Massenmord an US-Schülern lässt Waffendebatte neu aufflammen

15. Dezember 2012, 09:00
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20 Kinder, sechs Erwachsene und ein Täter in Schule getötet - Obama verspricht schärfere Waffengesetze

Amerika steht nach dem Massenmord an 26 Menschen an einer Grundschule im US-Ostküstenstaat Connecticut unter Schock. Die Tragödie, die ein 20-Jähriger in der Kleinstadt Newtown auslöste, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete, hat die Diskussion über das liberale US-Waffenrecht neu aufleben lassen. Präsident Barack Obama hatte in einer ersten Reaktion Schritte gegen ungehinderten Erwerb von Waffen in den USA angedeutet. Der sichtlich bewegte Präsident forderte die Politiker aller Couleur zum Handeln auf.

Die Waffenlobby in den USA ist traditionell sehr stark und hat nach ähnlichen Schießereien in der Vergangenheit stets schärfere Gesetze zu verhindern gewusst. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg versprach, sich nach der Bluttat für strengere Waffengesetze einzusetzen. Der Täter, der Medienberichten zufolge Adam L. heißt, war mit bis zu vier halbautomatischen Schusswaffen ausgestattet, wie sie auch von Soldaten verwendet werden. In der Hauptstadt Washington demonstrierten als Reaktion Waffengegner. Etwa 100 Menschen versammelten sich am Freitagabend vor dem Weißen Haus und forderten schärfere Waffengesetze.

Identifizierung der Opfer dauert an

Die endgültige Identifizierung der 26 Opfer wird frühestens im Laufe dieses Samstag abgeschlossen werden. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte Paul Vance von der Staatspolizei. Es geben derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und sechs Erwachsenen. Die Familien seien entsprechend informiert worden.

Den Ermittelnden Beamten biete sich in der Grundschule ein "Bild des Grauens". "So etwas haben wir niemals zuvor gesehen", sagte Vance. "Untersuchungen wie diese sind wie ein Puzzle."

In den Kirchen der Kleinstadt rund 130 Kilometer nördlich von New York versammelten sich am Abend Hunderte Bürger zu Mahnwachen.

27 Tote

Bei einem der schwersten Massaker in der US-Geschichte sind am Freitag 27 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder im Grundschulalter. Anschließend beging der schwerbewaffnete Täter Suizid. Adam L., 20, eröffnete während des Morgenunterrichts an der Sandy Hook Elementary School im Bundesstaat Connecticut das Feuer auf die Mädchen und Jungen. Dabei tötete er auch sechs Erwachsene, darunter die Direktorin und den Schulpsychologen. Nach einem Bericht der "New York Times" erschoss sich der Mann anschließend selbst im Schulgebäude.

An einem zweiten Tatort in der Nähe fand die Polizei zudem die Leiche eines weiteren Erwachsenen. Dabei soll es sich um die Mutter des Täters handeln, die an der Schule unterrichtet haben soll.

Obama bestürzt

US-Präsident Obama zeigte sich tief bestürzt über das Ausmaß der Tragödie und kündigte politische Konsequenzen an. Die meisten der Todesopfer seien Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewesen, sagte ein sichtlich bewegter Obama in einer Stellungnahme im Weißen Haus. Es gebe keine Eltern in Amerika, die an diesem Tag nicht dieselbe überwältigende Trauer verspürten wie er selbst. "Unsere Herzen wurden heute gebrochen", fügte Obama hinzu und wischte sich dabei Tränen aus den Augen. Das Land habe in der Vergangenheit zu viele solcher Schießereien erleben müssen. Die USA müssten nun ernsthafte Schritte unternehmen und dürften sich dabei auch nicht von politischen Machtspielen abhalten lassen, fügte Obama hinzu.

Panik

Bei dem Täter soll es sich Medienberichten zufolge um einen 20-Jährigen handeln, der mit vier Handfeuerwaffen geschossen haben soll. Berichte über einen zweiten Schützen blieben unbestätigt. Augenzeugen berichteten, dass der Täter maskiert gewesen sei und eine schusssichere Weste getragen habe. Die Associated Press berichtete am Abend, dass sein 24-Jähriger Bruder Ryan von den Behörden einvernommen wird. Eine Bestätigung für diese Informationen gibt es jedoch nicht. Zuvor hatte ein Recherchefehler von US-Medien für Aufsehen gesorgt, weil ursprünglich Ryan L. als Täter vermutet worden war.

