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Entsetzen und Trauer in den Vereinigten Staaten: Eine Andacht am Samstagabend in Seattle im Gedenken an die Opfer des Amoklaufes in der Volksschule von Newtown.
Wie soll man das verstehen? Jaden, Kate und Claire verstehen es nicht, es hat keinen Zweck. Dass ein Bursche aus ihrer Mitte zwanzig Erstklässler tötet, ausgerechnet hier, in Newtown, wo sie weder ihre Haustüren abschließen, noch ihre Autos verriegeln, weil es sich in Newtown so sicher lebt wie in Abrahams Schoß.
Schock ist ein zu mildes Wort, um zu beschreiben, wie Newtown sich fühlt, eine Kleinstadt mit 27.000 Einwohnern, malerisch zwischen bewaldeten Hügeln gelegen. Eigentlich keine Stadt, sondern eine Ansammlung stiller Dörfer und schmucker Eigenheimsiedlungen. Sandy Hook ist so ein Dorf, vielleicht das schönste in Newtown. Ein Gebirgsbach, verwitterte Steinbrücken, mittendrin ein American Diner, ein Imbiss, in dem man Fünfzigerjahre-Filme drehen könnte.
Nun aber steht Wolf Blitzer von CNN in grellem Scheinwerferlicht vor dem Diner, nun parken die Übertragungswagen mit ihren Riesenschüsseln die Hauptstraße zu. Am Bach hängt ein Leintuchposter: "Hug a teacher today", man möge heute einen Lehrer umarmen. Vor einem Spielzeugladen steht ein trotziger Kreidespruch auf einer Tafel: "Unsere Herzen sind gebrochen, doch im Geist sind wir stark."
Den Flachbau der Sandy Hook Elementary School hat die Polizei weiträumig abgesperrt. Und auf einem Sportplatz tritt ein beleibter State Trooper mit breitkrempigem Hut alle zwei, drei Stunden hinter einen Wald aus Mikrofonen, um die neuesten Ermittlungsergebnisse zu verkünden. Paul Vance setzt Puzzlestücke zusammen. Allmählich ergibt sich ein genaueres Bild.
Demnach fuhr, der 20-jährige Amokschütze Adam L. - zuerst war er noch mit seinem Bruder Ryan verwechselt worden - vergangenen Freitag mit vier Waffen zur Sandy Hook School; zwei Pistolen und zwei halbautomatische Gewehre, von denen er eines im Kofferraum ließ. Seinen Weg hinein in die Schule hat er sich gewaltsam gebahnt, niemand ließ ihn freiwillig durch die Sicherheitsschleuse. Der Sohn einer Lehrerin, wie es anfangs hieß, ist er auch nicht. Seine Mutter war nicht in der Schule beschäftigt.
Fest steht: Die meisten Schüsse fielen in nur drei Minuten, zwischen 9:36 und 9:38 Uhr, in zwei Klassenzimmern. Alle getöteten Schüler waren Erstklässler, alle wurden mehrfach von Kugeln getroffen.
Dawn Hochsprung soll versucht haben, dem Angreifer in den Arm zu fallen. Die Direktorin saß mit ihrer Stellvertreterin, der Schulpsychologin und der Mutter eines Zweitklässlers in einem Besprechungszimmer, als die ersten Schüsse fielen. Die drei Pädagoginnen rannten auf den Gang - nur die Vizedirektorin, überlebte.
Robbie Parker hat Emilie verloren, die älteste seiner drei Töchter. Er will darüber reden, auch mit Journalisten. Parker tritt mit Tränen im Gesicht vor die Reporter und erzählt, was für ein großartiges Mädchen seine Emilie war. Wer schlechte Laune hatte, dem schob sie lustige, aufmunternde Zeichnungen zu.
