Südkorea untersucht geborgene Raketenteile Nordkoreas

14. Dezember 2012, 14:13

Südkorea fürchtet baldigen Atomtest Nordkoreas - Massen feiern in Pjöngjang jüngsten Raketenstart

Seoul/Pjöngjang - Während der jüngste Raketentest in Pjöngjang von Zehntausenden gefeiert wurde, begann Südkorea mit der Untersuchung geborgener Raketenteile. Zudem rechnet die südkoreanische Regierung mit einem baldigen Atomtest des Landes. "Ein Atomtest ist sehr wahrscheinlich", erklärte Südkoreas Wiedervereinigungsminister Yu Woo-ik am Freitag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse.

Geheimdiensterkenntnisse deuteten darauf hin, dass bereits umfangreiche Vorbereitungen für einen nordkoreanischen Atomtest getroffen würden, sagte Yu, der für die Beziehungen zwischen Nord und Süd zuständig ist, vor einem Parlamentsausschuss. Nordkorea habe bereits in der Vergangenheit Atomtests nach Versuchen mit Raketen vorgenommen, deren Ziel es gewesen sei, ein Trägersystem für Atomsprengköpfe zu entwickeln.

Nordkorea hatte am Mittwoch eine Trägerrakete gestartet und damit nach eigenen Angaben einen Forschungssatelliten ins All gebracht. Der Westen vermutet hinter dem Start dagegen einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Es wird befürchtet, dass die Atommacht mit der Rakete künftig in der Lage sein könnte, ballistische Interkontinental-Raketen um den Globus zu schießen.

Offenbar Treistofftank geborgen

Die erste Stufe der Rakete fiel vor der Koreanischen Halbinsel ins Meer, die zweite ging östlich der Philippinen nieder. Der südkoreanischen Marine gelang es am Freitag, Trümmerteile der ersten Stufe der Langstreckenrakete aus dem Meer zu bergen. Einem Medienbericht zufolge wurden die Trümmer 160 Kilometer westlich des Hafens von Gunsan aus 80 Metern Tiefe geborgen.

Es sei davon auszugehen, dass die Trümmer wichtige Informationen zum Stand der nordkoreanischen Raketentechnik lieferten, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Bei dem geborgenen Raketenteil handelt es sich offenbar um einen Treibstofftank, der den Namen des Raketentyps "Unha-3" trägt. An der Untersuchung sind zivile und militärische Experten aus Südkorea sowie US-Spezialisten beteiligt.

Hunderttausende Soldaten und Zivilisten feierten unterdessen im Zentrum von Pjöngjang den jüngsten Raketentest. Die Menge auf dem Kim Il-sung-Platz bejubelte Reden von ranghohen Militärs sowie Regierungs- und Parteivertretern, die den Erfolg des Tests feierten, wie das Staatsfernsehen zeigte. Der Raketentest sei ein Verdienst der "endlosen Loyalität, des Muts und der Weisheit" von Machthaber Kim Jong-un, sagte der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Jang Chol. Zuvor hatte Kim für die Zukunft weitere Raketenstarts angekündigt. (APA, 14.12.2012)

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Ist zwar nicht sonderlich themenrelevant, aber ich habe soeben ein neues Wort gelernt: Wiedervereinigungsminister.
Wäre doch auch für Österreich eine Überlegung wert, wir haben ohnehin zu wenig Posten für politische Fachkräfte.

"Upon request of the launching authority, objects launched into outer space or their component parts found beyond the territorial limits of the launching authority shall be returned to or held at the disposal of representatives of the launching

authority, which shall, upon request, furnish identifying data prior to their return."

So Artikel 5/3 des Agreement on the Rescue of Astronauts, the Return of Astronauts and the Return of Objects Launched into Outer Space [ http://www.oosa.unvienna.org/pdf/publi... ACE11E.pdf ], dessen Vertragspartei Südkorea ist.

ist doch völlig wurscht. wenn nk endlich eine rakete nach den usa schickt, löst sich das problem doch ganz von selbst.

Solch ein, wie von Ihnen angedachtes, Unterfangen löste die Probleme nicht, die wir der USA-Politiken wegen haben.

Was in Wahrheit ansteht, ist Heilung von kollektivem Wahnsinn, der dazu führt, dass wir einander nach dem Leben trachten, anstatt zu erkennen, dass wir nur gemeinsam reussieren können.

Nach einem Friedensvertrag mit dem Norden wird sich Suedkorea sicher dieser zweifellos brennenden Frage annehmen....

Mangel an einem formalen Friedensvertrag hin oder her: Postliminium ist längst eingetreten, wenn auch nach wie vor keine besonderen diplomatischen Beziehungen unterhalten worden sind, so gibt es doch

einen gemeinsamen militärischen Ausschuss.

SK kann sich nicht gegen Treu und Glauben auf einen angeblichen Kriegszustand berufen, bloß um internationale Verträge nicht einhalten zu müssen, die es im Übrigen nicht gegenüber NK sondern gegenüber anderen Staaten binden, wie im Fall des zitierten Agreements.

