US-Schulmassaker: Hoffen auf Obama

Kommentar |

Präsident Barack Obama hat nach Amokläufen bereits mehrfach "bedeutsame Schritte" angekündigt. Passiert ist danach nichts

Es ist immer der gleiche Schluss, der nach unbegreiflichen Bluttaten wie jener nun in Newtown zu ziehen ist: Vielen Amerikanern ist ihr verfassungsmäßig garantiertes Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen, heilig. So sehr, dass sie das Recht von Mitbürgern auf ein unversehrtes Leben als nachrangig ansehen. Als der Autor dieser Zeilen ebendies nach dem Batman-Massaker in Aurora schrieb, warf ihm ein Kolumnist der "Washington Post" öffentlich vor, zu verschweigen, dass Österreich und die Exporte der Firma Glock in die USA mitverantwortlich für die Bluttat seien. Der Täter damals tötete mit einer Glock.

So bizarr diese Argumentation sein mag, so sehr deutet sie auf die perverse Interpretation von Freiheit vieler Amerikaner in diesem Zusammenhang hin. Diesmal aber tun sich selbst schärfste Verteidiger des "Second Amendment" schwer, das zuletzt vom Obersten Gericht in manchen Bundesstaaten noch entschärfte Waffenrecht zu verteidigen.

Präsident Barack Obama hat nach solchen Massakern bereits mehrfach "bedeutsame Schritte" angekündigt. Passiert ist danach nichts. Eine Wahl und 20 ermordete Volksschulkinder später könnte sich das ändern. Bill Clinton hat ein Verbot semiautomatischer Waffen für Zivilisten durch den Kongress gebracht, das 2004 auslief. Nach Newtown besteht Hoffnung, dass Obama Ähnliches zumindest versuchen könnte. Die Tatwaffe laut Obduzenten dort: ein Bushmaster-Sturmgewehr, eine amerikanische Waffe übrigens. (Christoph Prantner, DER STANDARD, 17.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 29
1 2

Einige Dinge, die ich bizarr finde:
Die Reduktion des Problems auf die Verfügbarkeit von (Schuss-)Waffen.
Wie immer in solchen Fällen, konzentrieren sich Politiker, Medien und die normalen Bürger auf Symptombekämpfung. Das mag durchaus die Wahrscheinlichkeit für solche Taten verringern und/oder die Zahl der Opfer reduzieren - beides natürlich absolut legitime Ziele. Dennoch ist es eine sehr oberflächliche Herangehensweise.
Die Diskussion um das Produktonsland der Waffen ist bizarr.
Weiters ist es bizarr, das Recht auf den Besitz von Waffen in einen Gegensatz zum Recht auf unversehrtes Leben in einen fundamentalen Gegensatz zu bringen. Immerhin können Waffen auch dazu dienen, das eigene Leben zu schützen, zu erhalten.

Immer waren es die Waffen...

2004 hat Clinton "gefährlich aussehende" Waffen und Magazine über 10 Schuss mal probeweise verboten; gebracht hat das genau nix.

Bisher war noch JEDER Täter von sogenannten "Amokläufen" auf gefährlichen Psychopharmaka drauf oder hat sie eigenmächtig plötzlich abgesetzt (was die Häufigkeit der Nebenwirkungen "Suizidalität" und "unkontrollierbare Aggressionsattacken" massiv erhöht).

3,7% der US Schulkinder (12-17) nehmen diese Psychopharmaka, das sind fast 1,2 Millionen Schüler. "Sehr selten" bedeutet 1 von 10.000, das sind immerhin noch 120 Schüler pro Jahr. Wenn nur jeder 100ste davon ein Massaker anrichtet ergibt das immer noch eine Erwartungswert von 1x pro Jahr.

wäre natürlich wünschenswert - aber wie soll das obama durch den kongreß bringen, wenn selbst viele abgeordnete der demokraten der waffenlobby nahestehen?

when you pry it from my cold dead hands

noch Fragen ?

@Prantner: Die Waffen sind "nicht" die Ursache!

http://www.welt.de/debatte/a... erika.html

Tröstens Ihnen, Herr Prantner

Es war auch in Newtown eine Glock dabei. Weil: "Glock is the best!" (Zitat aus dem Dealer-Film "Clockers" von Spike Lee)

ich habe jetzt auch den artikel...

in der washington post gelesen. also so "bizarr" (prantner) ist diese argumentation nicht. wie oben erwaehnt, sollte oesterreich sehrwohl ueberlegen, ob ein exportstop von waffen in die usa (wenn diese an nicht-oeffentliche kaeufer gehen) nicht doch angezeigt waere. dass dies in oesterreich nicht einmal erwaehnt und diskutiert wird, ist sicherlich nicht moralisch ok.

sicherlich, die hauptschuld an der amerikanischen waffenmisere tragen natuerlich die nra, die pervertierten freiheitsfetischisten, und auch die weitverbreitete ehrfurcht vor dem 2. verfassungszusatz etc.

trotzdem gilt der bloede spruch der waffenlobby nicht: "not austrian guns kill people. people kill people!"

unter den tatwaffen...

leider auch eine glock. also vielleicht sollten wir oesterreicher uns tatsaechlich ueberlegen, ob wir nicht einen waffenexportstop richtung usa ueberlegen (zumindest wenn die empfaenger nicht polizei und militaer sind). siehe auch:

http://www.juancole.com/2012/12/s... zines.html

"Die Tatwaffe laut Obduzenten dort: ein Bushmaster-Sturmgewehr, eine amerikanische Waffe übrigens." Zitat

Das ist doch genau so wenig von Bedeutung wie die naive Frage warum der Täter das gemacht hat. Ob es ein restauriertes Katapult aus der Römerzei oder ein Laserschwert war und ob der Betreffende dies wegen psych. Störung und/oder Drogen tat, ist doch so was von Wurscht.