Häufig hatte die Sechsjährige einen Satz bunter Stifte dabei, damit sie schnell zu Papier bringen konnte, was ihr durch den Kopf ging. "Ich habe solches Glück, dass ich ihr Vater sein darf", sagt Parker, er spricht in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit. "Wenn wir nach vorn schauen", fügt er hinzu, "lasst uns dafür sorgen, dass das, was so vielen Menschen hier widerfuhr, nicht zu etwas wird, was uns für immer definiert." Auch für L.s Familie hält er tröstende Worte bereit: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie hart diese Erfahrung für Sie sein muss."
Was Vances detektivisches Puzzle noch immer nicht beantwortet, ist die Frage nach dem Warum. Wieso hat Adam L. getan, was er tat? Frühere Klassenkameraden beschreiben ihn als hochintelligenten, schüchternen Burschen, der anderen nicht lange in die Augen sehen konnte und sich lieber über seinen Laptop beugte. Adams Mutter Nancy, sein erstes Opfer, war seit vier Jahren geschieden. Offenbar lebte sie von dem Geld, das sie nach dem Urteil eines Scheidungsrichters von ihrem Ex-Mann erhielt.
Nancys Hobbys waren ihr Garten und ihre Waffensammlung. Ihre Söhne Adam und Ryan soll sie oft zum Schießen mitgenommen haben. Was keiner in Newtown begreift: Wie konnte die Frau, die um die mentalen Probleme ihres Zweitältesten gewusst haben muss, ihre Flinten daheim aufbewahren in Reichweite des Sohnes?
Bocenna Stein ist gekommen, um an der Zufahrt zur Schule weiße Lilien neben Plüschtieren und ein Meer aus Kerzen zu legen. Barry Stein, Bocennas Mann, ein Historiker, sieht den Rubikon überschritten, den Rubikon der Waffendebatte. "Vergiss diese Idioten, die immerzu auf die Barrikaden gehen, wenn jemand schärfere Gesetze verlangt", sagt er zornig, "jedes Mal, wenn du über Waffenkontrolle redest, reden sie über Freiheit. Aber was ist mit der Freiheit dieser Kids?" (Frank Herrmann, DER STANDARD, 17.12.2012)
Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe
Abgabeaktion nach Amoklauf in Schule in Newtown
Schweigeminute für die getöteten 20 Kinder und sechs Erwachsenen
Kinder eines Wieners befanden sich in Sandy Hook Elementary School - Motiv weiterhin unklar
Polizei veröffentlicht Namen der Opfer - Getötete Mutter des Attentäters besaß einige Waffen
Obama rief gesamte Nation zu Solidarität auf und forderte erneut Konsequenzen aus der Tat zu ziehen
Ihrer Meinung nach wird auch Obama den Entwurf unterstützen
Jugendlicher wollte mit Bomben und Schusswaffen Mitschüler töten
Sicherheitszone wurde errichtet
47 Prozent aller US-Haushalte besitzen mindestens eine Feuerwaffe. Nach dem Massenmord in Newtown werden strengere Gesetze gefordert.
Papst schickte Kondolenzschreiben an Gemeinde in Connecticut
Amokläufer sind akribische Planer, die nicht im Affekt töten - Im Vorfeld sind subjektiv erlebte Kränkungen häufig zu beobachten
Nach dem Amoklauf in Newtown schöpfen Waffengegner neue Hoffnung, dass die Verbreitung von Waffen in den USA gestoppt wird
20 Kinder, sechs Erwachsene und ein Täter in Schule getötet - Obama verspricht schärfere Waffengesetze
Nach dem Massenmord in einer Grundschule muss das laxe Waffenrecht in den USA endlich verschärft werden
ich habe keine ahnung, aber vielleicht.... nerd typ. viel gaming. eigenbrödler (....hinterliss keinen wirklichen footprint auf dieser welt....). ultra scheu. herrschende, übermächtige mutter, ohnmachtsgefühle, keiner sah und hörte ihn das ganze leben durch. traumatische erlebnisse in der frühen kindheit. überzogene fantasie. keine liebe; kam nicht bei den girls an, die er vergötterte. kam mit dem eintritt ins erwachsenenleben nicht zurecht. sukzessiver aufbau eines rache feldzugs; ....ihr werdet es alle noch spüren, mich so verkannt zu haben.., dass die opfer kleinkinder waren, war für ihn nur mittel zum zweck (anrichten des grössten erdenklichen schadens..), und/oder auch denen er sich noch am ehesten zugehörig fühlte. usw. und so fort.
