Ligety fährt sein eigenes Rennen

Nächste Machtdemonstration des US-Amerikaners: 2,04 Sekunden Vorsprung - Nur Hirscher konnte halbwegs Schritt halten

Alta Badia - Nein, die Zeitnehmung war nicht defekt. Damit zerschlugen sich am Sonntag im alpinen Ski-Weltcup-Riesentorlauf von Alta Badia auch die letzten Hoffnungen der Konkurrenten von Ted Ligety. Der US-Amerikaner deklassierte die Konkurrenz einmal mehr, lediglich der Salzburger Marcel Hirscher konnte halbwegs mithalten. Ligety siegte 2,04 Sekunden vor Hirscher, dahinter folgten mit gewaltigem Respektabstand der Franzose Thomas Fanara (+ 3,27 Sekunden) und der für für Deutschland fahrende Tiroler Fritz Dopfer (4,22).

Hinter Hirscher, der in allen neun Weltcup-Riesentorläufen des Jahres 2012 aufs Podest fuhr, klaffte im ÖSV-Team einmal mehr ein großes Loch. Christoph Nösig wurde 12., Benjamin Raich 13. und Marcel Mathis 16. Punkte gab es auch noch für Hannes Reichelt, der als 25. fast sieben Sekunden langsamer als Ligety war.

Die Österreicher sind damit im Klassiker auf der Gran-Risa-Strecke weiter seit 1997 (Christian Mayer) ohne Sieg. Ligety feierte hingegen im vierten Riesentorlauf der Saison den dritten Sieg. In Sölden hatte der Dominator 2,75 Sekunden Vorsprung, in Beaver Creek 1,76. Lediglich in Val d'Isere musste sich der 28-Jährige mit Rang drei zufriedengeben.

Stenmark trotzdem unantastbar

Zur Halbzeit hatte Ligety in Alta Badia, wo er auch 2010 gewann, unglaubliche 2,40 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger Hirscher. Der Allzeitrekord für den größten Vorsprung in einem Weltcup-Riesentorlauf wackelte dann aber doch nicht. Die 4,06 Sekunden des Schweden Ingemar Stenmark 1979 in Jasna bleiben unantastbar.

"Für mich war nicht der Rekord, sondern der Sieg wichtig", meinte Ligety nach seinem 14. Weltcup-Triumph, dem 14. im Riesentorlauf. Das Verwalten des Riesenvorsprungs im Finale war für Ligety gar nicht so einfach. "Bei so einem Vorsprung steigt auch die Nervosität. Es war schwierig einzuschätzen, wie viel Risiko ich nehmen soll." Als unschlagbar fühlt sich der Kombi-Olympiasieger 2006 und Riesentorlauf-Weltmeister 2011 keinesfalls. "Die anderen Läufer wie Hirscher sind auch schnell. Es kommt immer auf die Bedingungen an. Ich habe ja in diesem Winter auch schon ein Rennen verloren."

Der gewaltige Rückstand auf Ligety gibt Hirscher zu denken. Dass er im zweiten Lauf schneller war, sorgte beim Gesamt-Weltcup-Sieger aber für Erleichterung. "Das ist schon eine Genugtuung. Aber Ted ist wirklich unglaublich, das ist einzigartig. Da muss ich fast lachen, weil mich das so schockt." Eine Materialänderung zwischen den Durchgängen ("Eine andere Taillierung") wirkte sich dann bei Hirscher sehr positiv aus.

Keine Rutschphasen

"Das war eine super Erkenntnis für mich. Aber trotzdem fühlt man sich im Vergleich zu Ligety richtig schlecht. Das ist anscheinend das, wo sich der Skisport hinentwickelt: keine Rutschphasen, alles auf Zug. Das macht Ted perfekt. Er berührt im Vergleich zu uns fast keine Tore und hält den Ski auf der Taillierung. Das sind unsere Hausaufgaben über Weihnachten", analysierte Hirscher.

"Diese Rückstände sind schon ein Wahnsinn, krass", meinte Mathis kopfschüttelnd im Ziel. Vor der WM in Schladming steht nur noch ein Riesentorlauf auf dem Programm, am 12. Jänner in Adelboden. Bis dato hat im ÖSV-Team lediglich Aushängeschild Hirscher sein Ticket sicher, der Rest der Truppe hat bisher noch nicht überzeugt. Von der Papierform her hätten derzeit Nösig (85 Weltcup-Punkte), Mathis (83) und Reichelt (76) die besten Karten auf die weiteren drei Startplätze. Routiniers wie Benjamin Raich (59), Philipp Schörghofer (26) und Romed Baumann (25) stehen in der Schweiz gewaltig unter Zugzwang.

Im Herren-Weltcup gehen die Italien-Wochen weiter. Als letztes Rennen vor Weihnachten steht am Dienstag unter Flutlicht der Slalom in Madonna di Campiglio auf dem Programm (17.45 und 20.45 Uhr). Im Gesamt-Weltcup führt Aksel Lund Svindal, der Norweger wurde am Sonntag Neunter, mit 614 Punkten vor Ligety (508) und Hirscher (460). (APA, 16.12.2012)

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Was die Vorsprünge von Ligety so außergewöhnlich macht, ist der Umstand, dass er sie auf jemanden herausfährt, der seinerseits begnadeter Skifahrer und herausragendes Bewegungstalent ist, der bei den letzten 9 Riesentorläufen 9 mal auf dem Podest stand, RTL-Weltcupsieger und zudem regierender Gesamtweltcupsieger ist.

"...und der für Deutschland fahrende Tiroler Fritz Dopfer ."

