sich Pilz, dass sie in Sachen Volksbefragung nun Haltung beweise. Er sei davon überzeugt, dass diese trotz negativer Umfragewerte für die Berufsheer-Befürworter zu gewinnen sei. (APA, 17.12.2012)

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'Ein Berufsheer würde auch "sicherlich nicht mehr, sondern weniger als die Hälfte kosten", so Pilz.'

Der Satz hätte von Darabos kommen können.

Einen solchen Satz habe ich mir aber nicht von Peter Pilz erwartet, dessen Kompetenz, z.B. im U-Ausschuss, ich sehr zu schätzen weiß.

Dass Pilz hier in dasselbe Horn stößt wie - ausgerechnet - Androsch, Häupl und die Kronenzeitung, enttäuscht mich.

Hat sich Herr Pilz schnell eine Jacke ueber seinen

Schlafanzug gezogen?

""Auch wenn die amtliche Frage schlecht und missverständlich formuliert ist"

LOL

die Grünen habens ja in der Wiener Volksbefragung bewiesen. gell!

Grüner Furz interessiert mich aber wenig.

Ich bin PRO Wehrpflicht

Ist günstiger, und besser für unsere Neutralität, und auch den Katastrophenschutz. Wir haben ja bereits zusätzlich ein "Berufsheer", sonst gäbe es ja keine Berufssoldaten bei uns.

Berufheer nur für Friedensmissionen?

Pah...das sie sich daran nicht verschlucken.
Wie Hannes Androsch – Multimillionär, Industrieller und SPÖ Mitglied- bereits ausgeplaudert hat."Wird sich ein berufsheer natürlich an Handels-u. Rohstoffkriegen beteiligen".
Somit kann mensch sich getrost von seinen pazifistischen Gedanken, in bezug auf ein Berufsheer, verabschieden!

Ist der Abschlussbericht der Reformkomission öffentlich? Vor der Volksabstimmung würde ich das Papier doch verdammt gerne lesen.

Soeben von Twitter @McGeiz

https://twitter.com/McGeiz/st... 08/photo/1

Klar Chauffeure werden bei gegen Wehrpflicht
etwas mehr kosten, aber dann stimmt das
Verantwortung- Entlohnung Verhältnis, oder
günstigere Offiziers- Karren kaufen. Kindergarten
der Eitelkeit mit Alkoholproblemhintergrund.

berufsheer - ohne folgen?

in den letzten 20 jahren gab es einen übergang der militärdoktrin von selbstvert. zu ermöglichung einer militärintervention Im eu-ausland.

dafür wurden eben die battle groups geschaffen an denen auch öster. beteiligt ist (derzeit mit 300 sold.)
b.g. = schnelle eingreifstruppen mit aktionsradius 6000km von brüssel!

schüssel wollte ein berufsheer und damit in die nato. jetzt bereitet die spö einen teil dieses weges... !

21 der 27 eu-länder sind bei der nato. weil immer die anderen staaten mit berufsheer angeführt werden...

Wie wärs mit einer 3. option?

Rückbau des bundesh. rein auf gegenwärt. Bedrohungsszen. ausgerichtet.
Reduktion von zwang, aufwertung von wehrdienst/zivildienst.

warum immer alles den anderen nachmachen?

Zwangsdienst aufzuwerten macht ihn nur bedingt besser. In diesem Fall sollten wir den Trend erkennen und die Zwangsarbeit endlich abschaffen. Dann können junge Menschen das machen, das sie interessiert sei es nun ein Studium oder der erste Job. Die Sozialdienste werden von Menschen übernommen, die ein solcher Job wirklich begeistert, was wohl auch der Qualität nicht schaden kann.

was bleibt?

das berufsheer wird als schlüsselelement für etwaige auslandseinsätze angesehen.

sind sie sich sicher, dass ein berufsheer bei den finanz. vorgaben (es darf ja nicht teurer werden, als bisher) tatsächlich so attraktiv gestaltet werden kann, dass es kein sammelbecken für rechts-rechte rambo-fans wird?

Ob sich Österreich jemals an Auslandseinsätzen außerhalb der UN-Friedensmissionen beteiligen wird halte ich für fraglich. Dazu gibt es weder von Seiten der Politik noch von Seiten der Bevölkerung Unterstützung.
Natürlich gibt es wie sonst auch, keine 100% Sicherheit das alles gut funktioniert. Aber fürchten Sie ihre Mitbürger so, dass Sie ihnen einen Militärputsch zutrauen? Es gibt heute auch schon viele Berufsoldaten und die meisten sind keine rechts-rechte rambo-fans. Es sind ganz normale Leute. Ausnahmen wird es immer geben, aber die stellen keine ernstzunehmende Bedrohung dar. Jedenfalls nicht in einem Ausmaß, welches die Beibehaltung der Zwangsarbeit rechtfertigen würde.
Was meinen Sie eigentlich mit Reduktion des Zwangs(1.Posting)?

schauen sie einmal worin androsch die aufgaben eines berufsheeres sieht

Androsch wurde von der SPÖ-Führung vor kurzem zum Leiter des „Komitees für ein Ende Wehrpflicht“ gekürt. Dankenswerterweise benennt er unumwunden, wofür ein Berufsheer dienen soll. Das Aufgabenspektrum sei „im europäischen Verbund in Zusammenarbeit mit der NATO einsatzbereit zu sein, die Rohstoff- und Energiequellen zu verteidigen, die Transportwege, Seewege und Pipelines. Dazu kommt das Flüchtlingsproblem, Terrorismus und Cyberwar.“ (1)

quelle ag friedensforschung, österreich

Verteidigung ist nur erforderlich,wenn ein Angriff erfolgt. Hier sollte die Abschreckwirkung von Nato und EU reichen um jeden Gegner zu einem Überdenken seiner Angriffsplanung anzuregen. Terrorismus, Grenzschutz und Cyberwar gehören auch heute schon zu den Aufgaben des Bundesheeres, allerdings wäre ein Berufsheer hier wahrscheinlich effizienter.

