"Finanzialisierung" - Der eigentliche Grund des Salzburger Finanzskandals

Wie soll eine Politik die Märkte bändigen, wenn sie sich von ihnen abhängig macht?

Der heutige Common Sense geht so in etwa davon aus, dass die Politik die Katastrophe auf den Finanzmärkten nicht verhindert hat, weil alle von der neoliberalen Ideologie infiziert waren, weil die Politik die Gefahren nicht begriffen hat, weil ihr das Know-How fehlte, zu begreifen, was da abgeht, und weil mächtige Lobbys diktierten, wo es lang geht. Aber was, wenn die Sache noch viel schlimmer ist? Wenn die Politik auf viel fundamentalere Weise von der Finanzialisierung der Wirtschaft abhängig geworden ist?

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 74
1 2
Es ist wie immer - nur schlimmer!

Wenn meine Oma (~50 kg) in den Ring steigt und einen Schwergewichtsweltmeister herausfordert, wird der Kampf - absehbar - nicht all zu lange dauern.

Ebenso auf den Finanzmärkten, denn auch dort machen die Starken die Regeln - nicht nur in Form von EU-Lobbyisten - sondern auch in dem große Player Kurse ganz gezielt im eigenen Interesse manipulieren (s. EURIBOR).

Der Zugriff auf Steuergeld ist da natürlich ein entscheidender Faktor. Nicht auf das einer Gemeinde oder eines Bundeslandes natürlich, aber so ein Staatenbund mit 500 Mill. Steuerzahlern ...

Dumm nur, dass es die EU als höchstes Ziel ansieht, die Finanzmärkte unreguliert und jenseits jeglicher demokratischer Kontrolle schalten und walten zu lassen, wie es ihnen beliebt.

Ich befürchte, es ist viel, viel schlimmer.

Wie viele Goofies, haben Politiker sich in die Allmachtsphantasien geflüchtet - sie glauben, sie seien unverwundbar, unfehlbar und stünden über ALLEM ...

Musterbeispiel: die Kommunalkreditbank. Eine Konstruktion, in welcher die Bevölkerung in vorhersehbare Weise 2mal zur Kasse gebeten werden musste.
Einmal, weil die Kommunen aufgrund viel zu niedriger Zinsen, Geld beim Fenster hinaus warfen zum zweiten mal beim heraus pauken.
Die Kreditbedingungen konnten unmöglich refinanzierte werden.

Politiker sind mit Geld, wie Kinder - deshalb sollten sie nur sehr eingeschränkte Finanzhoheit geniessen.

Wir sollten endlich begreifen, dass WIR (die Bevölkerung) die positiven Instrumente der Finanzindustrie aufnehmen müssen ... Politik kann das nicht.

"Politiker sind mit Geld, wie Kinder ..."

Mag sein, trotzdem ist niemand anderer demokratisch legitimierter!

what the hell does the term finanzialization mean?

my imagination is too small to know

fesch wollten's alle sein

nicht altmodisch, keine bremser,so wie 's die herren mit der unschuldsvermutung vorgemacht haben. keiner der sich getraut hat, der frau oder dem herrn magister von und zu dynamik "des vasteh i oba ned jetztan" zu sagen.

Anstatt seiner MANIE nachzugeben,

sollte MISIK lieber ein klares Bekenntnis

zur Abschaffung der Zwangsarbeit in Ö abgeben.

Er liebt das Moralisieren, und das wäre doch wirklich DIE Gelegenheit.

Folgendes sollte er überlegen und mit Gestik versehen.

- für WEN ist der Zivildienst angeblich BILLIG ?
- WEM gefallen pragmatisierte Offiziersposten im warmen Büro ?
- WARUM ist VdU-Nachfolge pro Wehrpflicht ?
- WARUM reden so viele von der Solidarität der Zwangsdiener und nicht von der Solidarität der Baumwollpflücker ?

Ich warte !

