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Ein Mitarbeiter von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat einer Journalistin bei einer Veranstaltung des Ministeriums die Nachspeise verweigert.
Es geht - wieder mal - um Gerechtigkeit. Und um die Pressefreiheit. Deshalb schrieb mir Silvia H. ein Mail. Ich kenne Frau H. nicht. Aber es ist eine Frage von Anstand und Prinzip, einer Kollegin in Nöten zu helfen. Denn eines war mir schon nach der ersten Zeile von Frau H. sofort klar: Sie ist keine "Earlin of Sandwich". Ganz bestimmt nicht. 100 Prozent.
Da es hier länger nicht um diese Klientel ging, eine kurze Begriffsklärung: "Earls of Sandwich" sind zumeist ältere Herrschaften, die mit irrem Elan Events stürmen, bei denen es gutes Happihappi oder Goodies gibt. Sie kennen keine Skrupel. Sie schreien sofort, falls jemand ihre abenteuerlichen Presseausweise oder Beglaubigungen anzweifelt: "Angriff auf die Pressefreiheit."
Manche erachten schon die Frage nach ihrem Medium als Attacke auf das Redaktionsgeheimnis. Andere wiederum - zu viert oder fünft vor Ort - stellen Presseaussendungen 1:1 online. Veranstaltern könnte das wurscht sein - wären Earls Einzeltäter. Aber sie sind Schwarmtiere. Und roden Buffets gründlichst.
Silvia H. hat mit alldem nichts zu tun. Die Kollegin arbeitet für das Online-Portal www.myguides.at (falls Sie es nicht kennen, sollten sie es bookmarken!) und geriet zwischen die Fronten. Sie wurde quasi zum Kollateralschaden - und des Buffets verwiesen: Ein Angriff auf die Pressefreiheit. Im Auftrag eines Bundesministers! Da darf man nicht zur Tagesordnung übergehen. Also ist es geradezu meine Pflicht, H.s E-Mail an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wiederzugeben.
"Sehr geehrter Herr Bundesminister,
(ich) ..., habe ich mich für obige Veranstaltung (Österreichischer Innovationspreis Tourismus 2012; Anm. Red.) ... akkreditiert. Da ich nicht in der Teilnehmerliste angeführt war, habe ich meine Visitenkarte (mit allen Details über mich und meine journalistische Tätigkeit) bei der Anmeldung abgegeben.
Es war eine ... gelungene Veranstaltung ... Ich habe darüber auf www.myguides.at/TravelGuide geschrieben.
Nach der Veranstaltung gab es Networking und dazu ein flying dinner. Wie mir ein Tablett mit Desserts angeboten wird, stellt sich ein Herr neben mich und sagt zum Servierpersonal ...: "Diese Dame hat genug gegessen, diese Dame bekommt nichts mehr". Und in diesem frechen Ton, begleitet von anzüglichem Grinsen, ging es weiter: wer ich überhaupt sei, welche Berechtigung ich habe, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, "wir haben den Auftrag, darauf zu schauen, dass niemand Unerwünschter teilnimmt, schliesslich kostet diese Veranstaltung auch etwas". Ich habe diesem Herrn meine Visitenkarte ... gegeben und ihn gefragt, wer er ist und welche Funktion er hat .... Er hat seinen Namen nicht genannt. Ich bin hartnäckig geblieben und habe erklärt, ich habe mich deklariert, jetzt soll er mir seine Visitenkarte geben und wenn er keine hat, kann er ja die Daten aufschreiben.
Mittlerweile haben nicht nur die Gäste an meinem Tisch, sondern auch die an den Nachbartischen interessiert diese Szene verfolgt. Ich habe weiterhin mehrmals laut gesagt: "Wer sind Sie" .... Darauf hat dieser Herr leise "Z" gesagt, aber nach wir vor nicht, in welcher Funktion er sich so aufführt.
Ich habe ihm ... einen stadtbekannten "Buffettouristen" gezeigt, ... (siehe dazu Artikel von Chefredakteur Thomas Rottenberg, derStandard.at), diesen Herrn hat er nicht zur Rede gestellt. Dadurch erhält dieses skandalöse Benehmen ... noch eine sexistische Note.
Da ich als Journalistin meine Möglichkeiten habe, habe ich in Erfahrung gebracht, dass dieser Herr Z. ein Mitarbeiter in Ihrem Bundesministerium ist. Daher schildere ich Ihnen diesen unerhörten Vorfall ... wie ein Herr Ihres Bundesministeriums ... einen weiblichen (!) Gast anpöbelt.
Wenn es die Politik des Bundesministeriums ist, JournalistInnen ... auszuschliessen ... dann war es sicher kontraproduktiv mit APA-Meldung vom 20.11. alle Medienvertreter/innen ... einzuladen.
Mit freundlichen Grüssen
Silvia H., Redakteurin www.myguides.at/TravelGuide"
Ich habe dieses Mail nicht auf dunklen Wegen erhalten: Frau H. setzte mich CC. Und obwohl schon meine Ernennung zum "Chefredakteur" den Minister wohl auf Trab bringen wird, fordere ich hiermit auch noch eine offizielle Entschuldigung von Mitterlehner.