falsch verstanden

es geht nicht darum, dass eu-staaten angegriffen werden, sondern darum, dass wir von Rohstoffen vom eu-ausland abhängig sind.

gerade in afrika gibts immer wieder probleme in eben diversen rohstoffländern.

schau dir an was in syrien seit monaten abgeht und dann schau dir an, was in lybien passierte.
syrien hat kein/kaum öl, lybien sehr wohl, verstanden?

diverse krisenherde können längerfristige förderausfälle zur folge haben. und das meint androsch, dass ein berufsheer diverse energiequellen, aber auch seewege (stichwort piraten! am horn von afrika) usw. im verbund mit der nato im europäischen verbund zu verteidigen hat.

wundert mich, dass die spö solche aussagen so einfach hinnimmt.

sie wissen schon, was man unter schnellen eingreifstruppen verstehen kann?

es geht eben darum schnell vor ort in einem krisengebiet zu sein.

traditionell ist die uno nicht so schnell mandate für militäroperationen zu vergeben.

hier gibts völlig offensichtlich einen konflikt.

derzeit ist es nicht vorstellbar, dass österreich auch an auslandseinsätzen außerhalb des un-friedensmandat teilnimmt. ein berufsheer war noch vor ein paar jahren auch nicht vorstellbar.

aber gut, ich will hier optimistisch bleiben, erlaube es mir aber auf die strukturen (berufsheer- baustein zur steigerung der gesellschaftl. akzept. eines etwaigen einsatzes), die hier geschaffen werden hinzuweisen.

zwang? analysieren, was wird konkret als negativ empfunden, wo kann man druck wegnehmen, wo alternativen schaffen usw.

Ich kann ihnen sagen, was aus meiner Sicht negativ ist: Der Zwang ein Jahr (ich will studieren und kann erst ein Jahr später angangen) meines Lebens zu opfern, für etwas, dass mich nicht im geringsten interessiert. Die Nachteile die das auf dem Arbeitsmarkt bringt. Die Ausnutzung durch die Trägerorgansationen. Der lächerliche Gehalt. Das Gefühl zu einem Bürger 2.Klasse degradiert zu werden.

Diese Probleme können mMn nur durch eine Abschaffung gelöst werden.
Ich weiß, dass diese Ansichten auch von den meisten meiner Bekannten geteilt werden.

wie lang ist jetzt die wehrpflicht?

meine war 8 monate- soweit ich weiß sinds nur mehr 6 monate.

und ja, man kann oft auch im sommersemester zu studieren beginnen. hängt halt vom einrückungstermin usw. ab, inwiefern das jetzt wirklich 1 jahr kostet. ich bin nach der matura und vor dem einrücken ein paar wochen kofferschupfen am flughafen gewesen.

wenns mich vor, während und unmittelbar nach dem Bundesheer gfragt hätten, würd ich es ähnlich sehen und ich versteh auch, dass man diesem bundesheer nix abgewinnen kann.

nur könnte es zumindest theoretisch auch andere lösungen geben.
berufsheer und alles wird gut, ist halt doch kurzsichtig.

Ja es sind 6 Monate bzw. beim Zivildienst 9 (warum auch immer). Leider ist es in den meisten Studienrichtungen inzwischen nicht mehr möglich im Sommersemester zu beginnen. Selbst wenn ich direkt nach der Matura, die für ganz Österreich in der letzten Juniwoche stattfindet, einrücken würde, wäre es mir nicht möglich bis zum Oktober fertig zu werden. Von den Schwierigkeiten beim bh für Aufnahmetests oder die STOEP zu lernen mal abgesehen. Außerdem will ich nicht zum bh sondern werde wohl Zivildienst machen.
Das ein Berufsheer nicht die Universallösung für alle Probleme ist, weiß ich. Allerdings würde es zumindest einige lösen. Sollte die Wehrpflicht bestehen bleiben ist die Chance, etwas ändert sehr gering.

ein jahr verzögert...

natürlich, wenn du das jahr als verloren wertest, a blöde gschicht.

tja, vielleicht hast glück und das berufsheer kommt und wird rasch eingeführt.

wie gsagt, ich versteh deine situation schon.

alles gute, wie auch immer die sache ausgeht!

korrektur

nicht aufwertung des wehrdienstes im eigentlichen sinn, sondern aufwertung der rechte der wehrdiener!

verhinderung von unpassenden ausbildungsmethoden, schutz der wehrdiener usw.

genauso für zivildiener.

reduktion der anzahl / dauer, sowie erhöhung des sold/Lohns

usw. kurz: eben besserstellung

Die Rechte der Wehrdiner sind bei uns erstaunlich hoch entwickelt

Die außerordentliche Beschwerde im Parlament, die dann von einer paritätischen Kommission bearbeitet wird (Ich glaub, der Pilz saß da auch lange drin) ist soetwas.
Und klein ist das Heer jetzt schon.

ein zwangsdienst ist bereits eine umfdassende entrechtung, da gibts nichts zu beschönigen.

zeit=geld.
wehrdienst ist wenig anderes als eine andere art von steuer.

natürlich gibt es unterschiede

es ist auch eine frage der gestaltung und des polit. willens.

man braucht nix beschönigen, man braucht es nur besser zu machen.

Posting 1 bis 25 von 955

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