Das trifft nur dann zu, wenn Sie kein Interesse an der Verhinderung ähnlicher Massaker in der Zukunft haben.

Wenn Ihnen das natürlich wurscht ist....

wirbelsturm sandy - hoffen auf obama
massaker an der schule - hoffen auf obama
finanzklippe vorraus - hoffen auf obama
friedensnobelpreis - hoffen auf obama
pseudo-krankenkasse - hoffen auf obama
bombe im iran, regime in syrien, böser diktator in libyen - hoffen auf obama
nordkoreanische rakete - hoffen auf obama
guthabenskrise in der eu - hoffen auf obama
amerikanischer wirtschaftskollaps - hoffen auf obama
40 millionen auf essensmarken, slums und gettos, verfallende städte, gallopierende verelendung - hoffen auf obama

die hoffnung auf einen mittelmäßigen schauspieler der wie ein kleiner blinddarm an der fed baumelt....

smells like dissapointment...

wenn dass second amendement so heilig ist,

dann könnte doch zumindest das hemmungslose 'üben' auf dem schiessplatz angegangen werden.

eine waffe kann man sich auch illegal besorgen. doch ob es ein in der bedienung ungeübter auch schafft, mehr als 100 schuss ziemlich zielgenau abzugeben, möchte ich stark bezweifeln.

Oder sie könnten nur jene Waffen erlauben, die es damals schon gab.

wie sollte

den das gehen ?

dass Österreich und die Exporte der Firma Glock in die USA mitverantwortlich für die Bluttat seien. Der Täter damals tötete mit einer Glock

haben sie geantwortet?
zb: die firma glock hat auch fabriken in den usa. möglicherweise verdient ein dort beschäftigter genug, um sich gelegentlich eine washington post zu kaufen und damit den autor zu ernähren...

Vielen Amerikanern ist ihr verfassungsmäßig garantiertes Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen, heilig.

es war und ist unser heiliges recht, mit waffengewalt unsere interessen durchzusetzen. millionen tote urbewohner lügen nicht: schaut euch bloß an, welch schönes und freies leben ihre nachkommen heute führen können. hätten wir sitting bull & co nicht abgeknallt, dann würden deren urenkel doch noch heute in ihren zelten herumlungern.

Wenn man ehrlich ist, dann braucht man sich über diese Gewaltexzesse mit Schusswaffen nicht zu wundern

Auch wenn es von der Waffenlobby und ihren Anhängern immer massivst bestritten wird, so liegt es doch auf der Hand - und ist auch logisch nachvollziehbar, dass die Wahrscheinlichkeit derartiger Massaker umso größer ist, je höher die Dichte an Schusswaffen in der Bevölkerung ist!

Wie pervers, wie krank muss man eigentlich sein, dass man als Mutter mit seinen Kindern zum Schießtraining geht? Und dann auch noch eine derartige halbautomatische Waffe zu Hause aufbewahrt?

Falsch!

http://www.welt.de/debatte/a... erika.html

Die Rate auf wieviele Schusswaffen in einem Land ein Tötungsdelikt kommt, ist in
Deutschland auf 150-190.000 Schusswaffen 1 Tötungsdelikt.
USA: 26.000:1
Kolumbien: 300:1

dass man als Mutter

da wurde gestern eine Freundin dieser Mutter interviewt, die sagte sinngemaesz, was haette sie denn tun sollen, sie lebte ja quasi allein.
Soviel dazu

bei aller Liebe,

in der Washington Post lesens Standardkommentare u. antworten auch noch darauf ?

Wieso nicht?

wissens wiviele "Standard"

es weltweit gibt. Die muessten allein aus Aut wenigstens 4 Tageszeitungen lesen, dies mal X weltweit, da brauchens ein paar 100 Leute die nix anderes tun als auslaendische Zeitungen zu lesen

Unsinn:

Bill Clinton hat nicht den Besitz aller semiautomatischen Waffen für Zivilisten verboten, wie im Artikel suggeriert. Er hat lediglich den Bestitz von bestimmten semiautomatischen, die nach 1994 gebaut wurden, verboten. Würde das oben geschriebene zutreffen, dürfte ja kein Amerikaner eine Glock o. ä. besitzen, und das ist einfach nicht wahr.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fede... eapons_Ban

Schlechter Scherz ?
Die Menschen in den USA
sollen auf einen Obama ,
der für Massaker mit 10 000enden Opfern weltweit verantwortlich ist ,Hoffnung setzen ?

Die Machthaber in den USA sind das Problem ,
nicht die Menschen (die nehmen dann nur irgendwann die Politik als Vorbild )

stimmt sicher.

dass tötungsmaschinen wie glock - pistolen oder steyr - sturmgewehre in einem neutralen staat wie österreich produziert werden (und aus diesem recht fleißig exportiert) sollte dennoch diskutiert werden. hier befindet sich nämlich ein nicht unwesentlicher weiterer teil der verantwortung für alle möglichen gewalttaten. (aber hauptsache, die EU kriegt den friedensnobelpreis)

Posting 1 bis 25 von 29
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.