"Tatort"-Doppelfolge "Das goldene Band": Top oder Flop?

Ansichtssache | 16. Dezember 2012, 20:21

Zwangsprostitution, eine Reise nach Weißrussland und die Wahrheit über Hannover - Wie hat Ihnen diese "Tatort"-Folge gefallen?

Am Sonntag stand der zweite Teil einer "Tatort"-Doppelfolge mit Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) auf dem Programm. In "Das goldene Band" nimmt Lindholm den Fall wieder auf, nachdem der mutmaßliche Mörder einer jungen Zwangsprostituierten Opfer eines Totschlags im Gefängnis wurde.

foto: orf/ard/ndr/gordon muehle

An Mittelsmänner ist Lindholm herangekommen, doch die wahren Täter blieben verborgen, die Beweislage ist dürftig. Eine Reise nach Weißrussland bingt für Lindholm die Wahrheit über Hannover und über sich selbst ans Licht.

foto: orf/ard/ndr/gordon muehle

"Dieser Krimi-Zweiklang vom NDR ist ein Experiment, natürlich werden 'Tatort'-typische Inszenierungssünden begangen: Journalisten im 'Tatort' sind immer mehrtagebärtig. Frauen diesseits der 20 sind großäugig und rennen viel barfuß rum", schreibt sueddeutsche.de.

Gelobt wird, dass diese "schwierige Geschichte über Opfer, Täter und Hintermänner im Mädchenhandel angemessen kühl" inszeniert wurde. "Die Erzählung wird kaum mit Pathos zugekleistert, und die Menschen reden nicht allerlei blödes Zeug. Das Thema trägt die Länge, weil erst der verachtete Mensch in den Sucher genommen wird und dann das menschenverachtende System."

foto: orf/ard/ndr/gordon muehle

"Mit Ausnahme des allzu flüchtig inszenierten Schlusses, einem wenig realistischen Trip der Kommissarin Lindholm nach Weißrussland, ist der zweite Teil dieses Hannover-Krimis noch fesselnder als der ebenfalls schon spannende erste Teil", urteilt welt.de.

Das Blatt lobt Alessija Lause als Carla Prinz. Mit ihr bekomme Maria Furtwängler "eine pfiffige Ermittlerin zur Seite gestellt, die man unbedingt wiedersehen will im 'Tatort'".

foto: orf/ard/ndr/gordon muehle

Ob sich das Einschalten lohnt, fragt "Spiegel Online" im Schnellcheck. "Jein", lautet die Antwort, "der zweite Teil des Krimi-Panoramas hält einige gute Momente parat. Da schaut man gerne über die allzu klobige Plot-Konstruktion hinweg."

Wie lautet Ihr Urteil? War dieser "Tatort" Top oder Flop? (red, derStandard.at, 16.12.2012)

Nachlese
Forum zum ersten Teil der Doppelfolge, "Wegwerfmädchen"

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was haben diese ganzen wir-müssen-unsere-kiwara-lieben serien eigentlich für quoten ?

zeigt es wirkung, dass seit den 70ern
die menschen täglich gehringewaschen werden ?

9/10 Punkten.

Die private Beziehungsgeschichte war wieder mal total überfrachtet und der Ausflug nach Weißrussland bescheuert.
.
Aber das Grundthema um
(Zwangs-)Prostitution war mMn gut umgesetzt.
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Die Verbote in Schweden, Norwegen und Island bringen, wie bei Jauch gehört, nur eine räumliche Verlagerung gen Osten.
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Dieses Geschäft ist brutal und mir kann niemand erzählen, dass es glückliche u/o reiche Prostituierte gibt. Diese illegale Form der Prostitution ist untrennbar mit organisierter Kriminalität verknüpft.
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In upper class Edelpuffs sind sie sicher freiwillig, aber der Rest sind arme Menschen.

Naja

Die Idee prinzipiell fand ich gut konstruiert, die Umsetzung -obwohl meist spannend - haperte dann schon beträchtlich.
Vor allem der "Ausflug" nach Weißrussland war dann so haarsträubend unlogisch und unglaubwürdig, dass man sich richtig ärgern musste.

