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Als John Kerry aus Vietnam zurückgekehrt war, fasste er klipp und klar zusammen, was er von dem Krieg in der asiatischen Ferne hielt. "Was sagen Sie einem Mann, wenn Sie ihn auffordern, der Letzte zu sein, der für einen Fehler stirbt?", fragte er, geladen als Zeuge, um im außenpolitischen Senatskomitee auszusagen. 1971 war das, und seitdem steht der elegante Herr aus dem eleganten Boston im Rampenlicht.
Heute leitet er den Ausschuss, vor dem er seinerzeit seinen spektakulären Auftritt hatte. Wenn nicht alles täuscht, wird er Amerikas nächster Außenminister, nachdem Susan Rice, seine härteste Rivalin, ihren Verzicht erklärt hat. Theoretisch könnte er auch das Pentagon leiten, doch da gilt Chuck Hagel, einer der wenigen verbliebenen Republikaner der Mitte, als Favorit.
Jedenfalls hat sogar die Opposition bereits signalisiert, dass sie einen Chefdiplomaten Kerry für eine "populäre Wahl" halte und ihm im Bestätigungsverfahren keinerlei Hürden in den Weg stellen würde. Ganz frei von Ironie ist das Lob nicht: 2004, als er antrat, George W. Bush im Oval Office abzulösen, ließen die Republikaner kein gutes Haar an dem Mann. Unter einem Präsidenten Kerry, zeterten sie, würden die USA die Verantwortung für ihre nationale Sicherheit bei der Uno abgeben. Bushs raffinierter Stratege Karl Rove mobilisierte die Swift-Boat-Veteranen, die behaupteten, der Schnellbootkommandeur John Kerry habe seine Heldentaten im Mekongdelta blumig ausgeschmückt, um sich Tapferkeitsmedaillen zu erschwindeln.
Dafür profilierte sich der Verlierer nach seiner Wahlniederlage als scharfer Kritiker des Feldzugs im Irak, obwohl auch er die Invasion anfangs abgesegnet hatte. Unter Bush, dozierte er 2007 beim Weltwirtschaftsforum in Davos, seien die USA "eine Art Paria" geworden. Studenten im kalifornischen Pasadena legte er auf launige Weise ans Herz, fleißig zu lernen - "Tut ihr das nicht, bleibt ihr im Irak hängen." Ein Privilegierter, steinreich nach seiner Hochzeit mit der Ketchup-Erbin Teresa Heinz, verhöhne die Boys in Uniform, polterten seine Gegner.
Die Kontroversen sind vergessen, mittlerweile hat sich der Grandseigneur der Demokraten im Stile eines altersweisen Elder Statesman als Sonderbotschafter in kniffligen Fällen bewährt. Nachdem ein Trupp Navy Seals Osama Bin Ladens Versteck in Abbottabad gestürmt hatte, war es Kerry, der die Wogen im Verhältnis zu Pakistan zu glätten half. In Afghanistan überzeugte er den zaudernden Staatschef Hamid Karsai, eine Stichwahl fürs Präsidentenamt abzuhalten, da die erste Runde des Votums im Zeichen schwerer Betrugsvorwürfe stand.
Allerdings, erste Wahl für die Nachfolge Hillary Clintons war Kerry nicht. Wäre es allein nach Obama gegangen, säße demnächst Susan Rice im State Department, die UN-Botschafterin mit eher undiplomatischem Hang, auch vor laufenden Kameras Klartext zu reden. Rice hat denselben illusionsfreien Blick auf die Welt wie der Präsident, nostalgisches Beschwören früherer amerikanischer Stärke ist nicht ihre Sache. Nur fehlt ihr offenbar jenes diplomatische Geschick, das helfen kann, Konflikte zu entschärfen, auch solche in der Washingtoner Schlangengrube.
Ihre Nominierung hätte nur endlosen Parteienstreit ausgelöst und abgelenkt von den wahren Prioritäten, begründete sie ihre Entscheidung. Worauf Kerry, ganz Gentleman, einmal mehr ein feines Händchen bewies. Er fühle mit ihr, sagte er, "als jemand, der auch schon seine Portion an Attacken abbekam und versteht, wie hart Politik manchmal sein kann". (Frank Hermann, DER STANDARD, 15.12.2012)
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Bei den Verhältnissen im Senat wäre das von Vorteil.
