Gigantenduell an Messi - Mourinho in der Bredouille

17. Dezember 2012, 15:15
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Barcelona entscheidet den Schlager gegen Atletico Madrid mit 4:1 für sich

Barcelona - Die 17. Runde der spanischen Meisterschaft ist ganz nach dem Geschmack des FC Barcelona verlaufen. Die Katalanen besiegten vor eigenem Publikum den Tabellenzweiten Atletico Madrid mit 4:1 und liegen nun neun Punkte vor dem ersten Verfolger. Der Vorsprung auf Real Madrid beträgt nach dem Heim-2:2 des Titelverteidigers gegen den Vorletzten Espanyol Barcelona bereits 13 Zähler.

Atleticos Top-Star Radamel Falcao hatte die Gäste in der 31. Minute mit einem sehenswerten Lupfer in Führung gebracht, nachdem Lionel Messi mit einem Ballverlust den Konter eingeleitet hatte. Barca gelang durch einen Schuss von Adriano ins Kreuzeck (36.) der Ausgleich, in der 45. Minute stellte Sergio Busquets im Zuge eines Eckballs auf 2:1.

Messi hält vor dem abschließenden Ligaspiel am Samstag gegen Real Valladolid damit bereits bei 90 Pflichtspieltoren in diesem Kalenderjahr. Der diesbezügliche Weltrekord ist ihm längst sicher. "Der Floh verschlingt den Tiger", schrieb die Zeitung "El Mundo" in Anspielung auf das Duell der Goalgetter Messi und Falcao.

Verfolger ohne Hoffnung

Die Rivalen geben sich im Titelkampf praktisch geschlagen. "Dieses Barca ist einfach übermächtig, dagegen kann man nichts ausrichten", sagte Atletico-Trainer Diego Simeone etwas ratlos. Noch finsterer sieht es beim Stadtrivalen Real aus, Jose Mourinho warf resignierend das Handtuch. "Der Titelgewinn ist praktisch unmöglich", gestand der Startrainer. Real hat in der laufenden Saison der Primera Division bereits 15 Punkte liegen gelassen, in der gesamten letzten Meistersaison waren es nur 14 gewesen.

Der Titelverteidiger geriet gegen Espanyol durch Sergio Garcia (31.) in Rückstand. Cristiano Ronaldo (45.) und Fábio Coentrão (48.) drehten das Spiel vorübergehend. Doch in der 89. Minute sicherte Juan Ángel Albín den Gästen einen Punkt.

Real läuft der Form des Vorjahres seit Saisonbeginn hinterher. "Ich war noch nie in so einer Situation, so viele Punkte zurück und mit einem Team, das so weit von seinen Zielen entfernt ist", sagte Mourinho. Die Zeichen stehen auf Abschied mit Saisonende. "Es ist neu für mich, aber ich gebe nicht auf. Ich werde kein Drama daraus machen und die Saison bestmöglich abschließen. Real zwingt dich schon allein wegen seines Namens, in jedem Spiel zu kämpfen. Man muss aufstehen", erklärte der Portugiese.

Es gebe außerdem immer noch andere Titel, nach denen es zu streben gilt - jenen in der Champions League etwa oder im spanischen Cup. Der Zug in der Liga scheint aber abgefahren. Real hat bereits mehr Punkte abgegeben als in der gesamten vergangenen Saison. Mourinho, wie lieben dich. Bleibe noch in Madrid!", skandierten die Barca-Fans schadenfroh.

Trainer Tito Vilanova wurde am Sonntag nicht müde zu warnen, wirkte dabei allerdings wie ein einsamer Rufer. "Wir haben eine Menge Punkte gesammelt, aber es war nicht leicht", sagte der Nachfolger von Pep Guardiola. Er erinnerte an die Saison 2008/09, als Barca zwölf Punkte Rückstand auf Real hatte und trotzdem noch Meister wurde. (APA/sid/red - 17.12.2012)

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    90 Türln im Kalenderjahr 2012.

  • Meisterschaft abgeschrieben.
    foto: epa/hidalgo

    Meisterschaft abgeschrieben.

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