"Es war einfach der Horror", berichtete die Mutter einer Drittklässlerin, die zu der Grundschule geeilt war. Sie berichtete von blutüberströmten Kindern, die aus dem Schulgebäude gekommen seien. "Alle waren hysterisch und in Panik." Eltern nahmen weinende Kinder in die Arme. Der erste Notruf sei um 09.41 Uhr Ortszeit bei der Polizei eingegangen, sagte ein Sprecher. Newtown liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich der Metropole New York und hat etwa 27.000 Einwohner.

In den USA kommt es immer wieder zu Schießereien an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. So töteten zwei Jugendliche im April 1999 an der Columbine High School in der Stadt Littleton zwölf Mitschüler und einen Lehrer. An der Virginia Tech University kamen 2007 bei einem ähnlichen Vorfall 32 Menschen ums Leben - die bislang schlimmste Schießerei in der Geschichte der USA.

Im vergangenen Juli erschoss ein maskierter Schütze in der Nähe von Denver 12 Kinobesucher und verletzte 58 weitere Menschen. In Deutschland wurden auch Erinnerungen an die Schießerei an einem Erfurter Gymnasium im April 2002 wach: Damals tötete ein 19-Jähriger zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin sowie einen Polizisten. Anschließen nahm er sich selbst das Leben.  (Reuters/APA/red, derStandard.at, 14.12.2012)

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Posting 1 bis 25 von 1409
CT: eines der strengsten Waffengesetze der USA

Also ich will ja nicht so tun, als ob ich mich auskennen würde, aber laut Amerikanern in Amerika hat Connecticut eines der strengsten Waffengesetze der USA. Und wenn man die Waffennarren von 2nd Amendment reden hört *ufff* Ich will nicht derjenige sein, der den Gesetzesvorschlag macht ...

Western wie gestern!

„Das Einzige, das einen bösen Typen mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Typ mit einer Waffe“, erklärt die NRA.

http://www.berliner-zeitung.de/politik/a... 68286.html

http://derstandard.at/plink/135... id29380123

Auf Wiederlesen!

Hat irgendjemand einen beweis dafür ...

, dass liberale waffengesetze in irgendeinem zusammenhang mit waffenmissbrauch stehen??

"Waffenmissbrauch" in dem Kontext ist ein Phantasiewort.

Die Waffen wurden ja genau dazu benutzt wofür sie da sind - zum verletzen und töten.

Eine Handfeuerwaffe ist nie zur Verteidigung da.

na zum glück ...

fragt sie ja niemand nach ihren weisheiten.

Sie auch nicht, dennoch haben Sie diese zur Verfügung gestellt.

ich habe eine frage gestellt ...

und keine weisheiten von mir gegeben. aber sie kennen offensichtlich den unterschied nicht.

Sie haben aber eine grundsätzliche Annahme getroffen, dass es in dem Kontext einen Waffenmissbrauch gegeben hätte - aber das ist ja, wie ich erklärt habe, defacto nicht möglich.

Waffenmissbrauch wäre zB damit einen Korken zu ziehen oder eine Flasche zu öffnen oder einen Nagel einzuhämmern o.ä..
Aber das, was hier passierte war ein Waffengebrauch. Dazu sind Waffen da, zum Verletzen und Töten.

Das müssen Sie schon verstehen und akzeptieren.

Ihre erklärung ist aber leicht dümmlich ...

denn zwischen einem rechtmässigen waffengebrauch und einem waffenmissbraucht gibt es einen gewaltigen unterschied.

auch wenn waffen grundsätzlich zum Töten gebaut sind, gibt es gemäss den legalen benutzungsbestimmungen einen legitimen waffengebrauch (Jagd, Notwehr, legitimes Töten von Menschen) und auch einen Waffenmissbrauch (wie eben Mord).

Das müssen Sie schon verstehen und akzeptieren.

Nein, dem ist nicht so.

Das Eine (Töten und Verletzen von Menschen und anderen Tieren) ist der Zweck von Handfeuerwaffen.

Das Andere ist die rechtliche Einstufung von gerechtfertigtem Töten oder ungerechtfertigtem Töten.

Wenn Sie etwas älter sind, werden Sie das hoffentlich verstehen.

Ihr eindimensionales denken lässt darauf schliessen, dass ihnen geistige flexibilität fehlt!

