Erdogan will Ahmadi-Nejad zu Syrien ins Gebet nehmen

16. Dezember 2012, 19:38
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Iranischer Präsident auf Besuch in der Türkei

Beim letzten Mal in Teheran ließ er ihn stundenlang warten, angeblich aus Ärger über die immer nur lauter werdenden Töne gegen Bashar al-Assad. Dass der türkische Premier Tayyip Erdogan es seinem Gast, dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadi-Nejad, am Montag mit gleicher Münze heimzahlt, ist wenig wahrscheinlich. Offiziell geht es bei dem Besuch in Konya um Feiern zum 739. Todestag des Sufi-Mystikers Rumi, inoffiziell um Assad und Syrien. Auch aus Sicht der Türkei hat die Endphase im syrischen Bürgerkrieg begonnen.

Während die russische Regierung mittlerweile einräumt, dass eine militärische Niederlage Assads absehbar sei, hält Teheran weiter an der syrischen Führung fest. Die Warnung des iranischen Generalstabschefs vor einem "Weltkrieg" fand am Wochenende breites Echo in den türkischen Medien. Hassan Firouzabadi bezog sich auf die geplante Aufstellung von Patriot-Raketen der Nato im türkisch-syrischen Grenzgebiet; sie seien in Wahrheit eine "Verteidigungslinie der Zionisten" gegen den Iran.

Ein türkischer Regierungsvertreter wiederholte indessen, die Patriots seien "rein defensiv". Die Aufstellung weit vor der Grenze habe mit der besseren Abdeckung des türkischen Gebiets zu tun; unbestätigten Berichten zufolge werden Abfangraketen in Kahramanmaras, in 100 Kilometer Luftlinie von der Grenze, aufgestellt.

"Initiative" von Sharaa

Laut arabischen Medien tritt Syriens Vizepräsident Faruk al-Sharaa in einem Interview mit der Zeitung Al-Akhbar, das heute, Montag, veröffentlicht wird, mit einer "wichtigen Initiative" hervor. Sharaa, ein Weggefährte von Hafiz al-Assad, wird mit der Aussage zitiert, dass das Regime nicht in der Lage sei, die Krise zu meistern, aber auch die Opposition nicht, das Land zu übernehmen. Sharaa hält sich in Damaskus auf, aber er gilt als marginalisiert. (Markus Bernath, DER STANDARD, 17.12.2012)

 

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