Besser:
Der in Tirol geborene Deutsche Fritz Dopfer.

der hat sicher gewaxelte kanten

schnee von gestern...

Bis auf Hirscher

hat sich der ÖSV aus dem Herrenrennsport zurückgezogen und ist auf dem Niveau der Holländer.

die ligety-hysterie

seitens des ORFs nervt schon etwas.

sicher ist er derzeit im RTL das maß aller dinge und fährt toll, aber dieses ligety-hier-ligety-da vor allem von polzer ist schon etwas too much.

dass der RTL-fahren kann wissen wir schon seit 3 jahren - aber immerhin hat ihn hirscher letztes jahr die RTL-kugel abgeluchst.

Ligety hält nunmehr bei gleichen vielen Weltcupsiegen wie Maier im Riesentorlauf und hat nur noch Tomba (ein Sieg mehr), Von Grünigen und Stenmark vor sich. Zudem ist er der einzige neben Stenmark, der öfter als einmal mit 2 Sekunden Vorsprung gewonnen hat. Da ist Begeisterung schon angebracht.

begeisterung? ja, aber vergötterung?

polzer kriegte sich ja schon beim 2. sieg von ligety nicht ein.

da gab's im WC schon eindrucksvollere siegesserien als 2 siege hintereinander.

möchte ja die leistung von ligety gar nicht klein schreiben, aber man kann alles übertreiben.

der größte Vorsprung seit mehr als 30 Jahren, Bestätigung seiner Überlegenheit mit einem weiteren Vorsprung von über 2 Sekunden vor dem RTL-WC-Titelverteitiger und und der mit Abstand sehenswerteste Schwung im aktuellen alpinen Skisport rechtfertigen jede Superlative

ach, wann ist der polzer denn nicht too much

irgendwas muss er ja reden...:-)

ooooooooohhh, messssiiiiii :-D

Trinkl Hone!

Bist du es wirklich *g*

jojo, unverhofft kommt oft. Lg, der ehemalige abfahrts-weltmeister *gg*

Oida Fux...

... der hat sicher das "Wunderwachs" wiederentdeckt!
(C;

das wunderwachs bringt nix, der fährt ja viel zu viel auf der kante...

hat nicht beim letzten RTL der vorsaison...

...mit der lustigen fassdauben verabschiedung von didier cuche und dem weltcup gesamtsieg von hirscher, ligety als einziger bereits klassefahrten mit dem neuen schi hingelegt?

Scheint so, als haette der fuchs sich da einen echten vorsprung auf den rest der welt herausgeholt. Aber hirscher wird die luecke schliessen, da wette ich.

Ligety hat damals nach einem Schnitzer als Letzter des ersten Durchgangs den zweiten mit dem neuen Material eröffnet und sogar Laufbestzeit erzielt.

Aus meiner Sicht ist es so, dass das "alte" Material mit den kürzeren Radien noch gar nicht voll beherrscht wurde und mehr gedriftet, also quergestellt und damit gebremst, als gefahren wurde. Durchaus möglich, dass die kurzen Radien derartige Fliehkräfte erzeugen, dass man sie gar nicht beherrschen kann und deshalb ein durchgehendes Carven gar nicht möglich ist. Ligety schafft das jetzt jedenfalls mit der geringeren Taillierung, allerdings offenbar als einziger bislang.

dass ligety im 2. lauf langsamer als hirscher war, würd ich nicht überbewerten.

immerhin hatte er einen satten polster vom ersten durchgang. warum sollte er in anbetracht von fast zweieinhalb sekunden nochmals auf teufel-komm-raus gas geben?! nochdazu hatte er im zweiten 1, 2 deutliche schnitzer drinnen.

sein schwung funktioniert im moment einfach so gut, dass er sich beinahe alles leisten kann.

der kann eine Pinkelpause einlegen und gewinnt trotzdem noch. Ähnlich Svindal. Schaut schlecht aus heuer. Und vor allem für Schladming, das wird eine medaillenarme WM.

man muss nicht jeden schmarrn nachplappern den ein tv-kommentator von sich gibt.

von den kommentatoren (und schröcksnadel) hörte ich größtenteils nur, dass hirscher im zweiten immerhin eine halbe sekunde schneller als ligety war und das man darauf aufbauen kann.

p.s.: besser "nachgeplapperter schmarrn" als komplett inhaltslose postings.

wenn man liest "noch dazu 1,2 deutliche schnitzer" fragt man sich schon.

na wo glaubst verliert man denn zeit wenn nicht bei fehlern? wo verlieren sie andere?
und wieso glauben typen wie du immer man kann bei einem skirennen auf diesem niveau einfach mal so einen sicherheitslauf fahren und hat 2 sekunden "im gespür"?
ligety fährt gut, aber dieses "ohhhh, er is so gut, er kann sich alles leisten" ist kindergarten-niveau.

ahnungslosigkeit zum quadrat. fernsehsportler eben.

fernsehsportler?

burschi, gemma mal auf die piste, dann schau ma weiter. ;)

du scheinst ja die weisheit im gegensatz zu allen anderen mitm löffel gfressn zu haben.

unter "schnitzer" waren "schwere" fehler gemeint. einmal hatte er ja sogar fast einen steher.

zeit verliert man nicht nur durch fehler, sondern wenn die schwünge nicht so sauber gecarvt wie bei ligety sind bzw. immer wieder rutschphasen haben.

bist überhaupt schon mal auf schi gestanden, nach dem blödsinn, den du hier verzapfst?

mit der letzten zeile haben sie ihr eigenes posting sehr treffend analysiert. gratulation

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