Das Urteil von welt.de unterschreib ich. Die plötzlich auftauchende Kollegin war so sympatisch und hilfsbereit, dass es schon fast tv-unrealistisch war - normalerweise tauchen Kollegen nur auf, um Stunk zu machen. Schön, dass der fast obligatische Zickenkrieg ausgelassen wurde - ok, das wäre sich dann wirklich nicht mehr ausgegangen...

Zweiter Teil - große Enttäuschung!

So was von konstruiert und aufgesetzt. Und der Gipfel war die "Ich kann nicht mehr"-Szene im Trabi. Unnötiger gings nimma. Schade.

Ja, das war wirklich voll daneben.

Und die sehr guten schauspielerischen Leistungen konnten diesen Schmarren einfach nicht retten. - Reinste Zeitverschwendung.

Nicht nur, dass die Idee eine Traurige ist - Mensch(en) werden getötet, gequält, etc. -

ist eine traurige, auch das Ende ist fast immer klar!
So, warum muß man sich das anschauen; zu sehen, dass die Welt schlecht ist. Weiß ich auch so!

hm

wusste der immobilien-hai nix vom mord? täuscht es mich oder wurde darüber doch diskutiert auch im gasthaus bei dieser überwachung? was blüht dem? war ein guter, spannender tatort, wenngleich: wieder mal war jemand aus dem privaten umkreis der polizei involviert, wie auch immer... dürfen tatort-drehbücher ohne diesen kniff nicht mehr geschrieben werden? und ja, die belarus-szene... kann das ein guter drehbuch-schreiber nicht anders lösen? die sollten ja die besten sein. eine derartige problemlösung fallt der tante emma auch ein, weil sogar diese solche klischees in und auswendig kennt. wenn auf sowas verzichtet wird, sind die zuschauer meist total beeindruckt, das sollten sie wissen. es kommt doch ab und zu vor

gewusst sicher, aber nachweisbar?

er ist ja bei der "party" am anfang gegangen, und hat auch beim treffen mit den mitverschwörern im lokal in weiser voraussicht nichts selbst belastendes gesagt

maria furtwängler ist eine überaus attraktive frau.

warum um alles in der welt, hat sie sich ihre lippen derart aufspritzen lassen. furchtbar!

Recht guter und realistisch dargestellter Tatort-Zweiteiler, aber nur bis zu dem Moment, als der Lindholm-Freund und Gauner-Biograph 'im aller-richtigen Moment' in Weissrussland auftauchte" und zur positiven Wendung beitrug. Das schien mir zu konstruiert und hat mich in die Wirklichkeit zurückkatapultiert.

Die Handlung selbst war dennoch erschütternd, weil nachvollziehbar; die schauspielerischen Leistungen haben mich großteils auch beeindruckt.

Also ich fand beide Teile sehr gut - fast beklemmend.

Aber auch mir ist der Belarus-Ausflug ein absolutes Dorn im Auge:
Der Polizist der so super Deutsch kann, ist natürlich korrupt und zwar so, dass er mit seiner Dienstwaffe Menschen einfach so erschießt, weil er Angelpunkt des Frauenhandels ist oder was? Das geht ja alles noch, irgendwie, aber der wirklich interessante Teil wäre gewesen, wie sie am Flughafen im Polizeilada vorfahren und einfach so mir nix dir nix mit dem Buben ohne eigenen Reisepass (was war das für ein cremefarbener Zettel, den sie kurz in Händen hielt?) aus Europas letzter Diktatur ausreisen? Einfach so???
Ich bin mit meinem Sohn (ohne eigenen Pass, eingetragen bei mir) vor einiger Zeit kaum in die Ukraine REIN gekommen!?!!
Der Teil war echt knieweich.

Schade um die gute Story, die dann "verhunzt" wurde!

Mittel guter Darstellerleistung wurde der Film gerettet, war gerade noch leidlich ertragbar, aber etwas zu dick übertriebene Zufälligkeiten, unrealistische Wendungen!
Furtwängler war aber gut, an ihr lag es sicher nicht!

Sehr gute Folge.

