Für die gleichgeschlechtliche Ehe

17. Dezember 2012, 11:03
32 Postings

In Frankreich gingen zehntausende DemonstrantInnen auf die Straße - Auch vor dem Vatikan versammelten sich AktivistInnen für das Heiratsrecht

Paris/Vatikanstadt -  Zehntausende Menschen sind am Wochenende in Paris und anderen französischen Städten für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe auf die Straße gegangen. Mit den landesweiten Demonstrationen und Kundgebungen wollten die TeilnehmerInnen ein entsprechendes Gesetzesprojekt der sozialistischen Regierung unterstützen. Es soll Lesben und Schwulen künftig die Eheschließung und Adoptionen ermöglichen.

Gegendemo der Gegendemo

Nach Polizeiangaben versammelten sich Sonntagnachmittag rund 60.000 DemonstrantInnen zu einem bunten Zug durch die französische Hauptstadt. Die OrganisatorInnen gaben die TeilnehmerInnenzahl mit 150.000 an. In den vergangenen Wochen hatten sich an Demonstrationen gegen das Regierungsprojekt mehr als 100.000 Menschen beteiligt.

Die Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe spaltet die französische Gesellschaft: Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage ist zwar eine Mehrheit von 60 Prozent der Franzosen und Französinnen für das Heiratsrecht - das Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare befürworten allerdings nur 46 Prozent. Der Gesetzesentwurf der Regierung soll von Ende Jänner an im Parlament diskutiert werden.

"Pro Homo" vor dem Vatikan

Auch vor dem Vatikan demonstrierten am Sonntag AktivistInnen für das Recht lesbischer und schwuler Paare zu heiraten. Sie drückten damit ihren Protest gegen eine Botschaft von Benedikt XVI aus, wonach die Einführung der Ehen zwischen Homosexuellen eine Gefährdung für die traditionelle Familie sei.

"Liebe deinen Nächsten" und "Liebe kennt keine Grenzen" war auf den Plakaten der DemonstrantInnen zu lesen. Allerdings gelang ihnen nicht, Zutritt zum Petersplatz zu erlangen, wo zehntausende Gläubige am Angelus-Gebet anlässlich des dritten Adventsonntags teilnahmen.

Protest gegen Papstbotschaft

In seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner 2013 wendet sich der Papst gegen eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und fordert einen stärkeren Schutz der Ehe. Als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau dürfe die Ehe vor dem Gesetz nicht auf eine Ebene gestellt werden mit "radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen", so Benedikt XVI. Der besondere Charakter und die unersetzliche Rolle der Ehe würden durch gleichgeschlechtliche Gemeinschaften "verdunkelt". (APA/red, dieStandard.at, 17.12.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Genug von der Homophobie - Lesbophobie!": In Paris gingen zehntausende Menschen auf die Straße.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Den BefürworterInnen der Lesben- und Schwulenehe in Vatikanstadt wurde der Zutritt zum Petersplatz verwehrt.

Share if you care.