Mini-Abfahrt in Gröden an Nyman

Neuschnee und schlechte Sicht ließen nur einen Lauf auf verkürzter Strecke zu - Österreicher hintennach

Wolkenstein - Und am Ende blieb Gröden doch wieder Gröden. Stundenlang hatte es am Samstag ein Hin und Her gegeben, starke Schneefälle und schlechte Sicht waren den Veranstaltern in die Parade gefahren.

Relativ rasch war klar, dass die klassische Abfahrt einem anderen Format würde weichen müssen. War zuerst ein Sprint-Rennen mit zwei Durchgängen angedacht, setzte man als letzte Hoffnung auf bloß einen Lauf vom Super-G-Start. Um 14 Uhr wurde dieser auch tatsächlich gestartet.

Nach einer längeren Unterbrechung wegen verschärfter Sichtproblematik war Erik Guay (Startnummer 20) schließlich bereits als Sieger abinterviewt und -gratuliert worden, als der wohlbekannte Gröden-Effekt ein Comeback gab: Auf einer schneller werdenden Saslong kam erst der Slowene Rok Perko (Startnummer 35) daher, und unterbot die vermeintlich Bestzeit des Kanadiers. Noch ein paar Minuten später setzte dann Steven Nyman (Startnummer 39) in 1:28,82 Minuten die letztgültige Marke. Der US-Amerikaner hatte schon 2006 in Gröden gewinnen können.

Der bisherige Speed-Chef und Weltcup-Führende Aksel Lund Svindal musste sich diesmal mit dem fünften Platz bescheiden, als bester Österreicher kam Joachim Puchner vor Georg Streitberger auf den bescheidenen 13. Rang. Selbst der Niederländer Marvin van Heek (Startnummer 53) war da als Achter noch schneller, zugegeben auch er witterungsbegünstigt.

Im Gegensatz dazu konnten ÖSV-Nachdränger wie Matthias Mayer (19.), Frederic Berthold (23.), Markus Dürager (33.) oder Otmar Striedinger (45.) die günstigen Umstände nicht für sich nutzen. Der als Mitfavorit gehandelte Klaus Kröll ("Sportlich wertvoll war das heute nicht") wurde auf Platz 29 durchgereicht, dem regierenden Abfahrts-Weltcupsieger hängt seine in der Vorbereitungsphase erlittene Verletzung wohl doch noch nach.

Sieger Nyman ("Das ist mein Rennen hier") hat diesbezüglich ebenfalls eine schwere Zeit hinter sich, im Vorjahr hatte er sich beim Training in Copper Mountain die Archillessehne gerissen und die gesamte Saison verpasst. Nun sei er aber langsam wieder auf seinem alten Niveau angelangt, bilanzierte der 30-Jährige zufrieden.

Für die Allrounder unter den Weltcup-Herren geht es bereits am Sonntag mit einem Riesentorlauf in Alta Badia (9.30 und 12.30 Uhr) weiter. Svindal liegt in der Gesamtwertung mit 585 Punkten vor Ted Ligety (408) und Marcel Hirscher (380). (rob - 15.12. 2012)

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