Landestheater Linz wird um fixe Musicalsparte erweitert

14. Dezember 2012, 15:41
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Drei bis vier Neuproduktionen pro Jahr geplant

Linz - Das Landestheater Linz wird um eine Musicalsparte mit eigenem, festen Ensemble erweitert. Drei bis vier Neuproduktionen pro Jahr sind damit geplant. Intendant Rainer Mennicken stellte die somit fünfte Sparte seines Hauses in einer Pressekonferenz Freitagnachmittag im Gebäude des neuen Musiktheaters am Volksgarten in Linz vor, das im kommenden Jahr eröffnet wird.

Als Spartenleiter hat das Theater den bisher ausschließlich freischaffenden Musical- und Opernregisseur Matthias Davids verpflichtet, der bereits seit 1998 regelmäßig in Linz arbeitete. Ihm stehen für die Dramaturgie Arne Becker, als musikalischer Leiter und Kapellmeister Kai Tietje sowie Anne Holzer als Regieassistentin zur Seite. Für das Ensemble haben sich 750 Musicaldarsteller beworben. Jene sieben, die letztlich engagiert wurden, werden sich in der Uraufführung einer Revue "Seven in Heaven" am 14. April im neuen Musiktheater vorstellen. Auf dem Programm der laufenden Spielzeit stehen weiters die Österreichische Erstaufführung "Die Hexen von Eastwick" am 13. April und "HONK!" mit der Premiere am 2. Juni. Die Pläne für die Spielzeit 2013/2014 wollen die Verantwortlichen erst im kommenden Februar verraten. Fest steht aber, dass die Choreografin und Regisseurin Kim Duddy die Musical-Eröffnungsproduktion der kommenden Saison inszenieren wird.

Musical statt Operette

Davids ist überzeugt, dass das Musical einst die Operette voll ablösen werde. Denn die Generationen wechseln, Interesse und Kenntnis im Zusammenhang mit dem Musical steigerten sich. Er wolle ein breit gefächertes Programm zusammenstellen, Uraufführungen und Klassiker, große und auch Zwei-Personen-Stücke aufführen. Das Musical werde in alle Spielstätten des Landestheaters gehen, für verschiedene Generationen und in unterschiedlichen Formaten produzieren. Schon würden Kontakte für Kooperationen über die Landesgrenzen hinaus geknüpft. Die sieben Darsteller seien alle als Solisten und für Hauptrollen engagiert worden. Die Musicalsparte im Landestheater sei eine "kleine anarchische Zelle", die sich mit dem Ensemble der Oper, des Balletts und des Schauspiels zusammentun und dort wo keine Zusammenarbeit möglich sei, auch Gäste einladen wolle. Das gelte auch für die beteiligten Musiker.

Mennicken stellte fest, dass er sich in seinem gesamten Theaterschaffen immer mit dem Musical identifiziert habe. Doch es friste an Staats-, Landes- und Stadttheatern ein eingegrenztes Dasein, obwohl es die gleiche Zuwendung und Chance wie andere Sparten verdiente. Das Alleinstellungsmerkmal von Linz sei, dass die Position des Musicals hier einzigartig sei. Inzwischen verstehe er allerdings, warum das so sei, denn es stecke viel Kleinarbeit dahinter. Es sei ein reichhaltiges Musical-Repertoire vorhanden, doch werde es immer zugespitzt auf wenige Highlights. In Linz soll der Versuch unternommen werden, die Kunst an die erste Stelle zu stellen und nicht den Kommerz. Davids ergänzte, dennoch spreche nichts gegen gutes Entertainment: "Man muss nicht mit jedem Stück die Welt erklären." (APA, 15.12.2012)

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