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Sofia/Istanbul - Mit dem zweiten Versuch, eine Kandidatin für die Neubesetzung des Verfassungsgerichts vorzuschlagen, ist das bulgarische Parlament noch schneller gescheitert. Vorwürfe der Geldwäsche und des unethischen Verhaltens haben auch Gulia Guguschewa zu Fall gebracht, eine Sonderstaatsanwältin, die eigentlich mit dem Kampf gegen die Mafia im Land betraut ist. Im Vormonat musste schon Veneta Markowska wegen angeblichen Amtsmissbrauchs und dubioser Immobiliengeschäfte zurückziehen; sie war Vizepräsidentin des Obersten Berufungsgerichts. Die Demokratie funktioniere, stellte Regierungschef Boiko Borissow fest.
Während Markowskas Nominierung für das Höchstgericht noch durch das Parlament gegangen war - auch mit Stimmen von Borissows Partei Gerb (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) -, waren die Fraktionen nun bemüht, einen neuerlichen Skandal um eine Höchstrichterkandidatin abzukürzen. Gerb entzog ihr kurz vor der Abstimmung die Unterstützung.
Vorwürfen eines bekannten Anwalts zufolge kam Guguschewa gleich nach ihrer Versetzung aus der Provinz nach Sofia zu erheblichem Reichtum. Sohn Stefan war mit einem Mal an acht Unternehmen beteiligt, darunter das Familienunternehmen "Legal Partners"; dieses führt wiederum Guguschewas Mutter Totka. Die Anti-Mafia-Staatsanwältin soll unter anderem eine "Schenkung" von ihrem Sohn und einen Millionenkredit von ihrer Mutter erhalten haben. Guguschewa wies Geldwäschevorwürfe zurück.
Der Oberste Justizrat und die Steuerfahndung untersuchen derzeit die Vorwürfe gegen Guguschewa. Ihr unmittelbarer Vorgesetzter scheint die Anschuldigungen ernst zu nehmen. Borislaw Sarafow, Leiter der Sonderstaatsanwaltschaft, hat nach Medienberichten die Entlassung seiner Stellvertreterin beantragt. (mab, DER STANDARD, 17.12.2012)
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http://www.fr-online.de/steuerfah... easer.html
Ja, BG hat Korruption, genau soviel wie Griechenland. Aber wer spricht schon von der griechischen Korruption? BG ist dazu gar nicht dermaßen hochverschuldet, wie die meisten europäischen Staaten, weil die Bulgaren die Armut geduldig ertragen (leider!!) und ihr Leben mühsam meistern, ohne sich zu beklagen. Während andere sich beklagend im Wohlstand auf Kredit leben.
Vergleiche hin und her. Es fällt immer leicht über andere zu urteilen und zu verallgemeinern. Dabei wir alle haben unsere Probleme. Mehr Verständnis und europäische Solidarität würde uns allen gut tun.
Aber zumindest scheint es in Einzelfällen zu gelingen, zwielichtige Personen von der Neuberufung in Ämter abzuhalten - soweit man den Berichten Glauben schenken darf.
Spricht man mit Bulgaren geben sie die untragbaren Zustände in ihrem Land gerne zu. Es ist zum Davonlaufen! - ist einhellig der Tenor. Allerdings nicht ohne dem Hinweis, dass bei den benachbarten Griechen die Zustände noch zehnmal skandalöser seien. Im Vergleich mit den Griechen seien sie, die Bulgaren, Waisenknaben. Und diesen griechischen Staat hätte man nicht nur in die Eurozone geholt, sondern man kämpfe um seinen Verbleib.
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