Recherchematerial über Pinochet-Diktatur gestohlen

Chilenischer Journalist hatte zuvor Geheimpapiere über den verstorbenen Diktator veröffentlicht

Santiago de Chile - Einem chilenischen Journalisten, der jüngst Geheimpapiere der Pinochet-Diktatur veröffentlicht hatte, sind zahlreiche Unterlagen gestohlen worden. Unbekannte Diebe entwendeten aus der Wohnung des Journalisten Mauricio Weibel in Santiago de Chile am Samstag einen Laptop mit den Dokumenten seiner Recherche, teilte die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" am Sonntag mit. Am Vortag sei ihm das Auto gestohlen worden.

"Das war kein gewöhnlicher Einbruch. Diejenigen, die in Weibels Haus eingebrochen sind, wussten genau, wonach sie suchten - und sie haben es gefunden", erklärte die Journalistenorganisation. "Reporter ohne Grenzen" forderte die chilenische Regierung auf, die Sicherheit Weibels zu gewährleisten. Weibel ist Korrespondent des spanischen Dienstes der Nachrichtenagentur dpa und Vorsitzender der Südamerikanischen Korrespondenten-Vereinigung (UNAC). Er veröffentlichte im Oktober das Ergebnis seiner Untersuchung von bisher unbekannten Geheimarchiven der chilenischen Diktatur unter Augusto Pinochet (1973-1990) in seiner journalistischen Berichterstattung und als Buch. (APA, 17.12.2012)

Share if you care