Wien: U-Bahn-Züge sollen in Zukunft nicht mehr wackeln

  • Bald soll es in den U-Bahn-Zügen mit durchgehend begehbaren Garnituren nicht mehr ruckeln.
    foto: johannes zinner

    Bald soll es in den U-Bahn-Zügen mit durchgehend begehbaren Garnituren nicht mehr ruckeln.

Dämpfer für die U-Bahn sollen geschüttelte Passagiere beruhigen

Wien - Vor fast zehn Jahren staunten die Wiener über den ersten U-Bahn-Zug mit durchgehend begehbaren Garnituren. Fast genauso lange gibt es Beschwerden von Fahrgäste, dass manche der sogenannten V-Züge unruhiger unterwegs sind als die alten "Silberpfeile". Nun wollen die Wiener Linien dem Schlingern gegensteuern. Unter anderem müssen in den Werkstätten 2000 U-Bahn-Räder nachgearbeitet werden.

Das Problem der schlingernden Garnituren ließ sich vor allem an den Haltegriffen sichtbar machen. "Bei einigen der neuen V-Züge ist uns aufgefallen, dass die Schwingbewegung von links nach rechts zu groß war, sodass der Komfort der Fahrgäste nicht so war, wie wir erwarteten. Es war kein technisches Problem", schilderte Anna Maria Reich von den Wiener Linien in einem Wien heute-Interview.

Änderung am Drehgestell

Ein mit speziellen Messgeräten ausgestatteter V-Zug fuhr sechs Monate lang die Strecken U1 bis U4 ab und sammelte Daten. Analysen der Wiener Linien, der Firma Siemens und der technischen Universitäten Wien und Graz kamen dann zu dem Ergebnis: Zwei Veränderungen am Drehgestell sollen die Pendelbewegungen entschärfen. Ein spezieller Dämpfer zwischen Drehgestell und Wagenkasten soll getauscht werden.

Zudem sind die Räder betroffen. "Wir haben das Schwingungsverhalten des Zuges analysiert. Entscheidend ist der Kontaktpunkt zwischen Rad und Schiene. Dieser Punkt ist von entscheidender Bedeutung, um den Fahrkomfort zu verbessern", berichtete Lutz Uebel von der Firma Siemens. Die Auflage des Rades auf der Schiene soll also optimiert werden.

Kostenfrage unbeantwortet

In den Werkstätten der Wiener Linien müssen daher mehr als 2000 Räder nachgearbeitet werden - abgedreht heißt das in der Fachsprache. Das seitliche Pendeln der Garnituren samt Durchschütteln der Passagiere soll dadurch deutlich reduziert werden. Auf die Frage nach den Kosten hüllen sich die Wiener Linien noch in Schweigen. (red, DER STANDARD, 15./16.12.2012)

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