27 Flüchtlinge bei Schiffsunglück ertrunken

Überfrachtetes Boot war auf offenem Meer gekentert - Sechs Personen noch vermisst

Athen - Vor der Küste der griechischen Insel Lesbos sind bei einem Bootsunglück vermutlich 27 Menschen ertrunken. Am Sonntag sei mit einem 21 Jahre alten Mann das 21. Todesopfer geborgen worden, teilte die griechische Küstenwache mit. Bisher konnte nur ein 20 Jahre alter Mann aus dem Meer gerettet werden.

Der Überlebende sagte der Küstenwache zufolge, er sei am Freitagmorgen mit 27 weiteren Personen von der anatolischen Küste aus nach Griechenland gestartet. Unterwegs sei das überfrachtete Boot in der schweren See gekentert. Lokale Medien berichten, dass es sich bei den Insassen um Flüchtlinge und den türkischen Schlepper gehandelt habe.

Auch Kinder unter den Opfern

Unter den Passagieren seien auch zwei Frauen und vier Kinder gewesen, sagte der Überlebende. Bisher wurden laut Küstenwache aber nur die Leichen erwachsener Männer geborgen. Über die Nationalität der Flüchtlinge wurde nichts bekannt. Der Überlebende gab aber an, Afghane zu sein, wie ein Vertreter des Hafenamtes Lesbos bestätigte.

Die griechischen Behörden haben wenig Hoffnung, dass noch jemand überlebt haben könnte. In Griechenland herrschen derzeit winterliche Temperaturen. Die Wassertemperaturen liegen in der Ostägäis bei 15 Grad Celsius. Die griechischen Inseln im Osten der Ägäis sind wegen ihrer Nähe zur Türkei ein häufiges Ziel von Flüchtlingen, die in die EU gelangen wollen. Besonders im Winter verunglücken immer wieder die vielfach überladenen und nicht seetauglichen Flüchtlingsboote im Mittelmeer. (APA, 16.12.2012)

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