Verstecken unmöglich: Facebook ändert Privatsphäre-Einstellungen

15. Dezember 2012, 14:11
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Ausblenden des eigenen Profils aus der Suchmaschine des Netzwerks geht künftig nicht mehr

Facebook ändert einmal mehr seine Privatsphäreeinstellungen. Dabei werden, wie die New York Times berichtet, einige Punkte verbessert und die Kontrolle gestärkt. Allerdings wird auch die Personensuche auf alle Nutzer zwangsweise ausgeweitet. Die Änderungen dokumentiert Facebook am eigenen Blog.

Privacy Shortcuts für schnelleren Zugriff

Die auffälligste Neuerung, die bislang nur an eine kleine Menge von Usern zu Testzwecken ausgerollt wurde, sind die sogenannten "Privacy Shortcuts". Hinter dem Namen verbirgt sich ein neuer Menüpunkt, der in der blauen Steuerleiste des Social Networks künftig Schnellzugriff auf manche Einstellungen bieten soll. Auf diese Weise soll man flott festlegen können, wer wieviel des eigenen Profils einsehen kann und wem die Kontaktaufnahme zugestanden wird. Auch Möglichkeiten, andere Personen zu melden oder zu blockieren sind auf diesem Wege auswählbar.

Facebook-Produktdirektor Sam Lessin betont, dass insbesondere Letzteres ein besonders nützliches Feature ist. "Es gibt eine Milliarde Nutzer und das Blockieren ist der ultimative Weg zum su sagen 'ich will mit dieser Person nicht interagieren'." Über das Activity Log soll man künftig schneller reagieren können, wenn man etwa unliebsame Kommentare oder Markierungen von sich in Beiträgen oder Fotos anderer User löschen will.

Jeder wird gefunden

Während diese Erweiterungen wohl auf positives Echo stoßen dürften, ist zur Ausweitung der Suche vermutlich negatives Feedback zu erwarten. Die Option, sein eigenes Profil aus den Ergebnissen der Personensuche auf Facebook auszuschließen, wird gestrichen.

Zuerst wird die Einstellung bei all jenen verschwinden, die sie nicht aktiviert haben. In weiterer Folge wird die Änderung aber auch bei jenen Usern umgesetzt, die aktuell noch nicht auffindbar sind. Diese werden dort künftig wider Willen mit ihrem Profil aufscheinen. Der Grund, so Lessing, sei, dass ohnehin nur sehr wenige Mitglieder davon Gebrauch machen würden.

Steht Vorstoß ins Suchgeschäft bevor?

Freilich dürfte man mit der Maßnahme auch andere Ziele verfolgen. Wie Firmengründer Mark Zuckerberg bereits im Rahmen der diesjährigen "TechCrunch Disrupt"-Konferenz zu Protokoll gegeben hat, könnte Facebook künftig auch ins Suchgeschäft einsteigen und dort versuchen, seine Mitgliederstärke auszuspielen. "Wir verzeichnen eine Milliarde Suchanfragen pro Tag, und versuchen es nicht einmal [etwas daraus zu machen]", so Zuckerberg. "Heute versuchen die meisten Menschen, andere Leute zu finden." (red, derStandard.at, 15.12.2012)

Update, 14:25: Es handelt sich bei der Umstellung um die Personensuche auf Facebook.com und nicht um Sichtbarkeit in Suchmaschinen generell. Dies wurde entsprechend ergänzt.

  • Künftig wird jeder in den Suchergebnissen auftauchen.
    foto: derstandard.at/pichler

    Künftig wird jeder in den Suchergebnissen auftauchen.

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