M.m. nach hätte sich Rice ruhig trauen können anzutreten.
Die Republikaner brauchen den Konflikt, sie führen sich immer noch so auf als würden sie den Präsidenten stellen.
John Kerry als den scharfen Irak-Kritiker darzustellen, ist mehr als grotesk. Der Kerl ist tief verwurzelt im Security-Establishment der USA (Council on Foreign Relations usw.) -- alles was er am Irak-Krieg und der Besatzung je kritisiert hat, war die vermeintlich mangelhafte Ausführung.
In besserer Presse sind die Hintergründe zu lesen:
McCain, der Rice massiv angegriffen hat, ist ein kluger Taktiker. Geht der Job an Kerry (und McCain und andere haben ihre Unterstützung zugesagt), dann ist ein Sitz im Senat nachzubesetzen. Der droht in Massachussetts an den Republikaner Scott Brown zu gehen, der gerade erst sehr knapp gegen die Demokratin Elizabeth Warren (eine Wahnsinns-Frau, solche könnten wir hier auch brauchen... nein überall) verloren hat.
Und an Kerrys Stelle im Senat rückte mit Bob Menendez ein anderer Demokrat nach, der weitaus kriegsverrückter ist - das wäre für Obama ebenfalls unangenehm.
Kerry wollte selbst nie ins Pentagon, Außenminister war (natürlich neben Präsident) immer seine Wunschposition. Er hätte wahrscheinlich den Verteidigungsminister gemacht, wenn Obama ihn darum gebeten hätte, aber nur weil er ein braver Parteisoldat ist und ihm der Senat mit den ewig blockierenden Republikanern auf die Nerven geht.
Kerry and his family were Austrian, from an area then part of the Austrian Empire and later known as the Czech Republic. Austrian records tell the full story: Frederick Kerry was born a Jew with the name Fritz Kohn, to a family of brewers and shoemakers. This was a secret he apparently did not want his Brookline neighbors to know.
http://www.boston.com/news/poli... k/excerpt/
das lustige an diesen verschröungstheorien ist ja, dass dazu nie irgendwelche beweise, sondern höchstens irgendwelche haarsträubenden populistischen videos gepostet werden.
man kann sich sowas ja durchaus vorstellen. immerhin kann ich niemandem das gegenteil beweisen. aber scheinbar zu *wissen*, dass es doch so ist - mutet etwas lächerlich an..
nö, verschwöhrungstheorien sind nur lustig, wenn sie belegbar, bzw. über gewissen verbindungen nachvollziehbar sind, und nachdem bush und kerry cousins sind, komilitonen waren, an den gleichen firmen beteiligt waren, und sich bei den skull and bones gegenseitig einen von der mystikerpalme gewedelt haben, liegt der verdacht doch recht nahe, daß sie niemals gegeneinander sondern eher miteinenader kanditiert haben.....
Er ist Senator für Massachusetts, und dort gibt es, obwohl ein sehr "demokratischer" Staat, den beliebten Republikaner Scott Brown, der nach Kennedys Tod die By-Election überraschend gewonnen und nun gegen seine demokratische Herausforderin nur knapp verloren hat. Eine weitere By-Election gegen einen unbekannten Gegner könnte er wieder gewinnen.
Wäre momentan nicht schlimm (54-46 statt 55-45), aber in 2 Jahren haben viele wackelige Demokraten ihre Senatssitze zu verteidigen, und wenn die Reps bei ihrem derzeitigen Zustand beide Häuser kontrollieren, wird es finster.
Umso ernüchternder wird es für die Republikaner sein, zusehen zu müssen, wie Scott Brown jämmerlich untergeht.
2009 hat er zufällig gewonnen, weil die demokratische Kandidatin so überheblich war und dachte, sie fährt im Schlafwagen in den Senat. Hat daher keinen Wahlkampf gemacht.
In Massachussetts gibt es aber noch genug High-Profile-Demokraten, die den Scott Brown normalerweise verputzen.
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