Impfstoffhersteller Intercell und Vivalis fusionieren

17. Dezember 2012, 09:55
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Neues Unternehmen wird Valneva heißen - Intercell-Aktionäre erhalten 13 neue Vivalis Stammaktien für je 40 Intercell-Aktien

Der börsennotierte Wiener Impfstoffhersteller Intercell und das französische Biotech-Unternehmen Vivalis fusionieren. Damit soll ein europaweit führendes Biotech-Unternehmen im Bereich der Impfstoffe und Antikörper entstehen, teilte Intercell überraschend am Sonntagabend mit. Das neue Unternehmen wird unter dem Namen Valneva firmieren. Intercell-Chef Thomas Lingelbach soll Chief Executive Officer (CEO) des neuen Unternehmens mit Sitz in Lyon werden und Vivalis-CEO Franck Grimaud wird Chief Business Officer. Die Verschmelzung wurde bereits von den Aufsichtsräten von Vivalis und Intercell einstimmig genehmigt.

Intercell-Aktien zeigten sich am Montag sehr stark. (siehe Werte der Wiener Börse)

Fusion mit Mai 2013 fertig

Der Abschluss der Fusion wird für Mai 2013 erwartet. Danach werden ehemalige Vivalis Aktionäre rund 55,0 Prozent, und ehemalige Intercell Aktionäre rund 45,0 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals von Valneva halten. Die Aktien sollen an den geregelten Märkten der NYSE Euronext in Paris und der Wiener Börse notieren.

Bei einer Fusion unter Gleichen (Merger of Equals) schließen sich zwei Unternehmen, deren Wertrelation in etwa die gleiche ist, freiwillig zusammen. Beide Unternehmen sind im künftigen Aufsichtsrat und Vorstand gleichmäßig vertreten, wobei sich der Vorstand aus zwei Vivalis-Vorstandsmitgliedern und zwei Intercell-Vorstandsmitgliedern zusammensetzen wird.

Aktionäre müssen noch zustimmen

"Der Merger mit Intercell ist für Vivalis ein wichtiger Schritt in Richtung des strategischen Ziels ein profitables, produktbasiertes, biopharmazeutisches Unternehmen aufzubauen und den Grundstein für rasch steigende Einnahmen und zukünftiges Gewinnwachstum zu legen", betonte Vivalis-CEO Grimaud. "Die erhöhte Finanzstärke wird uns größere Möglichkeiten bieten, unsere Pipeline weiterzuentwickeln. Wir erwarten, dass die Aktionäre beider Unternehmen substantiell von diesen gestärkten Kompetenzen des kombinierten Unternehmens profitieren werden", so Intercell-Chef Thomas Lingelbach.

Die Aktionäre von Vivalis und Intercell müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen. Vivalis hat unwiderrufliche Zusicherungen zur Abstimmung zugunsten eines Mergers von Groupe Grimaud und anderen Vivalis Aktionären erhalten, die insgesamt über 68,5 Prozent der Stimmrechte der ausgegebenen Vivalis-Aktien verfügen, heißt es in der Mitteilung. Intercell hat eine unwiderrufliche Zusicherung ihres Hauptaktionärs erhalten durch welche sich dieser verpflichtet mit seinen rund 15 Prozent der Stimmrechte des ausstehenden Aktienkapitals der Intercell zugunsten des Mergers abzustimmen. Außerdem müssen die Bestimmungen des Zusammenschlusses noch von den Fusionsprüfern in Frankreich und Österreich geprüft werden.

Verlust

Kurz nach Abschluss des Mergers will Valneva eine Kapitalerhöhung in Höhe von 40 Mio. Euro mit anteilsmäßigem Bezugsrecht für alle Aktionäre durchführen. Das Unternehmen verfügt laut Aussendung bereits über mehrere Zusagen für die Kapitalerhöhung. FSI habe sich verpflichtet an der Bezugsrechtsemission zu 62,5 Prozent des Gesamtangebotes mit bis zu 25 Mio. Euro teilzunehmen. Groupe Grimaud und Unigrains habe eine unwiderrufliche Zusicherung gegeben, die Kapitalerhöhung mit 5 Mio. Euro zu zeichnen. Außerdem hätten sich zwei Banken verpflichtet 10 Mio. Euro zu Standard-Marktbedingungen zu platzieren.

Intercell schrieb in den ersten neun Monaten 2012 einen Verlust von 14,6 Mio. Euro nach einem Minus von 20,6 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Der Umsatz blieb mit 25,6 (25,9) Mio. Euro stabil. Der Impfstoffhersteller hatte im dritten Quartal unter schleppenden Verkäufen seines wichtigsten Produkts Ixiaro, ein Mittel gegen die Tropenkrankheit Japanische Enzephalitis, gelitten. Im Gesamtjahr 2012 erwartet Intercell einen Nettoverlust von 20 bis 24 Mio. Euro, teilte das Unternehmen Anfang November mit. (APA, 16.12.2012)

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