Handfeuerwaffen sind NICHT grundsätzlich und ausschliesslich zum töten gebaut. Handfeuerwaffen sind einfach werkzeuge, die dazu gebaut sind eine Munitionskapsel zur Explosion zu bringen und deren inhalt mit hoher geschwindigkeit auszustossen.

Der ZWECK den sie mit dieser Funktionalität erzielen wollen erhält die waffe durch den anwender, nicht durch ihre eigenschaft.

so können sie die waffe ja zum beispiel mit einer gaspatrone laden, dann ist ihr zweck einen gegner durch tränengas zu beeinträchtigen. sie können die waffe auch mit gummigeschossen laden, dann ist ihr zweck einen gegner durch einen nicht-tödlichen impakt zu beinträchtigen.

Die Waffe per se trifft aber keine entscheidung und bestimmt daher ihren zweck nicht selbst.

Beeinträchtigung durch Tränengas, anschießen mit Gummigeschoß fällt beides unter Verletzen.

Zitat:
"Das Eine (Töten und Verletzen von Menschen und anderen Tieren) ist der Zweck von Handfeuerwaffen."

Also haben Sie mir bisher mit keinem Anwendungsbeispiel widersprochen.

naja, .... wenn sie eine kurzfristige beeinträchtigung druch tränengas ....

als verletzung verstehen wollen, dann haben sie recht. ich sehe bei richtiger anwendung durch tränengas aber keine verletzung. aber das ist wahrscheinlich definitionssache.

trotz allem definiert der benutzer den zweck der waffe. faktum ist, dass waffen zum schiessen gebaut werden, aber nicht unbedingt zum töten oder verletzen. man kann schusswaffen auch produzieren, um sie für den schiesssport zu verwenden. dann liegt der produktion der waffe grundsätzlich weder verletzungs- noch tötungszweck zugrunde.

in der praxis würde ich auch behaupten, dass 99 % der feuerwaffen in privatbesitz nie gegen eine person gerichtet werden.

verstehe auch ihre aussage nicht, warum sie meinen, dass waffen NIE zur verteidigung dienen?

Also bitte, genausogut könnte man einen Faustschlag als kurzfristige Beeinträchtigung abtun.

Ich würde behaupten, dass Sie noch nie einen Kontakt mit Tränengas hatten.

Nein, nicht der Benutzer definiert den Zweck der Waffe, sondern lediglich die Verwendung. Da kann's eben auch durch Flaschenöffnen mit der Magnum zum Missbrauch kommen.

Eine Waffe dient nicht zur Verteidigung, sondern immer zum Angriff - dass man im Rahmen einer Verteidigung auch Angreifen kann/muss steht außer frage, aber der Verletzungs- und Tötungsaspekt geht nicht verloren, nur weil es im Zuge einer Verteidigung passiert.

Nein, nicht der Benutzer definiert den Zweck der Waffe, sondern lediglich die Verwendung.

jetzt drehen sie sich aber aus ihrer eigenen argumentation einen strick.

Sie behaupten jetzt die "Verwendung" definiert den zweck der waffe ... auf diese aussage können wir uns ja auch einigen, da stimme ich ja mit ihnen vollkommen überein und das ist auch was ich in vorhergehenden postings gesagt habe. allerdings ist es halt immer der benutzer der über die verwendung der waffe bestimmt.

sie haben aber zuvor immer behauptet, dass die existenz einer waffe per se, diese schon als mord- oder verletzungswerkzeug definiert. und das ist einfach falsch.

ihre wortspiele werden ziemlich wirr.... wenn ich in meinem geschäftslokal stehe und jemand mit waffengewalt eindringt und mich bedroht, dann ist klar definiert wer der angreifer ist.

Nein.
Lesen Sie nochmals:

"Nein, nicht der Benutzer definiert den Zweck der Waffe, sondern lediglich die Verwendung."

Der Zweck eines Objektes ist inhärent, die Verwendung (auch in Form des Missbrauches) definiert jedoch der Benutzer.

Bitte lesen Sie künftig etwas genauer, dann unterlaufen Ihnen solche Fehler nicht mehr (wie schon vorher, als Sie das Verletzen überlesen hatten - http://derstandard.at/plink/135... id29427798 ).

Mmn ist ihre aussage widersprüchlich, denn ein objekt definiert seine verwendung nicht selbst.

