Kein Kärntner Menschenrechtspreis für Saualm-Aktivisten

14. Dezember 2012, 18:30
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Der Preis wurde an zwei Sozialprojekte von der Katholischen Frauenbewegung und der Diakonie vergeben

Klagenfurt - Zur Verleihung des heurigen Kärntner Menschenrechtspreises hatte es Wirbel gegeben. Der Jury unter dem Vorsitz des Amnesty-International-Mitglieds Larissa Krainer war vorgeworfen worden bei der Preisfindung in vorauseilendem Gehorsam gegenüber Landeshauptmann Gerhard Dörfler agiert zu haben, in dem sie nominierten Aktivisten, die öffentlich gegen das mittlerweile geschlossene Asylheim auf der Saualam aufgetreten waren, keinen Preis zuerkennen wollte. Krainer wies das im STANDARD-Gespräch strikt zurück: "Die Jury ist unabhängig."

Keine Mehrheit für Saualm-Aktivisten

Asylbetreuung sei immer ein Thema für den Menschenrechtspreis. Doch die Saualm-Aktivisten hätten keine Mehrheit erhalten. Die Zusammensetzung der Jury sei allerdings nicht optimal, räumte Krainer ein. Unter den sechs stimmberechtigten Jurymitgliedern finden sich Vertreter von FPK, SPÖ und ÖVP sowie Vertreter der katholischen Kirche und der Diakonie, aber keine von Grünen, Islam oder Judentum.

Der Preis wurde heuer übrigens zweigeteilt und an zwei Sozialprojekte von der Katholischen Frauenbewegung und der Diakonie vergeben. "Auch Sozialarbeit ist Menschenrechtsarbeit", so Krainer. Der Menschenrechtskatalog sei eben "sehr breit". (stein, DER STANDARD, 15./16.12.2012)

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