Wie der "echte" Hobbit aussah

14. Dezember 2012, 17:35
  • "Nicht hübsch, aber definitiv markant": So könnte die "Hobbit"-Frau LB1 
ausgeschaut haben, die vor 18.000 Jahren lebte. 
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    foto: susan hayes

    "Nicht hübsch, aber definitiv markant": So könnte die "Hobbit"-Frau LB1 ausgeschaut haben, die vor 18.000 Jahren lebte. 

Eine australische Anthropologin gibt der ausgestorbenen Menschenart ein Gesicht - "Hobbit"-Frau LB1 rekonstruiert

Wollogong/Wien - Es war einmal ein zwergenhaftes Volk, das einen kleinen Kopf und große Füße hatte, auf einer Insel lebte und dort riesige Ratten und kleine Verwandte des Elefanten jagte. Die Rede ist von den Hobbits - aber nicht jenen Fantasiewesen von John Ronald Reuel Tolkien, die seit dieser Woche auch bei uns wieder die Kinokassen klingeln lassen.

Es gab "Hobbits" nämlich auch "in echt": Auf der indonesischen Insel Flores lebte bis vor rund 17.000 Jahren eine Menschenart, die große körperliche Ähnlichkeiten mit Tolkiens Zwergenvolk hatte - und deshalb prompt nach ihm benannt wurde. Der 2003 entdeckte Homo floresiensis (so die offizielle Bezeichnung) avancierte sofort zum Streitfall; bis heute ist sein Stammbaum ungeklärt.

Wahrscheinlich handelt es sich um einen auf der Insel geschrumpften Homo erectus. Es gibt aber auch Spekulationen, dass er Nachfahre einer noch älteren Vormenschenart sein könnte. Andere Experten wiederum glauben, dass die kleinschädelige Menschenart ein wegen einer Krankheit verkleinerter Homo-sapiens-Spross und evolutionär gar nicht so alt sei.

Auch um diese Frage zu klären, hat die australische Anthropologin Susan Hayes das Gesicht der "Hobbit"-Frau LB1 rekonstruiert, deren Knochenreste auf 18.000 Jahre geschätzt werden. Was Hayes mit aufwändigen Methoden der Gerichtsmedizin schuf und diese Woche bei einer Fachkonferenz in Wollogong präsentierte, liefert indes auch keine eindeutigen Antworten.

Die "Annäherung" (Zitat Hayes) sieht irgendwie zwar menschenähnlich, aber doch fremd aus. Und wie die Anthropologin selbst meint: "Hübsch ist sie in unseren Augen wohl nicht gewesen, aber definitiv markant." (tasch/DER STANDARD, 15./16. 12. 2012)

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12 Postings
Besonders der Kurzhaarschnitt ...

ist auffällig!

Müssten die nicht größere, spitzere Ohren haben?

Von denen laufen noch einige herum

LB1?
C3PO!

:) so ähnlich

"LB" steht für 'Liang Bua' (der Name der Höhle auf Flores in der die Knochenreste gefunden wurden). Die Ziffer bezeichnet das jeweilige Individuum dem die Reste zugeordnet werden konnten.

Ist es ned mittlerweile von New Line verboten worden, die Floriensis "Hobbit" zu nennen?

ich hab schon mal einen mann gesehen, der doch recht ähnlich ausgeschaut hat, aber ich glaub das war in südindien. ist es möglich, daß der hobbit einen einfluß auf den genpool der draviden hatte, so wie der auch nicht gerade ansehnliche neanderthaler einen einfluß auf uns nicht-afrikaner?

Eindeutig nein. florenis gilt als frühe Abspaltung von erectus.

Und auch die Neanderthaler-These ist strittig. Neueste Untersuchungen ergaben, dass die Übereinstimmungen des Genoms zwischen neanderthalensis und sapiens viel überzeugender dadurch erklärt werden kann, dass eine Gruppe von sapiens zu einem späteren Zeitpunkt Afrika verlassen hat, die noch eine große genetische Ähnlichkeit mit erectus (dem gemeinsamen Vorfahren von sapiens und neanderthalensis) hatte und die sich dann mit bereits ausgewanderten sapiens vermischte. Daher die Ähnlichkeiten zwischen sapiens und neanderthalensis. http://mbe.oxfordjournals.org/content/29/10/2987

Ob es zu einem Genfluss kam, ist also noch immer Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung und es gibt hier noch keinen als abgeschloßenen geltenden Wissensstand.

Sieht nicht gerade wie eine Elbe aus

Auch wenn sie LB1 heißt.

Ich glaub ich bleib bei Marke Tolkien, danke.

Sie bleiben also lieber bei einer Fantasiefigur als bei einer bildlichen Rekonstruktion einer ausgestorbenen Menschenart? Hoch interessant, welche Auswahl sie sich selbst geben... sie verbringen bestimmt viel Zeit mit Videospiele und Fantasieromane. Vielleicht etwas zu viel? ;-)

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