Für mich war der größte Abgrund, dass die Fänge der Hells' Angels / Hunnen bis ins Gefängnis reichen, da die Justizwachebeamten entweder bestochen oder bedroht werden. Leider alles viel zu realistisch.

Dass die Reise nach Weißrussland hier angeprangert wird, finde ich nicht richtig. Es stimmt wohl, dass das selten ein Kommissar machen würde. Aber in der harten Realität werden solche Fälle ja auch gar nicht aufgeklärt. Hätten wir das lieber?

Bei so viel Anspielungen auf ihr eigenes Privatleben

frage ich mich, wie es Fr. Furtwängler wohl bei den Dreharbeiten ergengen sein mag...

Im Großen und Ganzen wars nicht so schlecht, wenn auch teilweise übertrieben.

Unterhaltungsmäßig geht trotzdem nichts über einen Tatort aus Münster ;)

guter nick :-)))

das Traurige ist, dass eben NICHTS übertrieben war...

ausser vielleicht die rettungsaktion in Weissrussland. Und das war auch nur wichtig, um die Situation im Herkunftsland zu umreissen: nämlich eine Mafia aus Modelagenturen, Polizei und eingeschüchterter Bevölkerung...

Ich hab den Tatort Sehr gut gefunden!

Überhaupt ist Maria Furtwängler eine meiner lieblings Tatort Kommissarin!

Passabel

Passabler "Tatort"...ev. überlegen sich s manche nun doch "zweimal", div. "Services" zu nutzen...

Enorm ärgerlicher Schwachpunkt der story:
Der "Blitzbesuch" der Kommissarin in Weißrußland,samt völlig unplausibler Rettung d.Vater d.Verschleppten bzw. dem Freund der Kommissarin.

Überr."komisches" Highlight :
In Teil 1 wird die Fr. Kommissarin drauf hingewiesen,daß es auch Frauen geben soll,die wg. Geld reiche Männer heiraten!
Die Fr. Kommissarin quittiert das mit einem sehr pers.betr. wirkenden "Wie bitte"?
Bedenkt man,daß die Fr.Kommissarin im "wirklichen Leben" als Fr.Furtwängler noch als Teenager den über 20 jahre älteren Veleger Burda geheiratet kann man kaum an einen bloßen Zufall im Drehbuch glauben...

ich fand ihn gut...

...der Ausflug nach Weißrussland war jedoch zu viel des Guten.

Wie ich schon zuletzt befürchtet habe (http://derstandard.at/Userprofi... 29287576), war der zweite Teil mit Happy End keine grundsätzliche Verbesserung (und keine Notwendigkeit).

Sonst schließe ich mich einigen der Vorpostings an: Überzogene Deus Ex Machina- Dramatik, eigenwillige Polizeimethoden (Kindesentführung...)

In bester Mafia Tradition!

Ein wesentlicher Erfolg gelang der Mafia ja auch nur durch Hollywood- indem man Angst vor der Allmacht der "Paten" schürte! Das war wohl auch bei diesem "Tatort" das unterschwellige Ziel. Gegen die da oben auflehnen lohnt sich nicht. Da kann man nichts machen, soll wohl das Ergebnis sein! Im Fernsehen, ja da funktioniert das ja- aber im wirklichen Leben hast du keine Chance!
So gesehen bezahlt der deutsche FS-Zuschauer seine Manipulation selbst! Passend, wenn auch sehr unrealistisch, Frau Burda in der Hauptrolle.

Das Ende macht mir Angst,

dass es noch eine Fortsetzung geben könnte. Andererseits steht das Ende für den ganzen Krimi: unlogisch, dass der Baumeister frei geht, nachdem in seiner Anwesenheit die Party stattgefunden hat (ihr Freund war Zeuge), er abgehört wurde, ...

weil dich da kein guter anwalt raushaut. wenn du ne party machst ?! hallo. soll feiern verboten sein im schönen deutschland.
und selbst wenn die partyorganisatoren bei einem escortservice bestellt haben sollte, das ist ja nun wirklich kein problem, wenn der anwalt keine 0 ist.
alle anderen sind eh überführt worden. und ich denke, da könnte der eine oder andere auch noch singen und den "baumeister" auch nicht ins häfn bringen

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