I don't know if I can it...

und dann die gleiche melodie wie:

spiderschwein spiderschwein

Na, ein bisserl übertreibt er schon, der Schlingel ...

... Finanzialisierung ist kein Begriff der Fachliteratur, sondern die holprige Vokabel einiger herzlinker Ökonomen und Politologen, um etwas zu bezeichnen, was sie nicht gänzlich verstehen, aber was ihnen 'im Innersten' Angst macht. Man kann richtig sehen, wenn Misik die Faust ballt (und wahrscheinlich auch sein Herz), dass er gerne was Richtiges und Wichtiges sagen würde, aber irgendwie sind die Argumente halt etwas hanebüchen und gestrig.

Die "Fachliteratur" ist phantastische Literatur, wie mittlerweile selbst ihre zentralen Vertreter einbekennen. Und das wiederum ändert nicht das Geringste an den astronomischen Schäden ...

Abfertigung neu

ist doch auch nur eine Kapitalvermehrung für die Finanzprodukte geworden!

Die Abfertigung war früher ein rein Virtuelles Kapital, das sich erst im Falle der Auszahlung realisiert hat.

Nun ist es ein monatlich reales Kapital, das in die Börse gesteckt wird, und im Falle der Auszahlung virtualisiert es sich - man kommt drauf, in der Kasse is nicht mehr viel drin!

Wie soll eine Politik die Märkte bändigen, wenn sie selber wie ein Hedgefonds agiert?

Die Hedgefonds, die Aktionäre, das sind nicht "die Heuschrecken", sondern das sind zB Salzburg und die private Pensionsvorsorge.

Die Politik ist von den Finanzmärkten abhängig.

Aber nicht wegen der Spekulationsgeschäfte auf der Aktivseite, sondern insbesondere wegen der Schulden auf der Passivseite. "Die Finanzmärkte" finanzieren den Staat. Unabhängigkeit von den Finanzmärkten könnten die Gebietskörperschaften nur durch konsequentes Sparen und langfristige Nulldefizite erreichen. Aber das ist so, wie wenn man einen Heroinsüchtigen von der Nadel wegbringen will.

politisches Talent ist es also:

-sich ausschließlich durch parteischädigendes verhalten zu profilieren

-wenig durchdaten (euphemistisch ausgedrückt) vorschläge zu machen

-und hör nichts, seh nichts, weiß nichts zu spuielen?

vielleicht macht gabi ja weniger tippfehler als ich ;)

sie lässt fehltippen!

Wie soll die Politik die Märkt bändigen, wenn den Verantwortlichen das notwendige Fachwissen fehlt.?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen... litik.html

?

gilt Fr. Burgstaller als eine der talentiertesten Politikerinnen?

In Österreich schon.

wenn Kontrolle da ist, kommt es auch nicht zu dioesem Desaster!

Der typisch österr. Weg lautet: Hände weg vom Geld, das ist schlecht (das verstehen wir nicht)

nicht daß sie mich falsch verstehen, ich bin gegen risikoreiches Versetzen des Geldes, insbesondere von Steuergeld!

Doch mir fehlt von jeher die Ernsthaftigkeit des Zugangs zu pekuniären Fragen i Österreich

Ja, Herr Misik, ihre Stellung geht davon aus, daß es Regierenden zumutbar ist, daß sie jederzeit Kontrolle ueber jedwede wirtsch. Vorgänge behalten und nie abgeben sollen. Aber Ihre Stellungnahme bedeutet´auch eine Vereinfachung, nicht im bloßen bedingungslosen Ausliefern an li - oder neoliberaleTendenzen orte ich die Ursache, sondern im naiven, ungenauen und sorglosen Umgang mit kontrollrechtl. Vorgangsweise.
Das gepaart - mit - untermalender Leichtfertigkeit - ist die Ursache des Vorgefallenen. Kontrolle muß über Tendenzen stehen, über Haltungsweisen stehen und kann nicht ansatzweise ausgelassen werden.

Kontrolle hat simply versagt

Posting 1 bis 25 von 74
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.