Überlegene Bremer retten Punkt gegen Club

16. Dezember 2012, 20:07
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Später Ausgleich aus Abseitspositon durch Petersen verhindert eine bittere Niederlage - Götze führt BVB zum Erfolg

Bremen - Dreimal Aluminium, aber nur ein Punkt für Werder Bremen: Im abschließenden Hinrundenspiel der Fußball-Bundesliga verpassten die Norddeutschen mit einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg den Sprung auf Platz zehn und liegen damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Gegen tapfer kämpfende Franken fehlten den bemühten Hanseaten lange Zeit Glück und Präzision vor dem Tor. Nils Petersen stand bei seinem Ausgleich in der 88. Minute, als er einen Schuss von Kevin de Bruyne abfälschte, allerdings im Abseits. Heftige Proteste der Gäste waren die Folge.

Nürnberg, das sich insbesondere bei Torhüter Raphael Schäfer und Torschütze Timo Gebhart (82.) für den wertvollen Punkt bedanken konnte, vergrößerte den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Zähler.

"Mit einem Punkt in Bremen kann man eigentlich leben. Werder hatte in der ersten Halbzeit viele Chancen. Wenn man dann aber in Führung geht und die durch ein Abseitstor geklaut bekommt, dann ärgert einen das natürlich", sagte Nürnbergs Hanno Balitsch.

Das Leid mit dem Aluminium

De Bruyne scheiterte bei zwei Großchancen für die Hausherren, beide Male landete der Ball am Pfosten (8., 61.). Zudem traf Torjäger Petersen in der 59. Minute nur die Latte. Nürnbergs beste Chancen vor dem Führungstreffer vergaben Markus Feulner (53.) und Sebastian Polter (72.).

Aggressiv, zweikampfstark, torgefährlich: Werder übernahm von Beginn vor 38.553 Zuschauern an die Initiative und sorgte immer wieder über die linke Seite für Gefahr. Bereits in der achten Minute hatte der agile de Bruyne die Führung auf dem Fuß. Seinen Linksschuss lenkte Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer mit größter Mühe an den Pfosten.

Werders Trainer Schaaf hatte trotz der 1:4-Pleite bei Eintracht Frankfurt in der Vorwoche auf personelle Wechsel verzichtet. Mannschaftskapitän Clemens Fritz musste zunächst erneut auf der Bank Platz nehmen und konnte erkennen, dass sich seine Mannschaftskameraden zunächst im ersten Durchgang klar verbessert zeigten. Insbesondere de Bruyne und Eljero Elia wirbelten die Club-Defensive immer wieder durcheinander, es fehlte lediglich der letzten Pass. Oder wie bei Marko Arnautovic in der 36. Minute die Entschlossenheit. Der Österreicher trat freistehend am Ball vorbei, de Bruyne hatte geflankt. Kurz vor der Pause holte sich Arnautovic dann seine fünfte Gelbe Karte ab. Er fehlt zum Auftakt der Rückrunde gegen Meister Borussia Dortmund und wurde in der 68. Minute ausgewechselt. Prödl und Junuzovic spielten bei den Gastgebern durch.

Nürnberg konzentrierte sich im ersten Durchgang gezwungenermaßen auf die Defensivarbeit. Jegliche Bemühungen, das Werder-Tor in Gefahr zu bringen, scheiterten in der ersten halben Stunde schon im Mittelfeld am fehlerhaften Passspiel. Auch der nötige Biss und das Selbstvertrauen war den Franken zunächst nicht anzumerken. Dabei hatte der Club die beiden vorigen Duelle in Bremen für sich entschieden.

Doch erst in der 37. Spielminute sorgte Javier Pinola für ein ernstzunehmendes Lebenszeichen, als er aus der Ferne abzog. Sebastian Mielitz im Werder-Tor reagierte bei dem abgefälschten Schuss aber aufmerksam.

Es verwunderte daher kaum, dass Nürnbergs Trainer Dieter Hecking etwas verändern wollte. Für den schwachen Japaner Hiroshi Kiyotake brachte der 48-Jährige den Slowaken Robert Mak. Und schon trat der FCN etwas zielstrebiger auf. Erst prüfte Mak Mielitz aus spitzem Winkel, dann initierte er einen Angriff über Pinola, der genau auf Feulner flankte. Die erste Großchance der Gäste konnte Werders Torhüter mit Mühe bereinigen (53.). In der hektischen Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst traf Gebhart (82.) nach einem schönen Konter der Nürnberger mit einem präzisen Schuss ins lange Eck zum 1:0 für die Franken. Nils Petersen gelang für Werder aber kurz vor Ende noch der Ausgleich. Allerdings stand der Bremer Stürmer, als er den Schuss von de Bruyne unhaltbar abfälschte, im Abseits.

Götze führt BVB in Hoffenheim zum Erfolg

Nach dem versöhnlichen Hinrunden-Abschluss richtete der deutsche Meister Borussia Dortmund den Blick sofort auf das Fußball-Jahr 2013. "Es war wichtig, mit drei Punkten aus der Hinrunde rauszugehen. Wir haben aber acht bis zehn Punkte verschenkt. Das ärgert schon. Da können wir uns in der Rückrunde noch steigern, um unsere Ziele zu erreichen", sagte Nationalspieler und Geburtstagskind Mats Hummels (24) nach dem verdienten 3:1 (1:1)-Erfolg bei Krisenklub 1899 Hoffenheim.

Auch Marco Reus ist mit der Zwischenbilanz von 30 Punkten und Tabellenplatz drei nicht zufrieden. "Wir sind etwas anderes gewöhnt", meinte der Nationalspieler angesichts zwölf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München.

Angetrieben von einem überragenden Mario Götze, der bei seiner Auswechslung in der 89. Minute sogar Beifall der 1899-Fans bekam, steigerte sich der BVB besonders in der zweiten Halbzeit. "Das war eine Willensleistung. Da haben wir uns am eigenen Kopf aus der Scheiße gezogen", sagte Trainer Jürgen Klopp, der besonders die Defensivarbeit seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten bemängelte. Die Tore von Götze (26.), Kevin Großkreutz (58.) und Robert Lewandowski (66.) stellten bei einem Gegentreffer von Sven Schipplock (35.) aber auf den Meistercoach zufrieden. Am Mittwoch wartet auf die Dortmunder noch das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Hannover 96. (sid/red, 16.12.2012)

  • Pinola (L) und  Werders Sokratis fokussiert.
    foto:epa/carmen jaspersen

    Pinola (L) und  Werders Sokratis fokussiert.

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