Lieber Herr Herrmann, lieber Standard!
Jede Wirkung hat eine Ursache. Die Ursache eines Mordes ist niemals eine Waffe sondern ein Gedanke. Die Frage ist also: Wer oder was hat die Gedanken des Amokläufers so beeinflusst, das er „getan hat, was er tat?“
Warum also fragen sie sich nicht, wodurch Gedanken manipuliert werden können? Die Antworten sind doch recht offensichtlich: Gehirnfunktionsstörung, Folter, „schlechter Einfluss (Sekten, Satanismus etc.)“, Drogen, Alkohol, Psychopharmaka usw...
Wenn man weiß – und es ist sehr leicht recherchierbar – dass ALLE dieser jungen Amokläufer der letzten Jahren Psychopharmaka (meistens sog. SSRI) genommen hatten – warum also thematisieren sie nicht das Offensichtliche?
lieber awake,
sie schreiben richtig: die ursache EINES mordes. die mutter dieses verrückten hätte man vermutlich nicht retten können, sie wäre ohne schusswaffen vielleicht von einem baseballschläger erschlagen worden.
aber 19 kinder wären ohne schusswaffen gerettet worden. auch hier gestehe ich zu, das erste opfer wäre nicht verhinder worden, aber das zweite oder zumindest das dritte.
geplante morde können - mit oder ohne waffen - kaum verhindert werden. amokläufe schon.
Lieber aalwissend,
als Massenvernichtungswaffe können sie leider so ziemlich alles einsetzen: Mit einem Auto in eine Gruppe Schulkinder rasen, mit einem einzigen Zündholz Feuer legen, Gift ins Schulkantinenessen mischen etc...
Und dann stellt sich natürlich die Frage, wieviele Menschen zusätzlich bei Raubüberfällen ums Leben kommen, wieviele Frauen mehr vergewaltigt werden etc., weil der Täter ja weiß, dass das Opfer keine Waffe bei sich trägt.
Dass ich die Ursache des fehlgeleiteten Handelns nicht in der Existenz von Waffen sehe heißt außerdem nicht, dass ich privaten Waffenbesitz befürworte.
Schusswaffen einschränken ist m. E. lediglich Symptombekämpfung - in diesem Artikel wurde aber eindeutig die "Frage nach dem Warum" aufgeworfen.
wie schon gesagt: ich halte das verbieten von schusswaffen nicht als allheilmittel.
aber amok bedeutet "in blinder wut handeln"
wenn jemand überlegt, wie er möglichst viele menschen töten kann - eventuell ohne dabei erwischt zu werden, ist das etwas komplett anderes - und wird nicht durch weniger oder mehr schusswaffen verhindert werden können. eben wegen den von ihnen genannten möglichkeiten.
breivik hat geplant. ohne schusswaffen hätte er andere möglichkeiten gefunden seinen terror auszuüben.
Adam L. hat (vermutlich) nicht geplant. da ist die waffe, dort die (verhasste?) mutter - PENG!
wäre dort keine schusswaffe gelegen sondern ein teddybär wäre all das vermutlich nicht passiert
undhat mit einer Beschreibung des Geisteszustandes der Täter nichts zu tun.
Die ursprünglichen "Amokläufer" waren Kämpfer auf den Philippinen, die sich nasse Lederriemen um den Kopf banden (die ziehen sich beim Trocknen zusammen und verursachen unerträgliche Kopfschmerzen) bevor sie auf die britischen Soldaten losgingen. Die waren tatsächlich vor Schmerzen verrückt und deshalb unempfindlich gegenüber Schussverletzungen.
Die heutigen "Amokläufer" sind eindeutig akribische Plantäter, die erst dann loslegen, wenn sie alles beschafft haben. Die Ermordung der Mutter war der letzte Schritt bei der Beschaffung der Tatwaffen, nachdem "im Laden kaufen" gescheitert war. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass er seinen Plan aufgegeben hätte.