Verwendung wird ja durch eine aktion definiert und diese durch den anwender ....
sie haben aber recht, dass der zweck eines objektes grundsätzlich inhärent ist. Nur ist diese eigenschaft NICHT eindimensional wie sie sich das vorstellen, sondern kann gemäss dem objekt durchaus sehr vielfältig sein. demnach wird der zweck des objektes wohl vom erfinder/designer/hersteller definiert. eine feuerwaffe kann daher durchaus zum schiessen auf zielscheiben, tonscheiben und ander nicht-lebende ziele hergestellt werden. in diesem sinne wäre dann jede verwendung einer solchen waffe gegen eine person um sie zu verletzen oder zu töten ein missbrauch.
aber das ist halt sehr philosophisch denn was wirklich zählt ist der gesetzgeber und sieht das anders.

Wo schrieb ich, dass das Objekt seine Verwendung selbst definiert?
Ich schrieb lediglich, dass der Zweck inhärent ist, natürlich definieren wir die Verwendung im Gebrauch und Missbrauch.

Zudem sprechen wir hierbei ja nicht von Pistolen oder Gewehren, die von Sportschützen verwendet werden oder gar für diesen Zweck hergestellt wurden. Das wäre nämlich so, als würden Sie den Besitz einer Streitaxt mit dem Holzhacken begründen oder legitimieren bzw bagatellisieren.

Wo schrieb ich, dass das Objekt seine Verwendung selbst definiert? habe auch nicht behauptet, dass sie das geschrieben hätten.

das war nur meine einleitung zur aussage, dass somit grundsätzlicher der erfinder/designer/hersteller des objektes dessen zweck bestimmt.

und ich behaupte, dass es eine unsachliche unterstellung wäre, dass der erfinder/designer/hersteller eine feuerwaffe grundsätzlich NUR zum verletzen und töten herstellt. faktum ist, dass jeder hersteller von feuerwaffen innerhalb kürzester zeit bankrott wäre, würde er tatsächlich nur waffen für diesen zweck herstellen. die gruppe der klienten die feuerwaffen ausschliesslich für sportliche zwecke kaufen, d.h. Zielschiessen in verschiedenester form, ist um ein vielfaches grösser. das bestätigt den vom hersteller definierten zweck.

Lassma das einfach.

Das bringt nix. Sie verwickeln sich in Zirkelschlüssen.

genau ...

wenn ma draufkommen, dass doch nicht alles so einfach schwarz weiss eindimensional ist wie sich das der kleine christoph vorstellt, dann ... lassma das einfach.

Danke, ChristophB!

Nur Vorsicht, etwas mehr Sensibilität! Denn wenn ein "AUSTRIATICO" sich evtl. genötigt sieht "verstehen und akzeptieren zu müssen", steht zu befürchten, daß er (um einem vermeintlichen Missbrauchsvorwurf vorzubeugen) loszieht und in "Notwehr" handelt.

PS: Bin (bis dato) einmal komplett durch; haarsträubend aussage-"kräftiges" Forum!

also wenn sie wirklich alles einmal durchgelesen hätten, ...

dann wäre ihnen wahrscheinlich auch aufgefallen, dass nicht ich, sondern ChristophB die phrase ...
"Das müssen Sie schon verstehen und akzeptieren." zuerst verwendet hat!

aber das sind halt die kleinen details die von den trolls nicht wahrgenommen werden....

Nicht durchdrehen, AUSTRIATICO!

Sie sind ja nicht einmal in der Lage, eine simple Chronologie nachzuvollziehen! Ist Ihnen der Stahlhelm auf die Nase gerutscht? Aber immer voll drauf- oder dazwischenhalten-knallen (wie Ihr Posting!), um in Ihrem Jargon zu bleiben! FAKTUM: MEIN Posting (19.12.2012, 10:37) WAR/IST/BLEIBT sehr wohl an ChristophB gerichtet und wurde lange VOR Ihrem (20.12.2012, 01:28) freigeschaltet!

Werden Sie das auch ohne Waffengewalt "verstehen und akzeptieren"?

Mann (?), das Forum hier ist kein Krieg und fast beendet; Sie aber ballern immer noch blindwütend herum!
"Troll" wäre für Sie ein verharmlosender Euphemismus!

... jetzt hab ichs auch verstanden!

Posting 1 bis 25 von 1409

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