Syrien: Assad-Vize glaubt nicht mehr an den Sieg

Faruk al-Sharaa: Keine der beiden Seiten kann den Krieg gewinnen - Schlägt Regierung der nationalen Einheit vor

Damaskus - Der syrische Vizepräsident Faruk al-Sharaa plädiert laut Al-Jazeera für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zur Beendigung des Bürgerkrieges. Al-Sharaa habe dies der libanesischen Zeitung "Al-Akhbar" (Montag) erklärt, berichtete der Sender aus Katar am Sonntag.

Weder die Regierungstruppen noch die Rebellen könnten den Krieg gewinnen, sagte Al-Sharaa den Angaben zufolge. Die Lage im Lande werde immer schlimmer. Nur eine "historische Regelung" könne den Konflikt beilegen.

Walid al-Banni (Bunni), ein Veteran der syrischen Opposition, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Beirut, Sharaas Vorschlag komme zu spät. "Außerdem können wir nicht akzeptieren, dass Leute, die das syrische Volk töten, an der Macht bleiben", fügte er hinzu.

Iran fordert Reformen und Waffenstillstand

Zuvor hatte Syriens wichtigster Verbündeter Iran sich für eine Verfassungsreform und Wahlen in Syrien ausgesprochen. Teheran rief laut einer Meldung der iranischen "Press TV" alle Rebellengruppen und die Regierung in Damaskus auf, ein "Nationales Versöhnungskomitee" zu bilden, um die Bildung einer Übergangsregierung vorzubereiten.

Diese könne Wahlen für ein Parlament und eine verfassunggebende Versammlung organisieren und den Weg zu Präsidentenwahlen ebnen. Zudem forderte der Iran unter anderem die Einstellung aller Kampfhandlungen in bewohnten Gebieten und die Aufhebung aller Wirtschaftssanktionen. 

Aktivisten: Süd-Damaskus unter Dauerbeschuss

In Syrien hat die Armee nach Angaben aus Oppositionskreisen am Montag die südlichen Viertel von Damaskus mit Artillerie und Raketen unter Dauerbeschuss genommen. Heftige Gefechte wurden unter anderem aus der Provinz Deraa gemeldet. (APA, 17.12.2012)

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