Filmhistoriker und NS-Aufklärer Gerhard Schoenberner gestorben

Deutscher Publizist setzte sich stets für die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ein

Berlin - Der Publizist, Filmhistoriker und NS-Aufklärer Gerhard Schoenberner ist tot. Er starb bereits am vergangenen Montag (10. Dezember) im Alter von 81 Jahren, wie sein Freund Ulrich Gregor, früherer Leiter des Internationalen Forums der Berlinale, am Sonntag bestätigte. Gregors Frau Erika sagte: "Wir sind sehr traurig, er war fit bis zuletzt." Bis kurz vor seinem überraschenden Tod habe Schoenberner noch an einer Schlusskorrektur eines Buches gearbeitet.

Schoenberner engagierte sich für die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und den in der Nachkriegszeit lange verdrängten Verbrechen der Nationalsozialisten. Er gründete die Bürgerinitiative "Aktives Museum", die in den 80er-Jahren die Einrichtung des NS-Dokumentationszentrums "Topographie des Terrors" initiierte.

Außerdem leitete Schoenberner in den 70er-Jahren das Deutsche Kulturzentrum in Tel Aviv. Eines seines bedeutendsten Bücher, "Der gelbe Stern" von 1960, wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Im Juli 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin. Zudem war Gerhard Schoenberner Träger des Bundesverdienstkreuzes und erhielt 1993 den Leo-Eitinger-Preis der Universität Oslo. (APA/red, derStandard.at, 16. 12. 2012)

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