Werbung öffentlicher Stellen: Transparenz, die schmerzt

Kommentar |

Ein Schuss ins eigene Verlegerknie: So kann man die Offenlegung öffentlicher Werbebuchungen sehen

Ein Schuss ins eigene Verlegerknie: So kann man die Offenlegung öffentlicher Werbebuchungen sehen. Ministerien, Gemeinden, öffentliche Firmen sind von der neuen Transparenz verunsichert und schalten lieber weniger, als sich unangenehme Fragen stellen zu lassen. Und sie schalten womöglich noch lieber als ohnehin schon in reichweitenstarken Medien, mit deren Massenpublika sie ihre Buchungen einfach rechtfertigen können.

Was haben wir das gebraucht, lautet also das Mantra von Massenverlegern und vor allem sozialdemokratischer Politikern und Beratern. Die Daten führten doch nur zu Neiddebatten unter Medien. Ein typisch österreichischer Befund, ein typisch österreichisches Sehnen, doch ungestört wie bisher Freunde fett zu bedienen und auch ferner Stehende ein bisschen, damit sie sich nicht zu laut beklagen. Womöglich in Erwartung freundlicher Berichte.

Natürlich kann man öffentliche Inserate als Medienförderung sehen. Natürlich kann man damit Blätter großziehen und erhalten - selbst Österreich oder Heute bedeuten eine Art Medienvielfalt.

Man muss nur im Auge behalten: Man fördert da mit öffentlichen Mitteln, Steuergeldern. Schon deshalb ist die Platzierung offenzulegen und zu rechtfertigen. Und man sollte beachten, was man da mit Vorliebe subventioniert: Krawalljournalismus, der politischen Diskurs nicht gerade fördert. Und Verlegerfamilien, die Märkte beherrschen. (Harald Fidler, DER STANDARD, 17.12.2012)

Share if you care