Und zwar mit Geschenkkorb. Und einem Entschuldigungsschreiben. Mit Republiks-Briefkopf und Stempel, Siegel und Unterschrift: Frau H. wird dieses Dokument dann vorlegen, sobald kecke Buffet-Schergen sie bei der Arbeit behindern wollen: Ein Beglaubigungsschreiben aus Ministerhand wischt man nicht vom Tisch - man schiebt es höchstens ein wenig zur Seite. Damit genug Platz für all jene Leckereien ist, auf die Kollegin H. kraft ihrer Tätigkeit ohne jeden Zweifel Anspruch hat. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 14.12.2012)
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Gratis war die Veranstaltung und es gab viel zu Essen und Kaffee. OB die Statistik Austria im Wiener Gasometer für das zu Verfügung Stellen des Raumes Miete verlangen durfte, wußte keiner.
(Ich habe aber mehrere Leute danach gefragt!)
Wer für die Leistung der beiden Gebärdensprachen Übersezterinnen aufkam, weiß ich auch nicht.
Ihre Leistung war exzellent, trotz NICHT-Anwesenheit von Gehörlosen.
http://www.myguides.at/TravelGui... hp?id=1297
http://www.wellcome-online.at/content/kontakt-0
Dr. Heinz Anderle, das Internet für so etwas liebender Freigeist
Denn wenn das tatsächlich auch Ihre Meinung ist......
Und diese zu kurz gekommene "Journalistin": wenn sie hungrig ist - an jeder Ecke gibt es Filialen der verschiedenen Bäckereien, abgesehen von den vielen Restaurants (im Chinarestaurant kann sie auch von Buffet essen so viel sie will). Aber hungrig kann sie ja nicht mehr gewesen sein, denn sie wollte ja einen NACHSCHLAG der Nachspeise.
Meines Erachtens sind solche Buffets eine Gefälligkeit, keine Pflicht. Vielleicht sollte man das überhaupt einstellen, zumindest bei derartigen Pressekonferenzen
Wenn hier das unerhörte Benehmen des ministeriellen Mitarbeiters zum Thema gemacht worden wäre anstatt der lächerliche Vorwurf, dass eine Journalistin keine Nachspeise bekommen habe, könnte der Artikel halbwegs ernst genommen werden.
So leider nicht.
„Daher schildere ich Ihnen diesen unerhörten Vorfall ... wie ein Herr Ihres Bundesministeriums ... einen weiblichen (!) Gast anpöbelt.“
Warum das Rufzeichen? Gebührt etwa einer Frau qua Frau-Sein eine Sonderbehandlung? Ist so eine Ansicht nicht sexistisch?
achja:
http://www.youtube.com/watch?v=JXnt9iGEdIM
der beste deutsch barde wusste das schon in den 70ern
1. wieso wird auf steuerzahlerkosten überhaupt ein buffet für journalisten und solche seltsamen schreiberlinge vranstaltet? sowas sollte eigentlich sofort verboten werden.
2. wieso werden leute von so schwindligen portalen überhaupt dort noch vorgelassen? für die kann man ja die presseerklärung vor der tür auslegen, die haben ja soweiso gar nix verloren auf einer pressekonferenz/veröffentlichung.
ein paar happen eines - im normalfall - ohnehin bescheidenen buffets zu neiden, ist an kleinkariertheit nicht zu überbieten.
und sie können mir glauben, neun von zehn presseveranstaltungen sind eine qual, die sich niemand freiwillig antun würde. als journalist haben sie aber keine wahl. sie werden dort hingeschickt.
sie können ja mal eine woche mit einem journalisten tauschen, damit sie sehen wie lustig es ist den ganzen tag zwischen redaktion und terminen hin- und herzuhetzen und dann auch noch abends auf diese super-events gehen zu müssen.
ihren äusserungen entnehme ich: sie sind journalist.
sie sollten schleunigst den job wechseln, denn für diesen job werden sie bezahlt. glauben sie mir: in allen berufsbildern gibt es dinge, die keiner gern tut.
und da kommen wir zum kleinkarierten - ja das kann man schon auch so nennen - aber eben: journalisten werden für die arbeit ganz normal bezahlt und bräuchten somit ergo keine gratis-verpflegung um dem job nachzukommen.
schließlich werden sie für ihren job ohnehin bezahlt.
natürlich können sich journalisten ihr essen selber kaufen (was sie idr ja auch tun, echt wahr!). und keiner besucht eine pk oder einen abendtermin wegen des essens.
warum leute wie sie ein problem damit haben, wenn ein journalist der den ganzen tag durch die gegend hetzt einen bissen abkriegt, kann ich mir nur mit der typischen neidhammelhaltung erklären, die ja auch lehrer (zu viel urlaub), öbbler (gratis zugfahren) oder politiker (z.b. dienstautos) betrifft.
so ein quatsch! da kann ich nur noch ungläubig schauen und lachen.
"neid" - das ich nicht lache :-)))))
nein, es geht ja hier nicht um die journalisten. sondern einfach um die frage, warum ein amt was tut. und wenn sie mein posting lesen, sehen sie, dass ich ja durchaus auch find, dass man das kleinlich nennen kann.
nur ihre reaktion zeigt doch deutlich, dass sie offenbar ein problem haben.
ich halte es für inakzeptabel, wenn journalisten kollektiv als der letzte abschaum hingestellt werden. keine sorge, den sehe ich schon auch in unserer branche. kenne ich auch. aber das sind - wie in allen anderen branchen - schwarze schafe. und es ist allen anderen gegenüber einfach eine schweinerei so zu tun als wären alle korrupte volldillos, die für ein schnitzerl den buckel krumm machen würden.
das amt im übrigen bestellt ja kein buffet für die journalisten, sondern für die gäste des events. da laufen die paar journalisten halt mit. und ich halte das nach wie vor für legitim. gerade im fall all jener jungen kollegen, die für einen bettel arbeiten und dazu noch ständig irgendwohin geschickt werden.
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