Einerseits stimmt die Aussage, dass Amokläufe immer wehrlose Opfer betreffen und Gegenwehr meist erst stattfindet wenn bewaffnete Hilfe kommt andererseits wird es den eindeutig psychisch gestörten Tätern nicht besonders schwer gemacht alles Notwendige für ihre Taten zu besorgen.
sie gehen davon aus, dass diese tat geplant war. wenn sich jemand auf etwas vorbereitet ("liest sich in chemie ein")
dieser fall klingt aber nach: der bub hat seine tabletten nicht bekommen, und weil da grade eine waffe rumliegt ballert er einfach drauf los
natürlich: wenn sie kreativ sind, entführen sie ein flugzeug, rammen ein hochhaus und töten tausende. das ist aber kein amoklauf, sondern ein terrroranschlag
"amok" bedeutet "in blinder wut". sobald es geplant ist, wird es zum terror
...diese Tat war unvorstellbar tragisch - trotzdem verlieren im Jahr mehr Leute ihre Kinder ducht einen Blitzschlag als durch einen Amoklauf.
Man sollte also kuehlen Kopf bewahren (siehe Norwegen nach den Breivik shooting) und keine Alibiaktionen starten die so was nicht verhindern werden.
Niemand sollte ein Grundrecht aufgeben muessen mit der Argumentation 'vielleicht koennte man dadurch ein Kind retten'!
Wuerde ja auch niemand sein Recht zu waehlen aufgeben wenn einem eingeredet wird dass man darurch ein Kind retten koennte.
Obwohl dem Staat und den liberalen Medien wuerde es gut passen wenn wir alle unsere Grundrechte aufgeben.
genau, und wieso die grenze bei schusswaffen enden lassen. mienen eigen sich hervorragend das eigene grundstück vor einbrechern oder streundenen katzen zu schützen - niemand sollte einem das grundrecht auf mienen nehmen!
sprengstoff ist nicht nur beim fischen und unerlässlicher begleiter, sondern auch gegen lästige maulwürfe ein bombensicheres mittel. eine frechheit, dass uns dieses grundrecht vorenthalten wird - einzelne tote durch fehlverhalten müssen wir da schon in kauf nehmen.
Sie gehen von einem komplett falschen Menschenbild aus. Offenbar glauben Sie an die Illusion von Kant, der dachte, dass für den aufgeklärten Menschen Gesetze nur noch Formsache seien, da er durch seinen Verstand alleine sich gesetzeskonform verhielte.
Ich will jetzt nicht die Waffennarren als verkannte Kantianer darstellen. Die sind eher dadurch das diametrale Gegenteil oxymoroner Weise sich aber auf die Vernunft berufend.
Gesetze sind leider dazu da, den Menschen vor seiner eigenen Blödheit zu beschützen. Dies gilt für Waffennarren aus obig genannnten Gründen in besonderer Weise.
Nur für ein reines Vernunftwesen gilt, dass sein Wille rein von der praktischen Vernunft bestimmt wird (Sittengesetz als ein analytischer Satz). Jedoch betont Kant mehrmals, dass der Mensch kein reines Vernunftwesen, sondern ein sinnliches Vernunftwesen ist; Kant ist kein träumerischer Illusionist, sonst wäre es ja auch nicht verständlich, weshalb er die Wichtigkeit des Rechtsstaates betont: der Staat kann nicht darauf vertrauen, dass Menschen stets vernünftig handeln, deshalb müssen juridische Gesetze etwaige negative externe Konsequenzen von Handlungen regulieren.
Der Unterschied zwischen einem guten und schlechtem Gesetz ist es, dass das gute meinungsbildend wirkt, das schlechte nur dazu da ist, gebrochen zu werden.
Leider ist das relativ, da Waffengesetze für Waffennarren schlechte Gesetze sind, obwohl die Mehrheit es anders sieht.
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