WEnns denn ein "Outer Space" ...

.... wäre. es ist aber nur eine Mittelsterckenrkete - und die geht nicht in den Weltraum

Wissen wir das so genau?

in diesem Fall dürfte es sich eher

um gelebte Entwicklungshilfe bei der Entsorgung von Sondermüll handeln ...

Sie scheinen auch zu denjenigen zu gehören, die das Recht nicht von dem Türpfosten zu unterscheiden vermögen, gegen den sie fortwährend anrennen.

OK, in einem Monat oder so wird zurückgegeben, und?

Ist gegen Treu' und Glauben.

Ach ja, und NK sollte dann auch die Bergungskosten rückerstatten.

Wenn SK schon so nett ist, die Dinge für NK zu bergen...

Ist dies auch der Fall wenn der Start gegen eine bestehende UN Resolution verstoesst - in diesem Fall Resolution No. 1874 ?

In welchem Paragraph steht das schnell noch mal?

Ist dies auch der Fall wenn der Start gegen eine bestehende UN Resolution verstoesst - in diesem Fall Resolution No. 1874 ?

1. Der launch verstößt nicht gegen 1874, weil 1874 offen ließ, ob sich DPRK daran halten will oder nicht. So lautet 1874 bloß:

"Demands that the DPRK not conduct any further nuclear test or any launch using ballistic missile technology;".

Verlangen kann ich viel, denn der Adressat kann das auch ablehnen.

2. Ich würde sagen, ja. Denn im zitierten Agreement steht nichts anderes.

Zusatz

Ich denke mir dass die Unterscheidung hier in der Natur des Startes liegt:

Laut N.K. war der Raketenstart Teil des zivilen Raumfahrtprogrammes, SK, Japan, die USA usw. behaupten es war ein Testflug einer Interkontinental Rakete.

Da haben Sie natuerlich recht - aber nachdem die Resolution einstimmig beschlossen wurde wird S.K. sich natuerlich dies als Argument halten.

Bin zwar kein Rechtsanwalt oder Diplomat, aber ich denke mir das die Schlussfolgerung genau gegenteilig ist. Sollte der Start laut der Resolution nicht erlaubt sein, dann muss man auch die Teile nicht zurueckgeben.

Ob die Resolution einstimmig oder nicht

Nordkorea hat zu Japan und Suedkorea erklaert: Es sei gleich eine Erklaerung des Krieges, wer den Nordkoreanischen Raketen zu bergen.

Nachsatz zu Ihrem Zusatz: Aus dem Wort "launched into outer space" im zitierten Artikel 5/3 kann mE zufolge der Wortbedeutung "abschießen", "starten" geschlossen werden, dass die Absicht, den Weltraum zu treffen, ausreicht, auch wenn tatsächlich

vorher zB ein Absturz, also ein Fehlstart erfolgt.

Im Ergebnis heißt das, dass es allein auf die offizielle Erklärung der launching authority ankommt, sofern nicht offenkundig MIssbrauch vorliegt, was aber gegenständlich nicht gesagt werden kann.

Die Einstimmigkeit hat nichts mit deren Inhalt oder dessen Ausölegung zu tun.

Dass die Teile nicht zurückzugeben wären, weil der Start rechtswidrig war, steht so nicht im Agreement. Dort ist die Rechtmäßigkeit des Starts nicht zur Voraussetzung der Anwendbarkeit erklärt.

Im Übrigen kann ich mir vorstellen, dass die von mir vorgenommene Auslegung im höheren Interesse aller Vertragsparteien liegt und auch mit dem Vertragszweck vereinbar ist, wonach solche Objekte ihrem Eigentümer bzw. Absender zurückgegeben werden sollen.

Zu Ihrem Zusatz:
Klar, dass die Hegemonialmächte das so drehen, wie es ihnen passt. Sonderbar auch, dass es keine Informationen darüber gibt, was tatsächlich vorlag: ob nun ein Satellit vorliegt oder nicht.

Ich weiß nicht, ob NK atomar bestückbare Langstreckenraketen baut

Aber es wäre in jedem Fall rational, da es ein großer Schritt wäre, sich gegen einen möglichen Angriff der USA zu immunisieren, wenn die damit rechnen müssten, dass in diesem Fall nordkoreanische Atomwaffen das amerikanische Festland erreichen können. Bislang muss sich NK hierzu auf chinesische garantien verlassen.

Vollkommen wäre die Abschreckung aber erst beim Erreichen der Zweitschlagsfähigkeit.

das ist technisch ein bloedsinn.
die 50er jahre raketentechnologie von korea und iran ist als zweitschlagwaffe absolut ungeeignet, bei einem krieg werden die riesengrossen anlagen zum kuehlen des treibstoffs in der ersten stunde vernichtet.
wegen der verwundbarkeit ist es ist eine reine erstschlagwaffe. eine moeglichst schmutzige atombombe, mit der man seoul langfristig in eine geisterstadt verwandeln kann, das ist als friedenssichernde massnahme sinnvoll und ausreichend.

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